Portrait der Künstlerin Xenia Marita Riebe

Verfremdetes Selbstportrait der Künstlerin aus der Reihe Sudden Visitation

Xenia Marita Riebe arbeitet als bildende Künstlerin und Autorin

Höhlenmalereien der Khoisan vom Hohen Brandberg in Namibia

Xenia in einer Höhle am Hohen Brandberg in der Namib Wüste, Namibia

Exponat aus der Reihe „Afrikanische Felsmalerei und Technik“

Durch das Werk der Künstlerin und Autorin Xenia Marita Riebe zieht sich wie ein roter Faden der Werkstoff Zeitungspapier. Bereits in ihrer ersten Bilderreihe aus den Jahren 1993/94 malte sie auf Fotografien, die sie in der Tageszeitung fand. Sie brachte menschliche Figuren, die sie den Höhlenmalereien der Khoisan vom Hohen Brandberg in Namibia entlehnte, in Verbindung mit der modernen Technik. Daraus entstanden an die 70 Arbeiten unter dem Titel „Afrikanische Felsmalerei und Technik“. Die Fotos von den zwischen 30000 und 3000 Jahre alten Felsmalereien stammen von der Künstlerin selbst, die sich für längere Zeit in der Nähe des Hohen Brandbergs aufhielt und Exkursionen zu den Höhlen unternahm.

 

 

 

Weiße Fremde und urbaniesierte Frauen

Gemälde “Trans” aus der Reihe “Weiße Fremde”

Bild aus dem Zyklus “Die urbanisierte Frau”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus dieser Arbeit resultiert die Affinität der Künstlerin zum Medium Zeitungspapier, die sie fortan begleiten sollte. In Bilderreihen wie „Weiße Fremde“ und „Die urbanisierte Frau“ spielte Zeitungspapier eine wesentliche Rolle, vor allem, in Arbeiten in der Technik der Decollage. Immer wieder entstanden während ihrer langen künstlerischen Karriere auch Reihen von Collagen. Xenia nutzte hier die unendlichen Möglichkeiten, Inhalte zu transportieren, indem sie farbige Flächen, Abbildungen, Werbeinhalte und Schrift kombinierte. In 2017 entstanden so 15 ungegenständliche Collagen, die in ihrer Wirkung frappierend sind.

Erste Skulpturen aus Zeitungspapier

Im Jahr 2003 wagte Xenia erstmals den Vorstoß in die dritte Dimension. Sie entwickelte eine Technik – kein Pappmaché – um Skulpturen aus Zeitungspapier zu bauen. So entstanden die Reihe „Menschliche Tierfiguren“, Paare, die aus je einem Menschen und einem Tier mit menschlichen Attributen bestehen. Die Zeitungen – stets Tageszeitungen – stammten schon hier aus aller Welt, nämlich aus dem Heimatland des jeweiligen Tieres. Hier griff die Künstlerin einer ihrer wichtigsten Arbeiten vor, dem „Global Citizen ART Project“.

Klone und Borderliner

Gemälde aus dem Zyklus “Klone”

Neben der Weiterentwicklung ihrer Bilderreihe „Weiße Fremde“, die sie zu Bildern zum Thema Klonen und Borderliner brachte und zu einer Zusammenarbeit mit der kirchlichen Hochschule in Wuppertal, entstanden immer häufiger plastische Papierarbeiten. Schließlich verlagerte sich Xenias künstlerischer Schwerpunkt beinahe ganz in Richtung Skulptur. Reihen wie die „Epigonier“ entstanden. Für diese Endzeitfiguren benutzte sie unbedrucktes Zeitungspapier, was die Tragik des bearbeiteten Themas unterstrich.

Xenia mit Michael Gorbatschow bei der Eröffnung ihrer Ausstellung zum “Global Citizen ART Project”

 

 

Das Global Citizen ART Project

Ihr wichtigstes künstlerisches Werk ist aber das „Global Citizen Art Project“, eine Arbeit zur Globalisierung. Hierfür baute sie 200 Skulpturen aus 200 Originalzeitungen aus 200 Ländern der Erde. Inhaltlich befasste sie sich hier mit dem drohenden Verlust von Schriften und Sprachen und mit den allgemeinen Folgen der rasch fortschreitenden Globalisierung, vor allem für die Kinder der Welt. Das Projekt, an dem die Künstlerin drei Jahre arbeitete, wurde im Jahr 2007 erstmalig im Beisein von Michael Gorbatschow ausgestellt und seither international in vielen Ausstellungen gezeigt.

Schnabelmenschen erobern Australien

Die “Schnabelmenschen” in der Ausstellung in Australien

Es folgten Werkgruppen wie die „Schnabelmenschen”, die von Xenia für eine Ausstellung in einer Galerie in Surfers Paradise, einer Stadt an der Gold Coast in Australien, gemacht wurden. Die Skupturen sind Mischwesen aus Vogel und Mensch und haben durchaus  humoristische Züge. Sie versinnbildlichen den “Missing Link” zwischen Reptilien und Säugetieren. Das in Australien lebende Schnabeltier steht hier Pate für den Titel der Skulpturenreihe.

 

 

“Sureale Welten” bei unterschiedlichen Kunstmessen

Dada, Skulptur aus der Reihe “Surreale Welten”

Mit den Skulpturen der Reihe  „Surreale Welten”, in denen die Künstlerin eine Erweiterung der Ideen der Dadaisten sieht, führte sie ihre plastische Arbeit fort. Wie im Dadaismus üblich, gab sie ihren Arbeiten Titel, die heute ein wenig befremdlich wirken, wie zum Beispiel: „Dada, meine Schwester aus Glut, lächelnd aus der Tiefe der Zeit“. Die Skulpturen aus dieser Reihe stellte die Künstlerin unter anderem bei der Kunstmesse Lineart in Gent, Belgien und bei der Arte Padova, Italien aus.

Als Xenia die Bücher des amerikanischen Professors für klinische Neurologie, Oliver Sacks, für sich entdeckte, entwickelte sie in der Folge lebensechte Papierköpfe, mit denen sie sich den unterschiedlichsten neurologischen Phänomenen zu nähern versuchte. Sie stellte die Migräneaura, die sie aus eigenem Erleben kennt, ebenso dar, wie ie Amnesie.

Ausstellung des Arbeitszykluss “Weltschmerz bei der KunstTour in Maastricht

Kopf aus Zeitungspapier aus der Werkschau “Weltschmerz”

Collage aus der Werkschau “Weltschmerz”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Reihe „Weltschmerz“ brachte Xenia erstmals Collagen, verfremdete Selbstbildnisse und Skulpturen zusammen. Auf einer großen Ausstellungsfläche bei der KunstTour in Maastricht fand sie hiermit viel Beachtung.

Aus Original Wetterkarten machte die Künstlerin große und kleine Skulpturen, von denen drei vom Deutschen Wetterdienst erworben wurden. Diese sind bis heute in der Bibliothek des DWD in Offenbach ausgestellt. Erst kürzlich brachte dieser Lesezeichen heraus, die das Foto der Wetterkarten-Skulpturen zeigen.

Dieses Portrait der Xenia Marita Riebe gibt lediglich einen kurzen Überblick über ihr Schaffen, das sich nun über mehr als drei Jahrzehnte erstreckt und in dem sie immer klare Positionen zu politischen und sozialen Themen bezog. Wer mehr erfahren möchte, kann sich auf den Internetseiten der Künstlerin informieren. Dort gibt es Infos zu Installationen, Malerei, Skulpturen und auch über das schriftstellerische Werk.

Im Blue Blog Shop werden einige humorvolle Skulpturen von Xenia angeboten.

Allgemeine Künstlerseite

Global Network

Global Warming ART Project

Global Citizen ART Project

Schriftstellerin

Fotos: © Xenia Marita Riebe

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