Boat People – Skulpturengruppe


Die 29 Skulpturen der Gruppe „Boat-People“ sind den Pneumatophoren der Mangrovenbäume nachgebildet. Diese Atemwurzeln werden vom unterirdischen Wurzelsystem der Bäume ausgebildet, um die Aufnahme von Sauerstoff zu gewährleisten. Da Mangroven in wassergesättigten sauerstoffarmen Böden wachsen, kann der Sauerstoffbedarf des Wurzelgewebes nicht allein durch Diffusion aus der Umgebung der Wurzeln gedeckt werden. Deshalb bilden die Pflanzen Atemwurzeln aus, die in einer großen Vielfalt aus dem Boden wachsen.

Diese Pneumatophoren dienten der Künstlerin Xenia Marita Riebe als Anregung zu einer Gruppe von kleinen, verwachsen wirkenden Skulpturen. Sie sind aus Zeitungspapier gefertigt, das die Künstlerin zuvor mit brauner Acrylfarbe bemalte, und haben kleine Magnete in den Füßen oder den Sitzflächen, mit deren Hilfe sie auf einer Metallplatte Halt finden. Die stehenden Skulpturen sind zwischen 14 und 35 cm hoch, während die sitzenden zwischen 11 und 17 cm groß sind. Sie wurden von der Künstlerin auf einer Metallplatte so arrangiert, dass sie sich einen sehr geringen Platz teilen müssen, indem sie dicht beieinander hocken oder stehen. Damit soll eine Assoziation zu den Menschen hergestellt werden, die in engen überfüllten Schlauchbooten die Flucht von Afrika über das Mittelmeer antreten und oftmals nur mit viel Glück die Küste Europas erreichen.

Boat-People ist eine eindrucksvolle Arbeit. Die anonymisierten, gesichtslosen Frauen, Männer und Kinder erwecken beim Betrachter ein Gefühl für die Schutzlosigkeit der Menschen, die in oft seeuntauglichen Booten das Meer überqueren, um der Verfolgung oder Hoffnungslosigkeit auf dem afrikanischen Kontinent zu entfliehen. Auch die Enge in den überfüllten Flüchtlingsbooten wird hier eindringlich gezeigt.
Xenia Marita Riebe versteht diese Arbeit als Weckruf. Sie möchte damit auf die Situation der Flüchtlinge überall auf der Welt aufmerksam machen, insbesondere aber auf das Schicksal der Fliehenden aus Afrika, den sogenannten Boat People.

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Veröffentlicht in Kunst

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