Ratten in der Lebendfalle fangen

Der beste Köder ist Nussnougatcreme

In meinem naturnahen Garten gibt es natürlich einen Komposthaufen. Dieser lädt unterschiedliche Tiere ein. Ein Igel nutzt ihn zur Nahrungssuche und manchmal zum Überwintern und kleine Mäuse leben in seiner Nähe. Natürlich möchte ich auch nicht die fleißigen Helfer vergessen, die im Komposthaufen leben und die Garten und Küchenabfälle zu guter Erde umwandeln: Bakterien, Regenwürmer, Asseln, Tausendfüßler und viele andere kleine Lebewesen.

Aber auch Wanderratten sind immer wieder zu Gast. Diesen Sommer nutzte eine Rattenmutter meinen Komposthaufen, um ihr Nest darin zu bauen. Dort gebar sie vier Junge.

Aufgestellte Lebendfalle

Ich muss erwähnen, dass mein Garten mit 150 qm recht klein ist und es mir deshalb nicht möglich ist, die Rattenfamilie zu beherbergen. Hätte ich ein großes Gartengrundstück von mindestens 100 Meter Länge, wäre es kein Problem, den Ratten am Ende des Grundstücks auf Dauer einen Lebensraum zu geben. Ich bedauere sehr, dass dies in meinem kleinen Garten – es ist ein Quergrundstück und der Abstand zwischen Kompost und Terrasse beträgt nur drei Meter – nicht möglich ist.

Junge Wanderratte in der Lebendfalle gefangen

Lebendfalle aufstellen

Als die jungen Ratten ihr Nest verließen und munter im Garten herumliefen, musste ich handeln. Ich stellte eine Lebendfalle auf. Als Köder benutzte ich Katzenfutter. Aber ich wartete vergeblich. Keine der Kleinen ging in die Falle. Im Internet las ich, dass Ratten gerne Süßes essen und ich versuchte es mit Nussnougatcreme. Ich gab etwas davon auf die Wippe in der Falle und legte auch eine Spur vom Nestausgang im Kompost zur Falle. Dafür gab ich Nussnougatcreme auf kleine Blätter. Die jungen Ratten waren an dem süßen Brotaufstrich sehr interessiert und schleppten die bestrichenen Blätter sofort in ihren Bau. Eine Stunde später – sie waren wohl auf den Geschmack gekommen – umschlichen sie die Falle. Sie versuchten von außen an die Köstlichkeit zu kommen. Doch das misslang. So dauerte es nicht lange, bis die erste kleine Ratte in die Falle ging.

Wanderratte wird freigelassen

Aussetzen der Ratten

Mein Mann und ich brachten die Falle hinaus in die Natur. Wir wählten ein Areal, das uns als Lebensraum für die kleine Ratte geeignet erschien. Wichtig war uns dabei, dass es jenseits der Autobahn lag, die in etwa einem Kilometer Luftlinie an unserem Haus vorbeiführt. So stellten wir sicher, dass die Ratte nicht zurückkommen konnte.

Nach und nach fingen wir alle vier kleinen Ratten und ließen sie immer an derselben Stelle frei, in der Hoffnung, dass die Geschwister sich wiederfinden. Natürlich taten mir die kleinen Ratten leid, aber ich hatte keine andere Wahl. Ich hoffe, dass sie sich in ihrem neuen Lebensraum behaupten können.

Falle wird gesäubert

Säubern der Falle

Nachdem wir die Ratten ausgesetzt hatten, säuberte ich jedes Mal die Falle. Ich wusch sie mit Wasser und Reinigungsmittel ab, um die Spuren der gefangenen Ratten und auch die Stresshormone, die sie ausstoßen zu entfernen. Dann bestückte ich sie neu mit Nussnougatcreme und stellte sie auf.

Hier ein kurzes Video von einer jungen Wanderratte in der Lebendfalle

Allgemeines über Wanderratten

Die Ratten, die uns in unserem Garten beehren, sind Wanderratten (Rattus norvegicus), die ursprünglich in Wäldern und buschigem Gelände lebten. Heute leben sie meistens in der Nähe von menschlichen Siedlungen. Wanderratten sind Allesfresser, aber sie bevorzugen pflanzliche Nahrung. In meinem Garten fressen sie vor allem herunterfallendes Vogelfutter. Warum sie so gerne Nussnougatcreme fressen, weiß ich nicht.

Ein Wanderrattenweibchen kann in einem Jahr bis zu 2000 Kinder und Kindeskinder hervorbringen.

Im Internet gibt es noch viel Wissenswertes über Ratten im  Allgemeinen und über Wanderratten im Speziellen zu lesen.

Text und Fotos: © Xenia Marita Riebe

Lies auch: Der Komposthaufen im Naturgarten

 

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2 Comments on “Ratten in der Lebendfalle fangen

    • Danke, Brigitte. Die jungen Ratten haben mir wirklich leid getan und ich hätte sie gerne behalten. Es sind ja sehr süße Tierchen. Aber du kennst meinen Garten. Er ist echt zu klein dafür.

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