Igelhaus selbst bauen

Selbstgebautes Igelhaus

Wenn im Herbst die Nahrung knapp wird, zieht sich der Igel in sein Winterschlafquartier zurück. Dies kann je nach Witterung schon ab Anfang Oktober sein, spätestens jedoch Anfang November biginnt der 5-6 monatige Winterschlaf. Dann ist er dankbar für ein gemütliches Häusschen

Das Igelhaus

Aus ein paar Holzresten haben wir ein Igelhaus gebaut. Der Grundriss für die Bodenplatte ist 30 x 40 cm. Unter diese schraubten wir ein drei 1 cm dicke, 30 cm lange und 5 cm breite Dachlatten im Abstand von ca. 8cm. Sie dienen dazu, dass das Häuschen etwas Abstand vom feuchten Boden hat. In die Bodenplatte bohrten wir zur Belüftung einige kleine Löcher. Auf diese vorbereitete Bodenplatte schraubten wir eine abgeschrägte Rückwand, eine Seitenwand von 30cm Höhe und eine Seitenwand von 25 cm Höhe. In die ebenfalls abgeschrägte Vorderwand sägten wir mit der Stichsäge einen runden Eingang, nicht zu groß, damit der Höhlencharakter des Häuschens erhalten bleibt. Die Eckkanten der Wände versiegelten wir mit Silikon. Zuletzt setzten wir eine noch Platte als Dach auf die Seitenwände. Durch die unterschiedliche Höhe der Seitenwände hat das Dach ein Gefälle, was dafür sorgen soll, das Regen und Tau besser ablaufen. Zum Schluss sorgten wir dafür, dass alle Nähte und eventuellen Risse sorgfältig mit Silikon verschlossen wurden.

Igelhaus mit Plastik gegen Nässe schützen

Das fertige Igelhäuschen schützten wir nochmals gegen eindringende Feuchtigkeit, in dem wir es in einen Teil eines festen schwarzen Müllsacks steckten. Das vordere Viertel blieb dabei frei. Nun schufen wir einen Platz unter unserem Komposthaufen und schoben das mit durch den Müllsack geschützte Häuschen hinein und legten Grünabfälle und Äste darüber. Auf den Boden des Häuschens streuten wir eine 1cm hohe Schicht Kleintierstreu. Darauf kam etwas trockenes Stroh und dann füllten wir den Rest des Igelhauses mit sorgfältig getrocknetem Herbstlaub auf. Nun kann der Igel, der seit dem Frühjahr häufig in meinem Naturgarten zu Gast ist, sein Winterquartier beziehen.

Der Igel

Wer kennt ihn nicht, den Braunbrustigel, der im Sommer auf Nahrungssuche durch unsere Gärten wandert? Wohl jeder mag den putzigen Kerl, mit seinen kurzen Beinchen, mit denen er aber ganz schön schnell laufen kann. Igel suchen auf dem Boden nach Nahrung. Um im Unterholz besser vorwärts zu kommen, legen manche von ihnen in ihrem Revier Trampelpfade an. Oft bauen sich Igel einen Bau, den sie gut im Gestrüpp verbergen und mit trockenen Blättern auskleiden. Sie nutzen dazu auch gerne einen aktiven Komposthaufen, weil ihnen die Wärme gefällt und es im Kompost reichlich Nahrung für sie gibt. Igel fressen am liebsten Insekten und Würmer, können aber auch manchmal Pflanzenteile, Wurzeln und Früchte fressen. Da Igel keinen Milchzucker abbauen können, darf man sie nicht mit Milch füttern. Milch kann für sie tödlich sein.

Igel sind vorwiegend dämmerungs- oder nachtaktiv und führen außerhalb der Paarungszeit ein Leben als Einsiedler. In kühleren Regionen halten Igel einen Winterschlaf.

Ein Igel geht in sein neues Haus im KomposthaufenIgel bringen einmal im Jahr vier bis fünf Junge zur Welt, die bei der Geburt blind und hilflos sind. Nach 12 bis 24 Tagen öffnen die Kleinen die Augen und nach 6 bis 8 Wochen entwöhnt sie die Igelmutter von ihrer Milch. Die Geschlechtsreife der jungen Igel tritt mit 6 bis 12 Monaten ein. In freier Wildbahn hat ein Igel eine Lebenserwartung von 3 bis 7 Jahren. Der Igel kann sich bei Gefahr zu einer Kugel aufrollen. Hierdurch schützt er seinen empfindlichen bauch und wird von außen unangreifbar. Der schlimmste feind des Igels ist der Straßenverkehr. Ihm fallen jährlich eine halbe Million der netten Tiere zum Opfer. Besonders in der Dämmerung sollten Autofahrer deshalb ihr Tempo drosseln und sehr achtsam fahren, damit der Igel nicht auf die rote Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere gesetzt werden muss.

Die bekanntesten Vertreter der Igel in Europa sind die Braunbrustigel, die wie die Weißbrustigel eine Familie der Säugetiere bilden. In West- bis Mitteleuropa ist typischerweise der Braunbrustigel anzutreffen, doch quer durch das östliche Mitteleuropa erstreckt sich ein etwa 200 Kilometer breiter Gürtel, in dem sich die Verbreitungsgebiete von Braun- und Weißbrustigel überlappen.

Die Familie der Igel umfasst insgesamt 24 Arten. Diese sind in Eurasien und Afrika verbreitet. Sie teilen sich in zwei äußerlich sehr gut zu unterscheidenen Unterfamilien auf, den Stacheligeln und den stachellosen Haar- oder Rattenigeln.

Wer einenIgel in seinem Garten hat, soll diesen möglichst in Ruhe lassen. Es ist wünschendwert, ihm Hilfen für die Überwinterung anzubieten, aber auch ohne diese wird ein wildlebender Igel einen Unterschlupf finden. Füttern muss man Igel nicht. Sie finden vor allem in naturnahen Gärten genug Nahrung für sich und ihre Jungen.

©Text und Fotos: Xenia Marita Riebe

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