Frühblühende Schönheiten im naturnahen Garten

Geflecktes Lungenkraut

Mein Naturgarten weist im Frühling einiges an Frühblühern auf. Bescheidene Bodendecker blühen in weiß und hellblau, das Buschwindröschen reckt seine zarten weißrosa Blüten in die Höhe und überall erscheinen Schlüsselblümchen mit ihren gelben Kelchblüten. Auch das ein oder andere Veilchen lässt sich sehen und himmelblau zeigt sich das gewöhnliche Leberblümchen. Verbreitet blüht das gefleckte Lungenkraut mit seinen blauvioletten und rosa Blütenkronen und lockt erste Bienen und Hummeln an.
Doch natürlich dürfen auch im Naturgarten Zwiebelpflanzen nicht fehlen. So steht die Osterglocke bereits in voller Blüte und Traubenhyazinthen verbreiten mit ihren violetten Kerzenblüten ihren unverwechselbaren Charme auf den Beeten.
Aber auch der Schneestolz mit seinen sechsblättrigen Sternblüten – auch Sternhyazinthe genannt – ist schon aufgeblüht.
Nur die Tulpen lassen noch auf sich warten. Das Wetter im März war für sie viel zu kalt. Noch sieht man dort, wo sie sonst um diese Jahreszeit in voller Pracht erblühen, nur ihre typischen Blätter aus dem Boden kommen.

Buschwindröschen

Buschwindröschen

Buschwindröschen (Anemone nemorosa)
Das vorsommergrüne Buschwindröschen wächst als ausdauernde, krautige Pflanze im Wald und im Naturgarten. Es erreicht eine Höhe von 11 bis 25 cm und benutzt als Speicher-und Überdauerungsorgan ein unterirdisches kriechendes Rhizom, das sich verzweigt.
Zu Beginn des Erstfrühlings fehlen die grundständigen Blätter, doch im oberen Stängeldrittel befinden sich, in einem Quirl angeordnet, drei handförmig dreiteilige Hochblätter mit grob gesägten Abschnitten. Diese schützen die Blütenknospe und übernehmen so die Funktion des Blütenkelches, der beim Buschwindröschen fehlt. Normalerweise entwickelt das Buschwindröschen nur eine Blüte je Pflanze.

Echte Schlüsselblume

Echte Schlüsselblume

Echte Schlüsselblume (Primula veris)
Die Schlüsselblume ist eine krautige, ausdauernde Pflanze mit einer Wuchshöhe von 8 bis 30 cm. Sie ist in kleinen und größeren Gruppen anzutreffen und sie verbreitet sich rasch im Garten. Die Schlüsselblume überwintert in kurzen, dicken Rhizomen. Die Pflanze ist behaart, aber nicht bemehlt. Die Blätter der Schlüsselblume sind eiförmig-länglich und hellgrün und können zwischen 5 und 20 cm lang und 2 bis 6 cm breit werden. Die Blattoberseite hat eine runzlige Struktur und ist flaumig behaart.
Die Schlüsselblume blüht von April bis Juni und bringt je 5 bis 20 gelbe Doldenblüten mit 5 dottergelben Kronblättern hervor.

Veilchen

Veilchen

Veilchen (Violaceae)
Veilchen wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen und bilden meist als Überdauerungsorgane Rhizome. Es gibt viele unterschiedliche Arten, die alle verschiedene Merkmale aufweisen. Sie können lange, kriechende bis aufrechte oberirdische Sprossenachsen haben, die aber manchmal auch fehlen. Die Blätter des Veilchens können grundständig zusammen stehen oder an der Sprossachse wechselständig verteilt angeordnet sein. Der Blattrand kann gezähnt oder glatt sein. Bei manchen Veilchenarten ist die Blattunterseite behaart.
Die Blütenblätter des Veilchens stehen auf Blütenstielen einzeln in den Blattachseln.
Die fünf freien Kronblätter sind deutlich ungleich. Das unterste Kronblatt ist das größte und an seiner Basis gespornt. Die Blütenfarbe ist Violett.

Gewöhnliches Leberblümchen

Gewöhnliches Leberblümchen

Gewöhnliches Leberblümchen (Hepatica nobilis)
Das Leberblümchen ist eine ausdauernde, grün überwinternde niedrige Kleinstaude mit einer Höhe von 10 bis 25 cm. Es blüht im zeitigen Frühjahr zum Beginn der Vegetationsperiode. Seine Blütenfarbe ist ein auffälliges Azurblau. Typischerweise wächst das Leberblümchen in der Humusschicht über lehmigen kalkhaltigen Waldböden in Buchen und Eichenwäldern aber auch auf Sandböden. Es bevorzugt schattige bis halbschattige Lagen.
Das Leberblümchen übersteht den Winter mit Überdauerungsknospen, die sich unmittelbar an der Erdoberfläche in den Blattachseln und im Schutz der überdauernden Blätter befinden. Es besitzt ein kurzes, schräg im Boden liegendes, dunkelbraunes Rhizom. Das Leberblümchen zählt zu den Tiefwurzlern, denn seine Wurzeln reichen bis zu 30 Zentimeter tief ins Erdreich.
Nach der Blüte entwickeln sich die grundständigen Laubblätter aus dem Rhizom. Die Blätter erinnern in ihrer Form an die menschliche Leber, was der Pflanze ihren Namen gab.
Die behaarten, rötlich-braunen Blütenstandsschäfte wachsen aufrecht und die langgestielten Blüten sitzen beinahe direkt über den drei kelchartigen, grünen Hochblättern. Diese umhüllen die Blütenknospen schützend und übernehmen damit die Schutzfunktion des fehlenden Kelchs. Die sechs bis neun gleich gestalteten Blütenblätter haben eine auffällig blaue Farbe, können aber auch Blauviolett sein.

Geflecktes Lungenkraut

Geflecktes Lungenkraut

Geflecktes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
Das gefleckte Lungenkraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze. Es besitzt gelbgrüne herz- bis eiförmige Grundblätter, die meist derb sind und stets rundliche, oft scharf begrenzte, weiße Flecken aufweisen. Die Oberseite der Laubblätter ist mit winzigen Stachelhöckern und nur wenigen Borstenhaaren versehen. Die nicht blühenden Sprosse haben eine eiförmige Spreite, die länger als ihr 15 Zentimeter langer Blattstiel ist und plötzlich in den Stiel übergehen kann.
Die zwittrigen Blüten des Lungenkrauts sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Blätter des Kelches sind bis mindestens zur Hälfte ihrer Länge verwachsen. Bei der frisch geöffneten Blüten ist der Kelch V-förmig und etwa doppelt so lang wie breit. Die anfänglich rote Blütenkrone, färbt sich später durch Änderung des ph-Wertes zu Blau um.

Sternhyazinthe

Sternhyazinthe oder Schneestolz

Der Schneestolz (Chionodoxa luciliae)
Der Schneestolz ist eine ausdauernde krautige Zwiebelpflanze mit ei- bis kugelförmigen Zwiebeln in einer braunen Umhüllung. Die Zwiebeln dienen der Pflanze als Überdauerungsorgan. Je Zwiebel werden meist nur zwei grundständige, aufrechte oder ausgebreitete Laubblätter ausgebildet.
Auf einem Blütenstandsstängel stehen ein bis mehrere Blüten locker zusammen in einem endständigen, traubigen Blütenstand. Die sechs gleichgeformten Blütenblätter sind kurz und an ihrer Basis röhrig verwachsen. Der freie Teil der Blütenblätter spreizt sternförmig auseinander. Die Blüten sind weiß oder blau mit meist weißem Grund.

Text und Fotos:© Xenia Marita Riebe

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