Es ist wieder Herbstmilbenzeit

Wie jedes Jahr sind im August in meinem Garten die Herbstmilben aktiv. Gestern Nacht wurde mir dies bewusst, als ich erwachte, weil ich mich ununterbrochen kratzen musste. Ein wenig konsterniert überlegte ich, was denn da so jucken könnte. Da fielen mir die Herbstmilben ein. Nein, dachte ich, schon wieder!
Ja, es ist jedes Jahr dasselbe Spiel. Ich vergesse diese kleinen Quälgeister, bis ich durch Juckreiz geweckt werde, denn ihre Bisse jucken in der Bettwärme besonders schlimm.

 

Aber was sind das für Lebewesen; diese Herbstmilben?

Die Herbstmilbe oder Erntemilbe (Neotrombicula autumnalis) gehört zu den Spinnentieren und bildet die Unterklasse der Milben. In dieser Klasse gehört sie wiederum zur Familie der Laufmilben. Ihre Larven leben parasitisch und befallen vor allem Mäuse. Aber auch Hunde, Hauskatzen und andere Säugetiere werden befallen. Manchmal auch der Mensch.

Milbe mit vielen Namen

Die Herbstmilbe hat unterschiedliche Namen. Sie ist auch als Herbstgrasmilbe, Heumilbe oder Grasmilbe bekannt. Auch bezeichnet man sie regional als Graslaus, Erdlaus oder Pfirsichlaus. Dies ist insofern irreführend, als die ausgewachsen achtbeinigen Milben nicht nahe mit den sechsbeinigen Läusen verwandt sind. Die (sechsbeinigen) Larven der Herbstmilbe rufen beim Menschen die Erntekrätze hervor, auch Herbstbeiß oder Trombidiose genannt.

Die Milbe tritt auf der nördlichen Halbkugel je nach Standort und Unterart oder Witterungsbedingungen von April bis in den späten Oktober auf. In meinen Garten kommt sie immer erst im August. Wenn du wissen möchtest, ob du Herbstmilben im Garten hast, brauchst du nicht auf die ersten Bisse zu warten. Lege einfach ein Blatt weißen Papiers auf den Rasen und warte ab. Stellen sich nach einiger Zeit winzige rote Krabbeltierchen auf dem Blatt ein, dann ist die Milbe in deinem Garten heimisch. Sie bevorzugt niedrige Vegetation und tritt häufig in Gärten oder auf Wiesen auf. Die Larven der Herbstmilbe sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen, weil sie nur 3 mm groß sind. Aber sie sind orangerot gefärbt. Sie besitzen ein breites Rückenschild und zwei Doppelaugen. Die ausgewachsenen Milben sind etwa 2 Millimeter groß.

Der Lebenszyklus der Herbstmilbe

Herbstmilben legen ihre Eier im Boden ab. Nach ungefähr vier Wochen schlüpfen die Milbenlarven. Sie klettern auf Moospolster und Grashalme und warten in 5 bis 20 cm Höhe auf einen potenziellen Wirt. Dazu benötigen sie aber feucht-warmes und sonniges Wetter. Ihre Strategie ist es, sich von Vögeln und Säugetieren, vor allem kleinen Nagetieren, aber auch von Hunden und von Katzen abstreifen zu lassen. Auch Menschen streifen die Milbenlarven mit ihren Beinen ab. Kaum sind diese auf den Wirt gelangt, suchen sie sich eine feuchtwarme Stelle mit dünner Hornhaut, ritzen mit ihren Mundwerkzeugen die Haut an und sondern ein Speichelsekret ab. Damit lösen sie Gewebe ab, von dem sie sich ernähren. Sie leben dabei von Zellsäften und Lymphe. Nur selten verletzen sie eine Kapillare und nehmen Blut auf. Beim Mensch saugen sie nur einige Stunden, lassen sich dann abfallen und entwickeln sich über drei Nymphenstadien zu erwachsenen Tieren. Diese bewohnen dann wiederum den Boden , wo sie auch überwintern. So setzt sich der Kreislauf fort. Bei tierischen Wirten kann das Saugen übrigens mehrere Tage dauern. Da haben wir Menschen noch Glück.

Symptome des Milbenbefalls

Beim Menschen rufen Herbstmilben die sogenannte Erntekrätze hervor, auch bekannt als Heukrätze, Herbstbeiß oder Stachelbeerkrankheit. Die Symptome entstehen oft schon nach einigen Stunden, aber spätestens 24 Stunden nach dem Abfallen der Larven an warmen Körperregionen mit Hautfalten sowie an Stellen unter eng anliegender Kleidung. Es treten Juckreiz, Hautrötungen und juckende Quaddeln auf, die Mückenstichen ähneln, aber in größerer Zahl erscheinen. Im warmen Bett wird der Juckreiz noch verstärkt. Er klingt meistens nach etwa 10–14 Tagen spontan ab.

Was kannst du tun, damit du nicht von Herbstmilben befallen wirst?

Den Garten meiden, wäre das Einfachste, aber wer will das schon, vor allem im August, wenn es noch so schön sommerlich ist. Du kannst dich mit Antimückenspray einreiben. Das soll auch die Milben fernhalten. Auch wird das Einnehmen von Vitamin-B-Komplex-Tabletten für die Zeit der Gefährdung empfohlen. Dies soll die Milbenlarven ebenfalls vertreiben, da sich dein Körpergeruch so verändert, dass er den Larven nicht mehr behagt. Hat dies alles nicht geholfen und du hast Bisse abbekommen, dann hilft gegen den Juckreiz ein kühles Bad und starke Nerven. Kratzen sollte unbedingt vermieden werden, auch wenn es schwer fällt.

Ich wünsche allen einen schönen Herbst, frei vom Befall der lästigen Herbstmilben.

Text: © Xenia Marita Riebe

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