Die Kermesbeere – Ein Augenschmaus und ein Leckerbissen für Vögel

Kermesbeere

In meinem Garten hat sich vor ein paar Jahren eine Kermesbeere angesiedelt. Ich war zuerst neugierig, dann erfreut, denn die Pflanze hatte kräftige grüne Blätter und entwickelte im Frühling hübsche weiße Blüten an großen Blütenkerzen. Im Lauf des Sommers verwandelten sich diese in zarte grüne Früchte, die, je weiter das Jahr fortschritt, ihre Farbe hin zu rot wechselten. Im Spätsommer oder Herbst wurden sie dunkelrot bis schwarzrot und glänzend.
Doch nicht nur mir gefielen die schönen roten Beeren, die mich in ihrer Form an eine Süßigkeit aus meinen Kindertagen erinnerten. Himbeeren nannten wir das Zuckerzeug, das allerdings eher rosa als rot war. Auch begeistert davon sind die Amseln, die die schönen Beeren von den Kerzen picken und verzehren. Scheinbar können sie nicht genug davon bekommen und fressen sie leider in nur wenigen Tagen alle ab. Aus ist es dann mit meinem Augenschmaus!

Blüte der Kermesbeere

Blüte der Kermesbeere

Aber ich gönne es den Amseln, die zu meinen Lieblingsvögeln gehören und mich mit ihrem schönen Gesang erfreuen. Natürlich scheiden die Amseln den Samen der Kermesbeere wieder aus und verbreiten die Pflanze damit weiter. In meinem Garten wachsen inzwischen drei Kermesbeeren. Anfangs hatte ich Angst, dass die schöne Pflanze irgendwann verschwinden würde, wie sie kam, heimlich, still und leise. Doch inzwischen bin ich sicher, dass sie in meinem Garten bleiben wird. Die Standorte wechseln und ich bin immer auf`s neue gespannt, wo sich im Frühling eine Kermesbeere zeigt.
Die imposante einjährige Kermesbeere kann an günstigen Standorten bis zu zwei Meter hoch werden. Sie verträgt keine pralle Sonne und gedeiht prächtig im Halbschatten von Büschen und Bäumen.

Kermesbeere

Invasiver Neophyt

In vielen Teilen der Welt gilt die Kermesbeere als invasiver Neophyt und breitet sich besonders in milden Gegenden inzwischen großflächig aus. Es gibt zwei Arten von Kermesbeeren, die asiatische Art (Phytolacca acinosa), bei der die Blütenkerzen aufrecht stehen und die amerikanische Art (Phytolacca americana) mit herabhängenden Blütenkerzen und Fruchtständen.
Leider sind die schönen Früchte der Kermesbeere für den Menschen giftig und auch die Wurzel und die Samen der Kermesbeere sollten auf keinen Fall verzehrt werden. Insbesondere Kinder sollten von den verführerischen Früchten ferngehalten werden.
Wer vermeiden möchte, dass sich die Pflanze im Garten ausbreitet, der sollte die gesamte Pflanze mitsamt Wurzelknolle entfernen oder zumindest nach dem Abblühen die Blütenstände abschneiden. Ich plädiere aber dafür, die Kermesbeere an ihrem selbstgewählten Standort zu belassen, da sie den Amseln als Futter dient.

Kermesbeere

Kermesbeere – Eine Heilpflanze

In Nordamerika wurde die Kermesbeere früher in der Volksmedizien als Heilpflanze angewendet. Doch durch ihren hohen Gehalt an Triterpensaponinen kam es immer wieder zu Vergiftungsfällen.
Aber auch noch heute werden dort Extrakte aus der getrockneten Wurzel zur Behandlung von Katarrhen, Rheumatismus und Entzündungen des Kehlkopfes und der Mandeln angewendet.
Kermesbeere

Anwendung in der Homöopathie

Ein Extrakt aus der frischen, im Herbst ausgegrabenen Wurzel der amerikanischen Kermesbeere (Phytolacca americana) wird homöopathisch bei hoch fieberhaften Infekten und Entzündungen der Schleimhäute im Bereich Mund- oder Rachenraum eingesetzt. Auch bei Brustdrüsenerkrankungen stillender Mütter und bei rheumatischen Erkrankungen wird der Extrakt angewendet.

Kermesbeere

Ich finde aber, dass nicht jede Pflanze einen Nutzen haben muss. Ist es nicht auch schön, sich einfach an der Anwesenheit der Kermesbeere im Garten zu erfreuen?

Text und Fotos: © Xenia Marita Riebe

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