Wunderknolle Topinambur – schmackhaft, heilsam und vielseitig

Der Topinambur wieder in aller Munde – Die tolle Knolle ist zurück

Der Topinambur erfreut sich immer größerer Beliebtheit und ist aus den Bioläden nicht mehr wegzudenken

Topinamur im Garten – Planzung in Töpfen bevorzugen!
seit vielen Jahren wächst in meinem Naturgarten der Topinambur. Einerseits bin ich darüber erfreut, denn die prächtigen, der Sonnenblume sehr ähnlichen Pflanzen, sind vor allem im Herbst eine Augenweide. Mit ihren drei Metern Höhe überragen sie alle anderen Blumen und die kleinen gelben Blüten, die an oben verzweigten Stielen mit auffälligen eiförmigen Blättern blühen, bewegen sich anmutig in jeder Brise.
Andererseits bin ich im Herbst, wenn die Blüten verblüht sind und ich die Topinambur ausmache, oft sehr verärgert. Dann versuche ich jedes Mal, möglichst alle Knollen aus der Erde zu entfernen, damit die Topinambur nicht mehr wiederkommt. Das gelingt mir leider nie, denn aus einem noch so kleinen Stückchen Knolle, das in der Erde übersehen wird, wächst im nächsten Jahr erneut eine der prächtigen Pflanzenstände.
Du fragst dich sicher, warum ich die Pflanze, die doch so gesund und lecker ist, wieder loswerden möchte. Das hat einen ganz bestimmten Grund und der liegt bei der Pflanze selbst. Der Topinambur ist eine der erfolgreichsten Pflanzen, die ich jemals in meinem Garten hatte. Er bildet Rhizomen, die er an langen dünnen Ausläufern um sich herum verbreitet. Diese Rhizomen findet man rund um die Pflanze in etwa 10 bis 15 cm Tiefe in der Erde, wobei die Pflanze sich überall ausbreitet. So wächst sie auch in Blumenstauden hinein und verbreitet ihre Wurzelknollen mitten in oder unter den Wurzeln der Staude. Auf diese Weise hat der Topinambur in meinem Garten schon eine Herbstanemone und eine Hortensie vernichtet. In diesem Herbst musste ich feststellen, dass eine große alte Margaritenstaude völlig von Topinambur-Rhizomen unterminiert war. Mir blieb nichts anderes übrig, als Teile der Margarite zu entfernen, denn ich möchte verhindern, dass sich der Topinambur im nächsten Jahr noch weiter in der Staude ausbreitet. Diese Arbeit war sehr anstrengend, denn ich traf auf immer neue Rhizomen und hatte schließlich einen ganzen großen Korb voll geerntet. Auch in meinem Ilex und im Wurzelstock einer Rose saßen die Rhizomen, ebenso zwischen den Knollen einer Lilie.
Topinambur der Alleskönner in der Küche
Natürlich bin ich wegen des Nährstoffgehalts und der vielen unterschiedlichen Arten, in denen man Topinambur zubereiten kann, immer wieder hin- und hergerissen. Einerseits möchte ich gerne im Herbst die tolle Knolle ernten, andererseits möchte ich meine anderen Pflanzen vor den Rhizomen des Topinambur schützen. Sicher wäre es besser, den Topinambur in Töpfen zu ziehen. Dafür ist es in meinem Garten leider zu spät und ich befürchte, dass mein „Kampf“ mit der Pflanze lebenslang anhalten wird.
Wissenswertes über Topinambur
Die Blätter des Topinambur werden 7 bis 10 cm breit und bis 10 bis 25 cm lang. Der aufrechte starke Stengel und die Blätter sind rau und behaart. Der Trieb des Topinambur stirbt im Herbst ab.
Die Blütenstände des Topinambur haben einen Durchmesser von 4 bis 8 cm und sitzen in den Achseln der oberen Laubblätter. Die Blütezeit von Topinambur liegt zwischen August und November. Als Kurztagespflanze blüht sie aber erst, wenn eine bestimmte Tageslänge unterschritten wird. Die Pflanze überwintert mit Rhizomen, in die der Spezialzucker Inulin eingelagert wird. Die birnen-, apfel- bis spindelförmigen Knollen entstehen an der Sprossbasis, die Knollenhaut ist von beige über gelb bis rosa gefärbt und das Fleisch der Knolle ist weiß. Die Knollen werden etwa so groß wie Kartoffeln. Die Haut der Knolle ist im Gegensatz zu Kartoffeln fein und dünn. Die Knollen ertragen Frost bis -30 °C, wobei der oberirdische Spross nur -5 °C aushält.
Die Knolle des Topinambur ist nicht nur kulinarisch vielseitig verwendbar, sondern auch als Heilmittel, denn sie enthält wertvolle Ballaststoffe, die zum Aufbau der Darmflora beitragen. Auf diese Weise werden die Abwehrkräfte gestärkt und eine gesunde Verdauung gefördert. Topinambur schützt vor Magen-Darm-Erkrankungen und kann auch vor Diabetes schützen.
In einem Artikel im Internet habe ich viel Wissenswertes über den Topinambur gefunden. Deshalb möchte ich diesen Artikel hier übernehmen. Er wurde vom Zentrum der Gesundheit verfasst. Die Adresse des Urhebers findest du am Schluss des Artikels.

Text und Fotos: © Xenia Marita Riebe

 

Hier der Artikel von “Zentrum der Gesundheit.de”

Der Topinambur (Helianthus tuberosus) zählt wie die Ringelblume oder die Echte Kamille zur Familie der Korbblütler. Die in der Erde befindliche Knolle der Pflanze wird ebenfalls als Topinambur bezeichnet. Die Pflanze bzw. ihre Knolle ist auch als Erdapfel, Jerusalem-Artischocke, Ewigkeitskartoffel, Knollensonnenblume oder Indianerknolle bekannt.

Alle diese Bezeichnungen führen uns dem Topinambur schon etwas näher, denn er wächst wie die Kartoffel unter der Erde, schmeckt ein wenig nach Artischocke, sieht dem Ingwer ziemlich ähnlich, ist mit der Sonnenblume eng verwandt und wurde von den indigenen Völkern in Mittel- und Nordamerika bereits in der vorkolumbischen Zeit als Lebens- und Heilmittel sehr geschätzt.
Die Menschen in Europa wurden auf den Topinambur erst im Jahre 1610 aufmerksam. Französische Auswanderer hatten dank des Topinamburs und seines Nährstoffreichtums eine Hungerkatastrophe überlebt und schickten einige der kleinen Knollen in ihre frühere Heimat. Benannt wurde der Topinambur nach dem brasilianischen Indianerstamm Tupinambá, der mit der Wurzelknolle zwar nichts am Hut hatte, aber zufällig gerade in Frankreich zu Gast war, als man die Knolle dort ausgiebig testete.
Warum der Topinambur in Vergessenheit geriet
Da der Topinambur in Europa auf viel Begeisterung stieß, wurde er dort auch angebaut und galt bis ins 19. Jahrhundert als ein wichtiges Nahrungs- und Futtermittel. Heute finden sich die Hauptanbaugebiete in Nordamerika, Asien und Australien.

Zudem werden die Knollen in Südfrankreich, den Niederlanden, der Schweiz (z. B. im Seeland) und in Deutschland (z. B. in Niedersachsen und Baden) im kleinen Stil erwerbsmäßig kultiviert. Aus diesem Grund ist der Topinambur meist nur in Bioläden oder auf Wochenmärkten erhältlich.

Dass der Topinambur an Bedeutung verloren hat, liegt darin begründet, dass er seit Mitte des 18. Jahrhunderts mehr und mehr von der ergiebigeren Kartoffel verdrängt wurde. Dies ist mitunter darauf zurückzuführen, dass die Kartoffel eine bessere Lagerfähigkeit aufweist, während man den Topinambur am besten innerhalb weniger Tage nach der Ernte verzehrt.

Mittlerweile erlebt der Topinambur allerdings eine kulinarische Renaissance, denn er ist nicht nur besonders schmackhaft, sondern enthält auch eine ganze Reihe gesunder Inhaltsstoffe.

Topinambur: Eine vitamin- und mineralstoffreiche Knolle
Der Topinambur enthält viele verschiedene Vitamine und Mineralstoffe, die zur Gesundheit beitragen und von denen einige in Bezug auf die Erfüllung der empfohlenen Tagesdosis (RDA) durchaus von Relevanz sind. In 100 Gramm Topinambur finden sich z. B. rund:

  • 0,2 mg Vitamin B1 (14 Prozent der RDA): Ist wichtig für den Kohlenhydrat- und Aminosäuren-Stoffwechsel und das Nervensystem.
  • 1,3 mg Vitamin B3 (7 Prozent der RDA): Trägt zur Regeneration der Nerven, der Muskeln und der Haut bei.
  • 4 mg Vitamin C (7 Prozent der RDA): Wirkt antioxidativ, indem freie Radikale im Körper gebunden und unschädlich gemacht werden.
  • 4 mg Eisen (25 Prozent der RDA): Ist im Körper für den Sauerstofftransport zuständig.
  • 500 mg Kalium (25 Prozent der RDA): Spielt in Bezug auf den Flüssigkeitshaushalt und die Weiterleitung von elektrischen Impulsen an Nerven- und Muskelzellen eine entscheidende Rolle.
  • 0,1 mg Kupfer (7 Prozent der RDA): Ist an der Bildung der roten Blutkörperchen beteiligt und ist wichtig für das zentrale Nervensystem.

Topinambur: Die Nährstoffe

Die Topinambur besteht zu etwa 80 Prozent aus Wasser und enthält praktisch kein Fett. Mit ihren 73 Kalorien und dem hohen Ballaststoffanteil ist die Knolle ideal, um das Abnehmen zu unterstützen. In 100 Gramm Topinambur stecken rund:

  • 2 g Eiweiss
  • 0,4 g Fett
  • 17 g Kohlenhydrate
  • davon 12 g Ballaststoffe

Dabei enthält der Topinambur zwei spezielle lösliche Ballaststoffe, die medizinisch in vielerlei Hinsicht von grossem Wert sind. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde von Forschern festgestellt, dass manche Lebensmittel deshalb so gesund sind, weil sie besonders viel von zwei bestimmten Stoffen enthalten: Inulin – nicht zu verwechseln mit dem Hormon Insulin! – und Oligofructose (FOS). Topinambur ist eines dieser so besonders inulinreichen Lebensmittel.

In 100 Gramm der Knolle stecken rund 16 Gramm Inulin. Laut Experten reicht jedoch schon eine Dosis von 8 Gramm Inulin pro Tag aus, um auf die Darmfunktion eine präbiotische Wirkung zu haben.

Topinambur: Inulin und FOS sorgen für eine geregelte Verdauung

Inulin und FOS dienen dem Topinambur und vielen weiteren Pflanzen wie z. B. dem Chicorée und der Artischocke als Reservestoff, der in der Pflanze gespeichert wird und ihr bei Bedarf – z. B. bei Trockenheit – zur Verfügung steht.

Inulin und FOS sind Polysaccharid-Gemische, die aus Fructose-Molekülen zusammengesetzt sind und ähnliche ernährungsphysiologische Eigenschaften haben. Sie zeichnen sich beide dadurch aus, dass die Verbindungen zwischen besagten Molekülen im Darm nicht aufgespalten werden, unangetastet durch den Dünndarm wandern und dann intakt in den Dickdarm gelangen.

Dort freuen sich die nützlichen Darmbakterien (insbesondere die gesundheitsfördernden Bifidobakterien), da sie sowohl Inulin als auch FOS als Nahrung nutzen und verstoffwechseln können. Beide Stoffe sind also sog. Präbiotika, was bedeutet, dass sie den nützlichen Darmbakterien als Nahrung dienen, deren Anzahl vervielfachen und auf diese Weise eine gesunde Darmflora fördern, die bekanntlich wiederum Voraussetzung dafür ist, um gesund und munter zu bleiben.

Bitte verwechseln Sie den Begriff Präbiotika nicht mit Probiotika. Letzteres bezeichnet die probiotischen Bakterien selbst, während mit Präbiotika die Nahrung für eben jene Bakterien bezeichnet wird.

Eine präbiotische Wirkung zeigt sich im Darm darin, dass das Stuhlgewicht und auch die Stuhlfrequenz erhöht werden, so dass – wie etliche Studien mittlerweile gezeigt haben – insbesondere Menschen mit Darmträgheit von Inulin und FOS profitieren können.

Topinambur: Präbiotika schützen vor Magen-Darm-Erkrankungen

Präbiotika haben den grossen Vorteil, dass sie die Zusammensetzung der Darmflora positiv beeinflussen, indem sie den nützlichen Bakterien als Nahrungsquelle dienen und deren Wachstum im Darm anregen. Es gilt mittlerweile als erwiesen, dass mit Hilfe von Inulin und FOS der Anteil der Bifidobakterien im Darm auf über 80 Prozent ansteigen kann.

Laut einer Untersuchung an der University of Toronto führte die Einnahme einer Tagesdosis von nur 5 Gramm FOS innerhalb von nur 11 Tagen zu einem signifikanten Anstieg der Bifidobakterien. Diese winzigen Darmbewohner tragen zu unserer Gesundheit bei, da sie z. B. die Vermehrung krankmachender Bakterien und Viren hemmen, das Immunsystem stärken und effektiv vor Magen-Darm-Erkrankungen wie Darmkrebs schützen.

Topinambur hält die Knochen gesund

Die präbiotischen Inhaltsstoffe des Topinambur tragen auch dazu bei, dass die Aufnahme bestimmter Nährstoffe verstärkt wird. So haben belgische Forscher vom Cargill R&D Centre Europe festgestellt, dass durch Inulin und FOS die Calciumaufnahme erhöht und dessen Verwertung signifikant verbessert wird.

An der Studie nahmen 100 Kinder teil. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die verbesserte Verwertung einerseits zu einer Erhöhung des Calciumanteils in den Knochen und andererseits zu einer Steigerung der Knochendichte führte.

Gerade im Kindesalter ist es ja besonders wichtig, dass einem Mangel an Calcium vorgebeugt wird, da die “Knochenbank” in jungen Jahren aufgefüllt wird, von der man dann im Erwachsenenalter zehrt. Die Forscher gaben ausserdem an, dass Inulin in Kombination mit FOS besonders wirksam ist und eine reale Möglichkeit darstellt, um Erkrankungen wie der Osteoporose nachhaltig vorzubeugen. Weitere diesbezügliche Infos finden Sie unter: Inulin beugt Osteoporose vor.

Topinambur: Die Diabetiker-Kartoffel

Der Topinambur wird auch als “Diabetiker-Kartoffel” bezeichnet, da er in der traditionellen Heilkunde schon lange bei diesbezüglichen Beschwerden eingesetzt wird. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Topinambur den Blutzuckerspiegel kaum beeinflusst. Gleichzeitig fördert Inulin eine gesunde Darmflora und diese schützt wiederum vor Diabetes (Typ 1 und Typ 2), wie wir hier bereits erklärt hatten: Probiotika bei Diabetes und Diabetes durch kranke Darmflora

Kanadische Forscher vom Alberta Children’s Hospital stellten im Jahr 2016 beispielsweise fest, dass Patienten mit Diabetes im Vergleich zu Menschen ohne Diabetes eine veränderte Darmflora aufweisen, welche mit einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmschleimhaut, mit Entzündungen und mit einer Insulinresistenz in Verbindung gebracht werden kann.

An der Studie nahmen Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 17 Jahren teil, die seit mindestens einem Jahr an Diabetes Typ 1 litten. Ein Teil der Kinder erhielt für 12 Wochen ein Präbiotikum (8 Gramm täglich eine Mischung aus Inulin und FOS), der andere Teil ein Placebo.

Die Forscher kamen zum Schluss, dass die präbiotischen Präparate die Darmflora ändern, Entzündungen hemmen, die Durchlässigkeit des Darmes bessern und auf diese Weise zu einer besseren Blutzuckerkontrolle, sprich einem geringeren Diabetes-Risiko führen. Wird der Blutzuckerspiegel nun aber stabilisiert, werden die Bauchspeicheldrüse und die Leber entlastet und das Diabetesrisiko sinkt weiter.

Zusätzlich soll der regelmässige Verzehr von Topinambur die Cholesterin- und Blutfettwerte senken und beim Abnehmen helfen, wodurch das Risiko für Diabetes-Typ-2 weiter reduziert wird. Die enthaltenen Ballaststoffe quellen nämlich bei genügender Flüssigkeitszufuhr auf, wirken dadurch Heisshungerattacken entgegen und rufen ein rasches und intensives Sättigungsgefühl hervor. Man isst weniger, das Abnehmen gelingt leichter und Risiken für chronische Krankheiten, die mit Übergewicht einhergehen, schwinden.

Topinambur in der Volksheilkunde

Der Topinambur wird in der Volksmedizin verschiedener Kulturen schon lange erfolgreich zur Behandlung diverser Krankheiten und zur Linderung verschiedener Leiden verwendet und hat sich vordergründig abgesehen vom Diabetes in den folgenden weiteren Bereichen bewährt:

  • Magen-Darm-Beschwerden (z. B. erhöhte Magensäureproduktion)
  • Rheuma
  • Kraftlosigkeit und Schlaflosigkeit
  • Trockene Haut und Ekzeme

In der traditionellen Heilkunde kommen aber nicht nur die Knollen, sondern auch die Blätter und Blüten des Topinambur zum Einsatz. Inzwischen haben schon zahlreiche Studien bestätigt, dass die darin enthaltenen Polyphenole eine antioxidative, entzündungshemmende sowie krebsvorbeugende Wirkung haben. Den Topinambur-Blättern wurde bereits ein grosses Potenzial als Antioxidans bescheinigt.

Zudem haben Laboruntersuchungen gezeigt, dass die Blätter weitere sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Sesquiterpenlactone) enthalten, die gegen krankmachende Bakterien, Viren, Pilze und Tumoren wirken.

Topinambur: Die Heilanwendungen

Leider wissen die wenigsten Menschen, dass der Topinambur – sowohl seine Blätter, Stängel, Blüten als auch seine Knollen – zahlreiche Heilanwendungen ermöglicht. Fünf davon möchten wir Ihnen kurz vorstellen.

1. Topinambur-Bad

Wenn Sie an trockener Haut leiden, kann ein Topinambur-Bad Linderung verschaffen. Giessen Sie etwa 500 Gramm frische oder 150 Gramm getrocknete Stängel und Blätter mit 3 Liter heissem Wasser auf und lassen Sie den Aufguss einige Stunden ziehen. Sieben Sie dann den Aufguss ab und giessen Sie ihn in Ihr Badewasser.

2. Topinambur-Auflage

Bei Hautproblemen und Rheuma kann auch eine Auflage sinnvoll sein. Zerreiben Sie eine frische Topinambur-Knolle fein und streichen Sie die Masse auf ein Stück Gaze. Legen Sie die Auflage zweimal pro Tag für 20 Minuten auf die betroffene Hautpartie.

3. Topinambur-Kur mit frischen Knollen

Bei Magen-Darm-Problemen kann es hilfreich sein, vor jeder Mahlzeit eine frische, ungeschälte Topinambur-Knolle zu essen. Die Anwendungsdauer beträgt 2 bis 4 Wochen.

4. Topinambur: Trink-Kur

Pressen Sie die frischen Knollen und nehmen Sie den Topinambur-Saft zweimal pro Tag vor den Hauptmahlzeiten ein. Die Anwendungsdauer liegt zwischen 2 und 3 Wochen.

5. Topinambur-Blüten-Tee

Kochen Sie 4 frische Topinambur-Blüten mit etwa einem halben Liter Wasser auf und lassen Sie den Tee über Nacht ziehen. Sieben Sie anschliessend den Tee ab und trinken Sie ihn für 2 Wochen über den Tag verteilt. Der Tee wirkt z. B. bei Erschöpfung und nervöser Unruhe.

Topinambur bei Fructoseintoleranz und empfindlichem Darm

Da die Bakterien im Dickdarm den Ballaststoff Inulin spalten und unter Gasbildung abbauen, reagieren manche Menschen – insbesondere jene mit empfindlichem Darm – auf Topinambur mit Blähungen oder sogar Bauchweh. Sollten Sie eine ballaststoffreiche Ernährung nicht gewohnt sein, ist es ratsam, den Körper langsam daran zu gewöhnen.

Des Weiteren sollte bei einer Fruchtzuckerunverträglichkeit vorsichtig getestet werden, wie gut die Topinamburknollen vertragen werden. Menschen mit hereditärer Fructoseintoleranz sollten darauf – wie auf andere Lebensmittel mit Fructose – ganz verzichten.

Topinambur: Einkauf und Lagerung

Die Topinambur ist ein typisches Wintergemüse, das von Oktober bis Mai Saison hat. Wie eingangs bereits erwähnt, werden die Knollen relativ selten im Handel angeboten und sind vorrangig in Bioläden oder auf Gemüsemärkten erhältlich. Im deutschsprachigen Raum finden sich jedoch auch immer mehr Supermärkte, in denen sie gekauft werden können.

Es gibt viele verschiedene Topinambur-Sorten – z. B. Gute Gelbe und Rote Zonenkugel – die Farbe der Schalen reicht von rötlich, lila, braun bis weisslich und gelb. Sorten mit heller Schale zeichnen sich durch einen sehr feinen Geschmack aus.

Topinambur-Knollen sind nicht so gut lagerfähig wie Kartoffeln, da sie schneller Wasser verlieren und dadurch schrumpfen. Die frisch geernteten Knollen können aber problemlos für rund 2 Wochen im Kühlschrank oder im Keller gelagert werden. Dabei wird empfohlen, die Knollen ungewaschen aufzubewahren und die Erde erst vor der Verarbeitung abzuwaschen.

Sie können die Lagerzeit allerding bis auf 3 Monate erhöhen, wenn Sie die Knollen in eine mit Sand gefüllte Kiste geben, mit etwa 5 cm Sand bedecken und im Keller kühl und dunkel lagern. Wichtig ist hierbei, dass die langen dünnen Wurzeln nicht entfernt werden.

Ausserdem kann der Topinambur prima eingefroren werden. Sie können die geschälten Knollen ohne Qualitätseinbussen vor dem Einfrieren kurz in siedendem Wasser blanchieren.

Anbau: Topinambur im Garten und Blumentopf

Was gibt es Besseres als Gemüse aus dem eigenen Garten? In puncto Bodenbeschaffenheit und Standort zählt der Topinambur zu den anspruchslosen Gewächsen, die sich auf einem lockeren, leicht sandigen Boden besonders wohlfühlen.

Zudem bevorzugen die Pflanzen einen halbschattigen bis sonnigen Standort. Die leuchtend gelben Blüten sind ein wahrer Blickfang und sorgen im Herbst für ansprechende Farbtupfer. Die Blütezeit dauert von September bis Oktober.

Problematisch kann es jedoch sein, dass sich der Topinambur im Garten sehr schnell ausbreitet – wenn man ihn nicht schnell genug aufisst – weil er dann unterirdisch viele Knollen bildet. Um eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern, sollte der Topinambur daher entweder regelmässig gegessen oder aber in Töpfen gezogen werden.

Im Gegensatz zur Kartoffel ist der Topinambur winterhart und treibt im nächsten Frühjahr ohne Zutun wieder neu aus.

Topinambur: Die Zubereitung

Der Topinambur ist nicht nur gesund, sondern überzeugt dazu in kulinarischer Hinsicht. Was den Geschmack anbelangt, scheiden sich die Geister: Manche Menschen fühlen sich an Kastanien oder Pastinaken, andere an Artischocken oder Spargel erinnert. In Bezug auf die Konsistenz besteht eine Ähnlichkeit zu einer knackigen Kohlrabi.

Bei der Zubereitung beweist der Topinambur Vielfalt. Er kann roh oder gegart, mit oder ohne Schale gegessen werden. Wichtig ist, dass die Knollen unter fliessend kaltem Wasser mit einer Gemüsebürste gründlich gewaschen werden. Da der Topinambur eine sehr dünne Schale hat, ist er schwer zu schälen. Leichter geht es, wenn die Knollen kurz blanchiert, in kaltem Wasser abgeschreckt und dann wie eine Pellkartoffel enthäutet werden.

Da der geschälte und aufgeschnittene Topinambur ähnlich wie ein geschälter Apfel sehr schnell braun wird, sollten Sie ihn rasch verarbeiten. Durch Zugabe von Zitronensaft können Sie die Verfärbung verzögern.

Der Topinambur steht der Kartoffel in nichts nach und kann sowohl als Solokünstlerin als auch als Nebendarstellerin auf ganzer Linie überzeugen. Der grosse Vorteil ist, dass die Topinambur-Knollen sogar roh wunderbar schmecken und sich – gemixt, geraspelt, gewürfelt oder in Scheiben geschnitten – für einen Salat oder auch einen rohen Snack bestens eignen.

Sie können die Knollen ausserdem gut verwenden, um eine leckere Suppe, einen Auflauf, einen Gemüseeintopf oder ein Püree herzustellen. Der nussig-süssliche Geschmack kommt allerdings am besten zur Geltung, wenn der Topinambur gebraten wird. Bevorzugen Sie einen gesunden Snack, dann schneiden Sie die Knollen einfach in hauchdünne Scheiben, beträufeln diese mit etwas Olivenöl und geben Sie sie in den Ofen, bis sie gar sind (ca. 20 Minuten bei 200 Grad) – bessere Chips gibt es nicht!

Selbst in Brot, Backwaren, Obstsalat, Kompott und Desserts kann man den Topinambur verarbeiten. Und vergessen Sie nicht zu würzen: Die Knollen harmonieren ideal mit Muskatnuss, Petersilie, Thymian, Majoran, Chili, Curcuma und Minze.

Autor: Zentrum der Gesundheit.de – Fotos: © Xenia Marita Riebe

Neosmart Consulting AG
Lidostr. 6
CH-6006 Luzern
Letzte Änderung: 17.07.2017

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