Apollo Optik – Ein Erfahrungsbericht

Links, Brille von Apollo
Schlechter Service – Brillenversicherung – Rückgabegarantie

Das Positive vorweg: Bei Apollo Optik werden Brillen bei Nichtgefallen zurückgenommen.
Das Negative vorweg: Bei Apollo Optik entschuldigt sich niemand, wenn alles schief geht.

Der Name Apollo ist für das international agierende Augenoptik-Unternehmen gut gewählt, denn genau wie beim amerikanischen Raumfahrtprogramm gleichen Namens, folgt bei Apollo Optik (zumindest in meinem Fall) eine Panne der nächsten.

Ein Erfahrungsbericht vom Kauf und der Rückgabe zweier Brillen.

Zur Information:

Apollo-Optik hat Vertretungen in etwa 40 Ländern der Welt. In Deutschland betreibt Apollo Optik in ca. 200 Städten rund 800 Fachgeschäfte. Der Unternehmensschwerpunkt liegt auf dem Verkauf von Brillen und Kontaktlinsen.
Und genau dies scheint mir der Schwachpunkt bei Apollo-Optik zu sein. Hier soll verkauft werden. Deshalb wird massiv mit Rabattaktionen um Kunden geworben. Ist der Kunde erst einmal ins Netz gegangen, wird er wahrscheinlich schon bald feststellen, dass er keine Beratung erfahren wird. Auch Unterstützung bei der Wahl der Brillenfassung ist bei Apollo-Optik scheinbar nicht vorgesehen.
Freilich kann ich nur aus eigener Erfahrung berichten und es ist vielleicht vermessen, diese für allgemeingültig zu halten, doch ein Blick ins Internet zeigt, wie groß die Zahl der unzufriedenen Apollo-Optik Kunden ist.

Während ich diesen Artikel schreibe, werde ich ständig daran erinnert, dass ich einen schweren Fehler beging, als ich meinen Fuß in das Geschäftslokal von Apollo-Optik in Mönchengladbach/ Rheydt setzte. Erinnert in sofern, dass ich einen ständigen Schmerz auf der Nase und hinter meinem rechten Ohr fühle, und das, obwohl ich erst vor ca. 2 Stunden zur Korrektur meiner neuen Brille bei Apollo war. Ich werde mich trotz dieses quälenden Schmerzes bemühen, meine Geschichte so objektiv wie möglich zu schildern.
Also, es begann damit, dass meine Arbeitsbrille, die ich mir vor ein paar Jahren bei Optik Schiffers in Rheydt anfertigen ließ, plötzlich aus mir unbekanntem Grund verbogen war. Deshalb beschloss ich, mir eine neue Brille machen zu lassen.
So ging ich zu meinem Augenarzt in der Gemeinschaftspraxis Vision 100, ließ mich untersuchen und bekam dort zwei Rezepte. Ich sollte mir laut Augenärztin eine Nahbrille und eine Gleitsichtbrille machen lassen. Die Nahbrille für feine Arbeiten, auch an meinen Kunstwerken, die Gleitsichtbrille für die Computerarbeit und um sie zu tragen, wenn ich zum Einkaufen gehe, damit ich nicht dauernd meine Lesebrille auspacken muss, um kleine Aufschriften lesen zu können. Das hörte sich vernünftig an und ich wollte mir die Brillen auch gleich machen lassen.
Mehr durch Zufall gerieten mein Mann und ich an einem Samstagvormittag in das Ladenlokal von Apollo Optik in der Rheydter Innenstadt. Ich wollte mir eigentlich nur ein paar Brillenfassungen anschauen, doch schon nach wenigen Augenblicken trat eine der Optikerinnen hinter mich und raunte mir zu, dass es an diesem Tag 50% auf alle Brillenfassungen und Gläser gäbe und noch einmal 50,- € zusätzlich für jede weitere bestellte Brille. Das war wohl auch die Erklärung, warum es in dem Ladenlokal so voll war.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass auch ich innerlich zu rechnen begann, obwohl ich die „Geiz ist Geil Gesinnung“, die heute modern ist, ablehne. Doch auch ich weiß, wie teuer Brillen sein können. Bei zwei Brillen war hier schon eine Ersparnis zwischen 500,- und 800,-€ möglich. Und das ist natürlich sehr viel Geld!

Also schaute ich nun ernsthaft nach Brillenfassungen und beriet mich dabei mit meinem Mann. Dieser lehnte alle Fassungen ab, wenn sie auch nur ein leichtes Leopardenmuster aufwiesen. Schließlich fand ich eine schlichte schwarze Fassung für meine Lesebrille, die mich jetzt quält und eine schicke Fassung für die Gleitsichtbrille, innen Beige und außen Schwarz. Nun folgte eine sehr lange Wartezeit, denn der Platz für die optische Vermessung der Augen war besetzt und schon für viele weitere Kunden reserviert.
Als ich schließlich an der Reihe war, klärte mich die Optikerin darüber auf, dass meine Verordnungen vom Augenarzt völlig fehlerhaft seien. Hier waren falsche Werte eingetragen oder sogar von Hand verändert worden und die Rezepte lauteten beide auf Nahbrillen, obwohl bei einem auch ein Fernwert eingetragen war. Zudem gab es einige Rechtschreibfehler.
Meine Augen wurden vermessen, die Gläser ausgesucht und alles in den PC eingegeben. Dann ließ mich die Optikerin die Aufträge unterschreiben und steckte sie zusammen mit den ausgewählten Fassungen in je eine Plastiktüte. Sie versprach mir eine Benachrichtigung per E-Mail, sobald die Brillen fertig wären. Dies könne aber wegen der vielen Bestellungen 4 Wochen dauern.

Am darauffolgenden Montag scannte ich die Rezepte und die Messungen des Optikers ein und schickte alles mit einer Mail an meinen Augenarzt, mit der Bitte, mir neue Rezepte zuzuschicken. Diese kamen auch ein paar Tage später mit der Post. Auf einem der Rezepte klebte ein Zettel mit einer Entschuldigung und der Versicherung, dass dies nicht mehr vorkommen sollte. Ich bin halt Privatpatientin! Doch leider waren die neuen Verordnungen wieder fehlerhaft. Servicewüste Deutschland! Doch das ließ ich erst einmal auf sich beruhen, denn ich hatte viel zu tun.
Beim Scannen der Bestellung von Apollo Optik war mir allerdings aufgefallen, dass unter jeder Bestellung eine Brillenversicherung eingetragen war. Die eine für 85,-€, die andere für 35,- €. Und beide Bestellungen trugen meine Unterschrift.
Das machte mich sehr skeptisch und auch wütend, denn die Optikerin hatte nichts von einer Versicherung gesagt. Diese war mir wortlos untergeschoben worden! Ich war nicht gefragt, belehrt oder aufgeklärt worden. Ich hatte keine Versicherungspolice bekommen und wusste nichts über die Leistungen und die Laufzeit der teuren Brillenversicherungen noch, bei welcher Versicherung ich sie abgeschlossen hatte.
Sofort machte ich mich auf den Weg zu Apollo, um die Versicherungsverträge, die ich ja eigentlich gar nicht abgeschlossen hatte, zu widerrufen. Das ist nicht möglich, musste ich hören, denn die Versicherung sei fest mit dem Auftrag verknüpft. Ich könne aber beim Abholen der Brillen auf die Versicherungen verzichten. Dann würde ich auch noch einmal danach gefragt. Das sei so die Regel.

Man sagte mir noch, dass an jenem Samstag etwa tausend Brillen verkauft worden seinen. Und bei diesem Kundenandrang könne es schon passieren, dass die Belehrung über den Abschluss einer Brillenversicherung vergessen würde. Das hieß für mich, dass Apollo-Optik – nur in diesem einen Geschäftslokal in Rheydt – tausend Kunden eine Brillenversicherung verkauft hatte, den meisten wahrscheinlich, ohne sie darüber aufzuklären. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Etwa zwei Wochen später waren mein Mann und ich wieder in der Innenstadt. Wir nutzten die Gelegenheit, uns zu erkundigen, wann ich mit meinen Brillen rechnen dürfe. Ein ausländischer Mitarbeiter von Apollo fragte mich umständlich in schlechtem Deutsch nach meinem Namen, gab diesen in den PC ein und zog dann zwei Plastiktüten aus einer Schublade. Darin meine Brillen. Warum ich denn keine Mail bekommen hätte, wollte ich wissen. Eine andere Optikerin schaltete sich mit der Behauptung ein, dass diese wahrscheinlich in meinem Spamordner gelandet sei. Das war sie aber nicht, ich war schlicht nicht benachrichtigt worden. Der Optiker setzte mir wortlos und im Stehen an der Theke eine Brille nach der anderen auf, bog ein wenig daran herum, hielt mir für 10 Sekunden etwas zu Lesen unter die Nase und begann mit der Abrechnung. Dabei murmelte er den Satz: „Die Brillenversicherungen wollen Sie haben.“
Sofort verneinte ich dies und tatsächlich nahm er die Versicherungen anstandslos zurück. Ich bezahlte und wir gingen.
Zu Hause setzte ich eine Brille nach der anderen auf und besah mich damit im Spiegel. Dabei stellte ich fest, dass mir die Gleitsichtbrille überhaupt nicht stand. Ich schaute sie genauer an und stellte fest, dass sie nicht die von mir ausgesuchte und bestellte Fassung hatte. Sie trug ein Leopardenmuster in der Glasumfassung. Genau das, hatten wir ja ausgeschlossen, da es meinem Mann überhaupt nicht gefällt. Schließlich ist er ja derjenige, der mich tagein tagaus mit meiner Brille anschauen muss. Außerdem hatte die Brille gerade dunkelbeige Bügel, die von meinem schmalen Kopf unschön abstanden. Da man mir bei Apollo keinen Spiegel gegeben hatte, stellte ich dies leider erst zu Hause fest.

Apollo Slogan – 100% Zufriedenheit
Verärgert fuhren wir zurück zu Apollo und wollten vom überall versprochenen Recht auf Rückgabe der Brille bei Unzufriedenheit Gebrauch machen. Dies wurde auch nicht ausgeschlossen. Zuerst sollte ich aber beweisen, dass ich eine andere Fassung ausgesucht hatte. Ich musste diese beschreiben und dann auf den Ständern suchen. Das war für mich leicht, denn als Künstlerin habe ich ein sehr gutes visuelles Gedächtnis. Ich fand die Fassung nach wenigen Sekunden und verblüffte damit die Optikerin so sehr, dass sie zur Filialleiterin ging, um mit dieser zu beraten, was zu tun sei. Mir wurde angetragen, da ich meine ursprüngliche Fassung gefunden habe, eine neue Brille anzufertigen zu lassen. Doch nach allem, was ich erlebt hatte, fehlte mir dazu das Vertrauen. Und tatsächlich nahm Apollo Optik meine Brille zurück. Allerdings musste ich auch den Rabatt für die Zweitbrille zurückgeben. Dies alles dauerte endlos lange. Verträge wurden aufgekündigt und neu geschlossen, Geld zurückerstattet und wieder abgebucht. Endlich war es dann soweit, dass alles geregelt war und ich mit meiner jetzt noch übrig gebliebenen Lesebrille, genau diese, die mich jetzt immer noch quält, nach Hause fuhr.

Heute morgen fuhren wir in die Innenstadt zum Augenarzt Vision 100, um zum zweiten Mal ein neues Rezept zu fordern, denn das benötigen wir für die Abrechnung mit der Krankenkasse. Eine unfreundliche Arzthelferin schrieb wortlos ein neues Rezept und legte es ohne jede Entschuldigung für den zweifachen Fehler vor uns hin. Meine Mühen und der Zeitaufwand zur Korrektur des Fehlers von Vision 100 blieben unbeachtet.
Da meine Lesebrille inzwischen ziemlich heftig drückte, gingen wir gleich zum Optiker und ließen sie richten. Doch dadurch wurde alles nur noch schlimmer. Am Nachmittag war der Schmerz so stark, dass ich meine Brille ständig abnehmen musste. Also setzte ich mich erneut ins Auto und fuhr zu Apollo zurück. Wieder wurde an der Brille herumgebogen. Beim ersten Aufsetzen schien auch alles in Ordnung zu sein. Aber der Schein trügte. Wie schon gesagt, schmerzt die Brille immer noch erheblich und ich werde morgen auch bei dieser Brille vom Recht der Zurückgabe Gebrauch machen.
Übrigens: Während ich heute darauf wartete, dass mir meine Brille erneut angepasst würde, kam ein Herr zu Apollo, um eine Brille zu kaufen. Der Optiker, der kaum deutsch spricht, zeigte ihm die Wand mit den Fassungen und ließ ihn mit der Auswahl der Brille allein.
Ein weiterer Herr betrat den Laden und beschwerte sich über eine Brillenversicherung, die er nicht haben wolle.
Und das ist das einzig Positive, das ich über Apollo Optik sagen kann: Die Brillenrückgabe bei Nichtgefallen sowie die Rücknahme der Versicherung funktioniert. Zwar nicht reibungslos, aber immerhin.
Für mich ist die Apollo-Mission jedenfalls auf ganzer Linie gescheitert. Wenn ich morgen meine zweite Brille zurückgegeben habe, werde ich nie wieder ein Geschäft von Apollo Optik betreten. Reumütig werde ich zu einem Optiker gehen, der sein Geschäft noch selbst führt. Dort werde ich dann die ganze Prozedur der Brillenanfertigung erneut über mich ergehen lassen. Ich werde lieber mehr bezahlen, dafür aber ohne ständige Schmerzen und ohne das Gefühl über die Ladentheke gezogen worden zu sein, meine neue Brille tragen.

Text und Foto: © Xenia Marita Riebe

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5 Kommentare zu “Apollo Optik – Ein Erfahrungsbericht
  1. A.H.-Th. sagt:

    Ich kann mich meinen “Vorschreibern“ nicht anschließen. Hab bereits zwei Gleitsichtbrillen, zwei Gleitsichtsonnenbrillen, Lesebrille und Nahbrille von Apollo. Wurde immer sehr gut beraten, auch in der Auswahl der Gestelle. Bei der ersten Sonnenbrille war mir allerdings dann doch das Glas zu dunkel, was mir anstandslos in ein anderes umgetauscht wurde obwohl es ja meine eigene Schuld war. Die zweite Gleitsichtbrille saß auch nach dem zweiten Mal einstellen nicht richtig, was aber an dem Modell lag. Konnte also keiner was dafür. Hab sie in der Filiale gelassen und wurde am selben Tag angerufen, dass man mir erstmal 10 Gestelle rausgesucht hat, was meinen Vorstellungen entspräche und wo die Gläser reinpassen würden ohne umzuschleifen. Super Gestell gefunden. Musste keine meiner Brillen je nachstellen lassen. Alles super!!! Eine Versicherung wollte ich auch nicht, was sofort akzeptiert wurde. Kann also wirklich nichts negatives berichten. Die Filiale ist in Espelkamp, NRW.

  2. Ida sagt:

    Super froh diesen Erfahrungsbericht gefunden zu haben! Erfahrungsberichte sind äußerst sinnvoll, vor allem Brillen sind eine gute Investition und man sollte eine fundierte Entscheidung treffen dürfen. Ich kaufe mir demnächst eine Gleitsichtbrille und möchte auch eine solche Versicherung.

    • xenia sagt:

      Danke für den Kommentar. Ich möchte aber noch zu der Brillenversicherung sagen, dass ich sie nicht für besonders sinnvoll halte. Wann geht denn eine Brille so kaputt, dass sie für viel Geld repariert werden muss? Das ist doch eher selten und die Versicherung freut sich über satte Gewinne. Wenn denn aber eine Versicherung unbedingt sein soll, könnten Sie vielleicht mal bei Ihrer Hausratversicherung anfragen. Vielleicht gibt es da eine Zusatzleistung wie z.B. für Fahrräder.

  3. Claudia Zühlke-Backhaus sagt:

    Ich habe auch Ähnliches erlebt. Meine Brille verursachte schwere Druckstellen auf/an der Nase. Immer wieder hin zu Apollo, Nasenpads gewechselt, Stellung verändert. Nichts ging! Am Ende zu einem anderen Optiker und in rund 90 Min ein neues Model ausgesucht. Ich bin superempfindlich und meine Apollo-Brille war definitiv zu “schwer”. Meine neue ist aus Titan, die Apollobrille habe ich zurückgegeben und das Geld sofort bar erstattet bekommen. Ärgerlich ist, dass ein Jahr zuvor mit einer anderen Brille ein ähnliches Problem aufgetaucht war und am Ende ich dann eine neue Brille gekauft habe. Das Geld ist allerdings futsch, also habe ich ne Menge Geld bezahlt…Lehrgeld! Lieber einen kleinen Optiker und eine teurere Brille, ne super Beratung und Aufklärung und Zeit zum Aussuchen und Überlegen, als vermeindlich preiswert und mit Lockangeboten mit undurchsichtigen Rabatten.

  4. Ines Leo sagt:

    Ich kann den Bericht nur bestätigen. Habe gestern mit ziemlichen Umständen meine Brille (n) bei Apollo zurück gegeben. Ich bin gespannt, wann ich die 60 € von der Brillenversicherung zurück erhalte …

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