Titelverteidiger Matt Hall wird Zweiter beim Yukon Quest 2018

 

Der erst 26 Jahre alte Matt Hall, der in Eagle in Alaska aufgewachsen ist, wird Zweiter beim 35. Yukon Quest.
Seit dem Checkpoint Mile 101 immer auf der dritten Position – mit Ausnahme von Pelly Crossing – hinter einer starken Paige Drobny, fuhr er in Carmacks erstmalig auf Platz zwei ein. Diesen Rang konnte er bis Whitehorse behaupten und so fuhr er unter großem Beifall der Zuschauer durch das Ziel.

Mit einer Ankunftszeit von 14:42 Uhr Ortszeit war er 10 Tage, 2 Stunden und 41 Minuten unterwegs, um die 1600 Kilometer zwischen Fairbanks in Alaska und Whitehorse im Yukon zurückzulegen.

Hunde von Matt Hall am Ziel

Zweiter zu werden ist für manchen Sportler bitter. Aber der Sieg bei einem Rennen wie dem Yukon Quest hängt nun einmal an vielen unterschiedlichen Faktoren. Es geht hier nicht nur um die Fitness des Mushers, sondern ein ganzes Hundeteam muss mit den Bedingungen des Rennens zurecht kommen. Die extreme Kälte während des Yukon Quest 2018 machte manchen Mushern und ihren Teams sehr zu schaffen. Unter diesen Umständen – und natürlich auch grundsätzlich – sollte auch der Zweite stolz auf seine Leistung sein. Und das ist Matt Hall ganz sicher auch. Er hat ja noch eine lange Karriere als Musher vor sich, bedenkt man, dass der diesjährige Champion bereits 60 Jahre alt ist und sich schon jetzt auf den nächsten Yukon Quest, den von 2019 freut.

Wenn alles glatt läuft wird Laura Neese auf dem dritten Platz in Whitehorse einfahren. Dort wird sie von ihren Eltern und vielen anderen Zuschauern erwartet werden.

Matt Hall

Zur Person Matt Hall

Matt Hall ist im Bush von Alaska in der kleinen Stadt Eagle am Yukon River geboren und aufgewachsen. Großgezogen von seinen Eltern Wayne und Scarlett Hall, tauchte er sofort in ein Leben mit Schlittenhunden ein. Er wurde sehr liebevoll erzogen und lebte in einfachen Verhältnissen. Seine Mutter führte mehr als 20 Jahre den Yukon Quest Checkpoint in Eagle. Deshalb lernte Matt Hall schon als Junge mit Schlittenhunde-Teams umzugehen. Er half dabei, die Gespanne in den Dog Yard zu bringen und bereitete das Strohlager für die Hunde. Was lag da näher, als selbst einmal Musher zu werden.
Auch Matt Halls Vater Wayne ist ein Quest Veteran, der das Rennen dreimal beendete. Er war der erste Musher, der mit allen 14 Hunden ins Ziel kam. Die Liebe zu den Schlittenhunden kam allerdings durch Matts Mutter Scarlett in die Familie. Diese sah nach den Hunden eines Nachbarn, der verreisen musste, und verliebte sich in die Huskies. Bald darauf schaffte sie selbst Schlittenhunde an und die Familie war nur noch mit dem Hundschlitten unterwegs. Die Familie Hall besitzt ihr eigenes Tour-Unternehmen – Bush Alaska Expeditions – was sie seit vielen Jahren betreibt. Matt war mit 16 Jahren bereits der hauptsächliche Tour Guide im Betrieb seiner Eltern. Er führte seine Kunden durch das eiskalte Hinterland Alaskas, über vereiste Trails und durch Overflows auf dem Yukon River.
Seit seinem vierten Lebensjahr steht Matt Hall hinten auf dem Schlitten. Als er alt genug war, ein Team von 8 Hunden selbst zu kontrollieren, fuhr er im Winter mit seinem Vater auf die Trappline auf dem Gipfel des American Summit. Dort gerieten die beiden mehrfach in schwere Stürme, die sie dazu zwangen, draußen auf dem Trail zu übernachten. Matt war 12 Jahre alt, als ihm dies zum ersten Mal widerfuhr.
Das machte ihn hart für den Yukon Quest.

Text: © Xenia Marita Riebe

Video undFotos: ©  Yasmin Maschouf-Hofmann

Matt Hall – Zweiter beim Yukon Quest 2018
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Ein Kommentar zu “Titelverteidiger Matt Hall wird Zweiter beim Yukon Quest 2018
  1. Elftraut Reißig sagt:

    Wir haben Matt Hall beim Finish des Yukon Quest 2018 persönlich kennengelernt. Er ist ein sehr sympathischer junger Mann, der sicher noch eine große Karriere als Musher vor sich hat.
    Er hatte keinerlei Berührungsängste und hat sich mit uns unterhalten und auf unsere Fragen geantwortet – und das sofort nach dem erreichen der Ziellinie: Hut ab!

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