Carmacks im Yukon Territorium – Checkpoint des Yukon Quest

Checkpoint Carmacks Yukon Quest
Der Ort Carmacks, der einst den Namen Tantalus trug, hat 500 Einwohner. Sein heutiger Name geht auf George Carmack zurück, der am Bonanza Creek stellvertretend für seinen indianischen Schwager Keith den ersten Claim anmeldete. Die Goldfunde am Bonanza Creek lösten unter anderem den Klondike Goldrausch aus.
Carmacks liegt sowohl am Yukon River als auch am Klondike Highway und ist deshalb ein Versorgungsort für die vielen Reisenden, die während des Sommers entweder mit dem Wohnmobil oder per Kajak in den Ort kommen. Reichhaltige Vorkommen an Kohle, Kupfer und Gold, die industriell abgebaut werden, bilden ein weiteres Beschäftigungsfeld für die Menschen, die in Carmacks leben.
Es gibt im Ort zwei Tankstellen, das Sunset Motel, den Tatchun-Laden, das Carmacks Hotel und die Tutchone Trading Post. Eine der vier Brücken, die den Yukon River überspannen, befindet sich in Carmacks.
In der Region um Carmacks leben vor allem Angehörige der Little Salmon und der First Nation Indianer. Über deren Kultur informiert das Tagé Cho Hudän Interpretive Centre.
In Carmacks ist jährlich ein Checkpoint des Yukon Quest eingerichtet. Dieser befindet sich im Gemeindehaus.

Auszug aus dem Roman “Alaska Highway Mile 895”.

Kurz bevor ich am Abend Carmacks erreichte, war ich nur noch ein Schatten meiner selbst und hing mehr an meinem Handlebar, als ich auf dem Schlitten stand. Rob wartete schon vor dem Recreation Centre auf mich. Es war ein großes blau gestrichenen Holzgebäude mit halbrundem Eingangsbereich, über dem ein Transparent mit dem Aufdruck „Yukon Quest – Carmacks“ hing.
„Sonja!“, rief er mich an. „Mein Gott, wie siehst du denn aus!“ „Es ging mir unterwegs nicht sehr gut. Aber jetzt ist es schon besser“, beruhigte ich ihn.
Leider durfte Rob mir auch in Carmacks nicht helfen. So nahm ich mich noch einmal zusammen und versorgte mein Team. Zu fressen gab ich den Hunden jetzt Fleisch und Trockenfutter, denn mir fehlte die Kraft, ihnen eine Suppe zu kochen. Das würde ich später nachholen, wenn ich ein wenig geschlafen hatte. Rob war mit mir einer Meinung, dass ich mich zuerst einmal hinlegen musste. Ohne etwas zu mir zu nehmen, legte ich mich in der Turnhalle, die den Mushern als Schlafraum diente, auf eine Gymnastikmatte. Nach drei Stunden Schlaf, hatte ich mich so weit erholt, dass ich meinen Hunden eine leichte Suppe kochen konnte. Dies war unbedingt erforderlich, denn sie mussten ihre Flüssigkeitsreserven auffüllen. Danach stellte ich sie dem Veterinär vor und wieder durften alle Hunde im Rennen bleiben. „Jetzt werde ich versuchen, etwas zu essen“, sagte ich zu Rob.
„Sonja, ich muss dir vorher etwas sagen“, begann Rob zögernd.
Ich schaute ihn fragend an.
„Du darfst dich nicht erschrecken, aber Dietmar ist hier.“
„Wie bitte? Das darf doch nicht wahr sein. Was macht er hier?“
„Er ist vorhin gekommen und sitzt seitdem an einem Tisch, trinkt Kaffee und starrt die Wand an. Ich denke, er ist hier, um dich zu demoralisieren. Am besten ignorierst du ihn einfach. Das wird ihn ärgern.“
„Du hast leicht reden! Ignoriere du den Teufel, wenn er auf der Fensterbank sitzt!“
„Was ist das denn für ein Spruch?“, lachte Rob.
Er war reizend und wollte mich ein wenig aufheitern, was ihm nicht gelang.

Text: © Xenia Marita Riebe

Foto: © Sui Kings

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