Sui Kings – Mit neuem Mut nach Pelly Crossing

Kinderzeichung im Checkpoint Pelly Crossing
Die Stimmung war sehr gedrückt, als Hugh Neff am Freitagabend um 22:05 mit seinen restlichen acht Hunden in Dawson City ankam, berichtete Sui.
Zusammen mit 14 anderen deutschen Yukon Quest Fans ging er zum Zieleinlauf, um Hugh Neff durch seine Anwesenheit moralisch zu unterstützen. Dem zweifachen YQ-Champion hatte beim Yukon Quest 2018 das schlimmste Unglück heimgesucht, das einem Musher passieren kann. Ihm war auf dem Trail ein Hund gestorben.
Nach der Ankunft des Mushers ging die Gruppe noch in den Saloon des Downtown
Hotels. Dort trank Sui ein Abschlussbier mit neuen und alten Freunden. Hugh Neff war nicht dabei.

Die anschließende Nacht sollte kurz werden, denn um sechs in der Früh klingelte schon der Wecker. Nach einem kurzen Frühstück ging es wieder hinaus auf die Bonanza Road, denn Torsten Kohnert durfte um 8:56 Ortszeit den Dog Yard in Dawson verlassen, um in Richtung Whitehorse aufzubrechen. Die Bonanza Road ist ein guter Ort, um die Musher zu sehen, die Dawson City verlassen und noch ein paar gute Fotos von ihnen zu machen.
Sui und seine Freunde warteten und warteten aber kein Torsten Kohnert kam. Es wurde 9:30 und noch immer war nichts von ihm zu sehen. Was Sui und die anderen nicht wusste, Torsten Kohnert hatte aufgegeben. Da konnten sie natürlich lange warten. Es ist doch schade um jede Aufgabe.

Klondike Highway
Sui ging dann zurück ins Hotel, packte seine sieben Sachen und brach auf in Richtung Pelly Crossing, wo sich der nächste Checkpoint befindet.
Die Fahrt war entspannt und führte über den endlos langen schnurgeraden Klondike Highway. Die Temperaturen stiegen langsam aber stetig von -40° auf -25° Celsius. Frühlingsgefühle kamen auf, obwohl der Highway immer noch durch eine tief verschneite Landschaft führte. Aber ein solcher Temperaturunterschied macht schon etwas mit dem Menschen.
Im Checkpoint Pelly Crossing war es noch ziemlich leer. Kinder hatten ein nettes Bild mit Huskies darauf gemalt, dass die Musher und die Fans willkommen hieß.
Da es bis zur Ankunft von Allen Moore noch ein paar Stunden dauerte, ließen unsere Freunde sich in der Halle nieder und schliefen ein paar Stunden. Danach genossen sie ein Chilli und ein Beef Stew mit Blueberry Pie.
Und dann passierte das Unvermeidliche. Wie beinahe jedes Jahr brach in Pelly Crossing die Internetverbindung zusammen.

Lagerfeuer in Pelly Crossing

Draußen am Lagerfeuer trafen Sui, Yasmin und Elke dann wieder auf ein paar Trailbreakers. Sie kamen mit ihnen ins Gespräch und hörten, dass diese, als sie am Freitagmorgen Dawson verließen, -50° Celsius gemessen hatten. Aber jetzt war es ja zum Glück etwas wärmer. Die große ungewöhnliche Kälte hatte natürlich vor allem den Mushern und den Schlittenhunden zu schaffen gemacht. Sui hatte in Pelly Crossing Gelegenheit, mit dem Vater der Musherin Laura Neese zu sprechen. Von ihm erfuhr er, dass Laura und ihr Hundeteam nicht an die tiefen Minustemperaturen gewöhnt sind. Sie hatte immer nur in Michigan trainiert und kam erst ein paar Tage vor dem Start in Fairbanks an. So muss man ihre Leistung wohl noch einmal höher bewerten.
Dann um 1:19 Uhr Ortszeit traf Allen Moore wohlbehalten mit allen 14 Hunden in Pelly Crossing ein und wurde von den Fans freudig begrüßt.
Am Sonntagmorgen saßen die deutschen Fans als einzige schon am Frühstückstisch, während rundherum noch alles schlief. Sie wollten schon bald nach Carmacks aufbrechen, dem nächsten Yukon Quest Checkpoint. Paige Drobny und Matt Hall waren noch nicht in Pelly Crossing angekommen und die anderen Musher natürlich auch noch nicht.
Sui und seine Freunde hatten also die Qual der Wahl. Wegen der großen Zeitdifferenz konnten sie entweder den ersten Musher – Allen Moore – in Carmacks einfahren sehen, oder die Zweite und den Dritten in Pelly Crossing. Mal sehen, wozu sie sich entschieden haben.
Gerade kommt die Nachricht, dass sie die beiden Musher doch noch erwarten wollen. Und dann flugs die 100 Kilometer mit dem Auto nach Carmacks fahren und dann vor Ort sein, wenn Allen Moore kommt.

Text: © Xenia Marita Riebe

Fotos: © Sui Kings, Yasmin Maschouf-Hofmann

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