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		<title>Deutsch &#8211; Kubanische Hochzeit in Havanna &#8211; Teil III</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Xenia Marita Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Sep 2017 09:54:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reisen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; &#160; Mit dem Fotografen durch Havanna Der anstrengendste Teil des Hochzeitstages stand uns noch bevor. Nach der Trauung fuhren wir mit dem Fotografen Yaset Llerena im Hochzeitsauto nach Havanna Vieja. Er sollte dort das Brautpaar porträtieren. Mit von der &#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><b> <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-3258 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsfoto_vieja_s.jpg" alt="Brautpaar in der Altstadt von Havanna, Kuba" width="450" height="299" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsfoto_vieja_s.jpg 450w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsfoto_vieja_s-300x199.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsfoto_vieja_s-100x66.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsfoto_vieja_s-150x100.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsfoto_vieja_s-200x133.jpg 200w" sizes="(max-width: 450px) 100vw, 450px" /></b></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Mit dem Fotografen durch Havanna</b></p>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-3244 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautauto_02_s.jpg" alt="Brautpaar im Brautauto, Havanna, Kuba" width="300" height="200" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautauto_02_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautauto_02_s-100x67.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautauto_02_s-150x100.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautauto_02_s-200x133.jpg 200w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Der anstrengendste Teil des Hochzeitstages stand uns noch bevor. Nach der Trauung fuhren wir mit dem Fotografen Yaset Llerena im Hochzeitsauto nach Havanna Vieja. Er sollte dort das Brautpaar porträtieren. Mit von der Partie waren Vivian und ich. Sie, der Fotograf und der Fahrer saßen vorne im Brautauto auf den hellen Ledersitzen, das Brautpaar und ich hinten. Unseren ersten Stop machten wir an einer kleinen griechisch-orthodoxen Kirche in der Nähe der Plaza de San Francisco de Assis, die in einem kleinen Park mit tropischen Pflanzen stand. Kaum hatte sich das Brautpaar dort für ein Foto aufgestellt, als ein Wärter kam und uns verscheuchte. Also gingen wir weiter zur Plaza de San Francisco und der Fotograf machte ein paar schöne Fotos vor dem berühmten Brunnen mit den vier Löwenskulpturen und vor dem Eingang der Basilika. Weiter ging es zur Plaza Vieja, vorbei an einer Touristengruppe, die scheinbar darauf wartete von einem Bus abgeholt zu werden. Als die Leute das schöne Brautpaar sahen, fingen sie spontan zu applaudieren an, was eine sehr nette und herzliche Geste war.</p>
<p><img decoding="async" class="alignright wp-image-3245 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_hund_s.jpg" alt="Brautpaar in Havanna, Kuba" width="300" height="258" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_hund_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_hund_s-100x86.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_hund_s-150x129.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_hund_s-200x172.jpg 200w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Auf der Plaza Vieja, in deren Mitte ein weißer Brunnen hinter einem schwarzen schmiedeeisernen Zaun steht, stellte der Fotograf das Brautpaar erneut für ein paar Aufnahmen auf. Ein Hund, der das wohl sah und neugierig angelaufen kam, versuchte ständig, in die Tüllblumen von Lindas Brautkleid zu beißen. Er ließ sich einfach nicht verscheuchen, bis Enrique ihn mit dem Brautstrauß bedrohte. Erst dann ließ er ab und trottete von dannen. Linda lachte sehr über diesen penetranten Straßenhund. Den Eingang zu einem schönen Patio blockierte eine große Wasserpfütze. Ich forderte Enrique auf, seine Braut hinüberzutragen, was er auch tat. Kaum standen die beiden für ein Foto bereit, als dem Fotografen das Fotografieren verboten wurde. Die Begründung war, dass dort keine Braut im Brautkleid aufgenommen werden durfte. Die Antwort auf die Frage nach der Begründung, blieb man uns schuldig.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3255 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/prado_hochzeit_s.jpg" alt="Brauttanz auf dem Prado, Havanna, Kuba" width="253" height="380" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/prado_hochzeit_s.jpg 253w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/prado_hochzeit_s-200x300.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/prado_hochzeit_s-100x150.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/prado_hochzeit_s-150x225.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 253px) 100vw, 253px" />Die nächste Station war die russisch-orthodoxe „Gottesmutter-von-Kazan-Kathedrale“, die mit ihren goldenen Kuppeln ein tolles Motiv darstellt. Schön war die Idee, das Brautpaar auf dem Prado, der Prachtstraße von Havanna, zu fotografieren. Dort findet jeden Sonntagnachmittag eine öffentliche Milonge statt, die bei Tango tanzenden Kubanern genauso beliebt ist wie bei Touristen. Auch Linda und Enrique haben dort schon oft getanzt. Auf You Tube findet man eine Unmenge von Videoaufnahmen von dieser Veranstaltung. Auf meine Anregung hin, tanzte das Brautpaar für das Foto und für mein Video einen Tango ohne Musik. Die Aufnahmen wurden herrlich. Trotz der Anstrengung strahlten Linda und Enrique um die Wette. Ich glaube, sie waren sehr glücklich. Zum Schluss gab es noch ein kurzes Fotoshooting am Malec<span style="font-family: Times New Roman,serif">ón.</span></p>
<p>Auf der Fahrt durch die Altstadt von Havanna wäre ich beinahe aus dem Auto gefallen. Ich wollte Linda und Enrique im Auto mit der maroden Kulisse im Hintergrund filmen. Dafür lehnte ich mich weit zurück und drückte mich gegen die Autotür. Diese schloss wohl nicht richtig und ging plötzlich auf. Nur mit letzter Kraft konnte ich mich am Holm der Tür festkrallen und die Tür mit der anderen Hand zuziehen, sonst wäre ich draußen in der Gosse gelandet. Mein schönes silbernes Jäckchen bekam dabei einen häßlichen schwarzen Ölfleck.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3246 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_malecon_s.jpg" alt="Brautpaar am Malecon, Havanna, Kuba" width="249" height="380" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_malecon_s.jpg 249w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_malecon_s-197x300.jpg 197w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_malecon_s-100x153.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_malecon_s-150x229.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_malecon_s-200x305.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 249px) 100vw, 249px" />Nach einem Imbiss im Cafe Fortuna, einem Restaurant, das mit außergewöhnlichen „Möbeln” eingerichtet ist &#8211; man sitzt hier beim Essen beispielsweise in einer Badewanne &#8211; ging es zurück in mein Hotel, das H10 Miramar. Leider durften Vivian und Enrique nicht mit auf das Hotelzimmer, was mich sehr wütend machte. Allein die Tatsache, dass sie Kubaner waren, reichte aus, um ihnen dies zu verwehren. Ich verlangte den Hotelmanager zu sprechen, aber dieser ließ mich 20 Minuten warten und ich gab schließlich auf. Vivian und Enrique wollten sich lediglich ein wenig frisch machen und sich kurz ausruhen, aber die rassistische Einstellung des Hotelmanagments verhinderte dies. Very bad! So machten Linda und ich allein eine Pause, duschten und besorgten im Andenkenladen des Hotels zwölf Flaschen Rum für die Feier. Dieser sollte eigentlich von Freunden Enriques gebracht werden, was aber nicht funktionierte. Um 17:30 holte uns das Hochzeitsauto wieder ab und brachte uns zum Ort des Hochzeitsfestes.</p>
<p><b>Die Hochzeitsfeier</b></p>
<p><b>Der Raum für die Hochzeitsfeier</b></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3252 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeits_raum_s.jpg" alt="Hochzeitsfeier, Havanna, Kuba" width="380" height="253" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeits_raum_s.jpg 380w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeits_raum_s-300x200.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeits_raum_s-100x67.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeits_raum_s-150x100.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeits_raum_s-200x133.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px" />Die Hochzeitsfeier fand in einer Mehrzweckhalle statt, die zu einem ehemaligen oder gar noch aktivem, Strandbad zu gehören schien. Der Raum war sehr groß und hatte einen sehr schönen Boden aus glatten Granitplatten, was ihn zum Tanzen prädistinierte. Der Raum hatte zu beiden Seiten große Fenster und Türen, wodurch er sehr hell, ja, lichtdurchflutet war. An den Längsseiten standen weißgedeckte Tische mit Stühlen in weißen Hussen mit lila Schleifen. Die Stühle waren ein wenig wackelig, aber man konnte bequem darauf sitzen. Enrique hatte einen Disc Jockey engagiert, der eine Musikanlage mit großen Boxen aufgebaut hatte. Als wir in den Raum kamen, lief bereits Musik, obwohl erst ein paar Gäste anwesend waren. Linda trug ihr Hochzeitskleid und Enrique seinen Brautanzug mit Jackett. Sie wurden freudig begrüßt und die anwesenden Freunde gratulierten herzlich. Nach und nach kamen weitere Gäste und man fand sich in der Außenanlage ein. Hier gab es, wie bei uns in Schulgebäuden üblich, einen schmalen, langen, überdachten Bereich, der auch noch andere Gebäudeteile miteinschloss. Die Toiletten waren von dort zu erreichen, wenn es auch nicht ratsam war, dies ohne zwingenden Grund zu tun. Es roch dort sehr unangenehm und sowohl die Toilietten als auch die Handwaschbecken hatten kein Wasser. Die Türen zu den Toilettenkabinen ließen sich weder richtig schließen und erst recht nicht verschließen. Toilettenpapier gab es nicht, aber das waren wir inzwischen gewohnt. In ganz Havanna ist Toilettenpapier Mangelware, auch in den „Supermärkten”.</p>
<p><b>Die Außenanlage</b></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3251 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeit_maedchen_s.jpg" alt="Hochzeitsgaeste, Havanna, Kuba" width="380" height="253" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeit_maedchen_s.jpg 380w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeit_maedchen_s-300x200.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeit_maedchen_s-100x67.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeit_maedchen_s-150x100.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeit_maedchen_s-200x133.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px" />Vor dem überdachten Bereich gab es eine Anlage mit Pflanzen und Wegen. Dort standen alte Palmen und andere tropische Bäume und Pflanzen. Auch einige sehr alte Spielgeräte standen auf einer begrünten Fläche. Auf den Wegen hatten einmal Bänke gestanden, von denen jetzt nur noch die Betonsockel übrig waren. Auf diesen hockten einige der weiblichen Gäste, allesamt schöne junge Frauen in leichten Sommerkleidern. Ein sehr fröhlicher Anblick! Am Strand, der sich unmittelbar an die Anlage anschloss, gab es einen stark verwitterten, lang ausgreifenden Steg, der direkt ins Meer führte. Die Steganlage war sicher einmal sehr imposant gewesen, machte aber jetzt einen schlimmen, verfallenen Eindruck, wie vieles in Havanna. Enrique trug seine frisch angetraute Frau auf den Armen auf den Steg hinaus. Das Foto, das so entstand, hat einen ganz besonderen Reiz. Jugend und Verwitterung, Schönheit und Verfall, Zukunft und Vergangenheit bildeten hier die Pole für eine Fotografie, die wohl einzigartig ist.</p>
<p><b>Linda im After-Wedding-Dress</b></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3249 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_s.jpg" alt="Brauttanz; Havanna, Kuba" width="300" height="252" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_s-100x84.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_s-150x126.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_s-200x168.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Linda hatte sich inzwischen mit Viviens und meiner Hilfe im stinkenden Toilettenraum umgezogen und trug jetzt ihr After-Wedding-Dress und ihre Tangoschuhe. Sie sah sehr schön darin aus. Ihre hübsche, schlanke Figur und ihre schönen Beinen kamen voll zur Geltung. Den Brautschleier behielt sie vorerst an, aber bis zum Schluss überstand er das Hochzeitsfest nicht. Bei einer heißen Salsa rutschte er herunter und Enrique warf ihn seiner Mutter zu. Vivian trug ein kurzes Kleid in schwarzweiß mit einem gewagten Dekollete und einem Rückenteil aus schwarzer Spitze. Sie sah sehr schön darin aus. Auch Enrique hatte sich seines Jackets und der Weste entledigt, denn diese weiter zu tragen wäre bei den Temperaturen unmöglich gewesen. Er schwitzte auch in seinem weißem Hemd, denn er tanzte Tango und Salsa, je nachdem, welche Musik gerade lief. Auch Linda war ständig auf der Tanzfläche, denn alle anwesenden Freunde wollten wenigstens einmal mit der frisch gebackenen Ehefrau tanzen. Natürlich eröffnete das Brautpaar den Tanz zuvor mit einem Brauttanz, der hier kein Walzer, sondern natürlich ein Tango war.</p>
<p><b>Das Gruppenfoto</b></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3250 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/gruppenfoto_hochzeit_s.jpg" alt="Gruppenfoto der Hochzeitsgaeste, Havanna, Kuba" width="450" height="299" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/gruppenfoto_hochzeit_s.jpg 450w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/gruppenfoto_hochzeit_s-300x199.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/gruppenfoto_hochzeit_s-100x66.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/gruppenfoto_hochzeit_s-150x100.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/gruppenfoto_hochzeit_s-200x133.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px" />Auf meine Anregung hin, stellte sich die ganze Hochzeitsgesellschaft für ein Gruppenfoto auf. Ich stand in der zweiten Reihe und wurde von Vivian in letzter Sekunde nach vorn geschoben. Deshalb stehe ich nun etwas breit und protzig in der Mitte des Bildes – was mir sehr peinlich ist – und verdränge beinahe die Braut in ihrem hübschen After-Wedding-Dress. Das Foto insgesamt ist ganz wunderbar. Lauter fröhliche Menschen unter Palmen mit einem Streifen Meer im Hintergrund. Ich hatte bei der Idee zu dem Gruppenfoto einen geheimen Hintergedanken. Von einer Bekannten hatte ich gehört, dass ihre Freundin, die einen Afrikaner geheiratet hat, beim Antrag auf die Familienzusammenführung nachweisen musste, dass sie im Familien- und Freundeskreis des Ehemanns anerkannt ist. Dabei hatte ihr letztlich ein Foto geholfen, das sie und ihren Mann mit Freunden und Verwandten zeigt. Ich dachte mir, dass ein Foto vom Brautpaar mit all seinen Hochzeitsgästen bei der Ausländerbehörde sicher Eindruck machen würde. Und das tat es auch! Linda legte es im Ausländeramt vor. Sie zeigte der Beamtin, das sowohl ihre Mutter, als auch ihre Schwiegereltern, Tanten und Onkel ihres Mannes und viele Freunde bei der Hochzeit anwesend waren. Dies war ein weiterer Beweis dafür, dass es sich hier nicht um eine Scheinehe handelt, was immer wieder unterstellt wurde.</p>
<p><b>Der Brauttanz</b></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3248 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_02_s.jpg" alt="Brauttanz, Havanna, Kuba" width="400" height="289" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_02_s.jpg 400w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_02_s-300x217.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_02_s-100x72.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_02_s-150x108.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_02_s-200x145.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das Fest selbst begann wie üblich mit dem Brauttanz, der hier kein Walzer, sondern ein Tango war und den das Brautpaar sehr leidenschaftlich und leichtfüßig tanzte.</p>
<p>Obwohl ich sehr damit beschäftigt war, das Hochzeitsvideo zu filmen, fiel mir doch auf, dass die Gäste nichts zu trinken hatten. Ich sprach Linda darauf an, aber sie wusste nicht, wie die Bewirtung geplant war. Nach einigem Hin-und Her stellten wir auf jeden Tisch eine Flasche Rum und Plastikbecher dazu. Leider fehlten Cola und Limo, die jemand mitbringen wollte, was aber nicht gelungen war. So schickten wir zwei junge Männer los, ein paar Flaschen davon zu besorgen und endlich konnten sich die Gäste Rumgetränke mixen. Ich hatte für mich drei Flaschen Bier an der Hotelbar gekauft, denn ich vertrage Alkohol nicht so gut und befürchtete, dass mir vom Rum übel werden könnte. Das Problem war nur, dass es keinen Flaschenöffner gab und auch niemanden, der mir beim Öffnen helfen konnte. Ich machte mich auf die Suche und fand draußen einen Arbeiter, der mir behilflich war. Er kramte aus seiner Arbeitstasche ein undefinierbares Werkzeug und entfernte damit den Kronkorken. Er hat sich, glaube ich, ziemlich gewundert, dass ich ihn noch zwei weitere Male um Hilfe beim Öffnen einer Bierflasche bat.</p>
<p><b>Das Hochzeitsfest nimmt seinen Lauf</b></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3253 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsgaeste_s.jpg" alt="Tanzpaare, Havanna, Kuba" width="233" height="300" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsgaeste_s.jpg 233w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsgaeste_s-100x129.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsgaeste_s-150x193.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsgaeste_s-200x258.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px" /> Inzwischen war der Tanz in vollem Gang. Die Paare drehten sich nach den Tangorhythmen und ich begleitete sie mit der Videokamera. Ich hatte dabei das Gefühl, selbst zu tanzen, denn ich bewegte mich mit den Tanzpaaren über die Tanzfläche.</p>
<p>Leider drängte die Zeit ein wenig, denn die Feier musste um 22:00 Uhr beendet werden. Warum, weiß ich bis heute nicht. Deshalb drängte ich gegen 20:00 dazu, das Essen zu verteilen, denn es gab ja auch noch den Hochzeitskuchen, den es aufzuschneiden und zu verspeisen galt.</p>
<p>Auf dem flachen Deckel eines großen Kartons, der als Tablett diente, wurden nun von Enriques Tante die Burgerboxen verteilt. Enriques Verwandte und eine sehr lustige Nachbarin saßen übrigens alle zusammen an einem Tisch. Es waren Regla, Enriques Mutter, drei Tanten, ich glaube ihre Schwestern, ein Onkel und ein Cousin. Leider konnte ich mich mit ihnen nicht unterhalten, da sie kein Englisch und ich kein Spanisch spreche.</p>
<p><b>Das Hochzeitsessen</b></p>
<p>In den Burgerboxen fanden die Gäste je einen Löffel Nudelsalat, der nur aus Nudeln und Mayonaise bestand, und ein halbes belegtes Sandwich. Linda und ich, die einzigen Vegetarier, bekamen Nudelsalat und ein kleines süßes Gebäckstück. Es bestand an diesem Tag keine Gefahr der Gewichtszunahme.</p>
<p>Das Brautpaar tanzte unentwegt mit großer Leidenschaft – meist Tango, aber auch Salsa – flankiert von den vielen Freunden, die offensichtlich alle geübte Tänzer waren. Mal wurde die Braut von einemTänzer aufgefordert, mal nahm der Bräutigam sich einer der schönen jungen Tänzerinnnen an. Enrique tanzte auch mit seiner Mutter und forderte auch mich zu einem Tanz auf. Da ich aber nicht gut im Paartanz bin, fiel dieser Tanz sehr kurz aus, was mir nur Recht war.</p>
<p>Enrique hatte als Überraschung für Linda einen Sänger engagiert, der sehr gut sang und eine professionelle Performance bot. Sehr schön!</p>
<p><b>Der Hochzeitskuchen</b></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3254 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitskuchen_s.jpg" alt="Hochzeitskuchen, Havanna, Kuba" width="300" height="231" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitskuchen_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitskuchen_s-100x77.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitskuchen_s-150x116.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitskuchen_s-200x154.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Der Hochzeitskuchen war inzwischen schon ziemlich weich geworden, denn die Feier fand – nur zur Erinnerung – bei tropischen Temperaturen statt. Enrique hatte sein Jackett schon lange ausgezogen und sich auch der schönen Weste entledigt. Trotzdem war sein Hemd durchnässt vom Schweiß, denn er tanzte Salsa wie der Teufel.</p>
<p>Bevor das Brautpaar den Hochzeitskuchen anschnitt, öffnete Enrique die letzte Sektflasche, die noch von der Trauung übrig war, und trank davon ein Glas mit seiner jungen Frau. Ich wage mir nicht vorzustellen, wie dieser schmeckte, denn er war semi secco und sicher sehr warm. Aber was soll&#8217;s, die beiden hatten ihren Spaß daran. Dann kam der Moment, in dem das große Messer – nach ein para Faxen von Linda – gemeinsam durch den weichen Kuchen geführt wurde. Die Hochzeitsgesellschaft klatschte, Linda lachte und Enrique schaute stolz in die Runde. Dorsey, einer der Freunde aus der Galerie El Ojo del Ciclon, nahm es auf sich, den Kuchen weiter zu zerteilen und die Portionen in die noch übriggebliebenen Burgerboxen zu legen. Dabei beschmierte er seine Hände und auch sein Gesicht mit Sahnecreme, was sehr lustig war und das Brautpaar zu immer neuen Lachsalven anregte. Nach kurzer Zeit war der ganze Dorsey über und über mit Tortencreme beschmiert, was ihm selbst die größte Freude bereitete. Wieder ging Enriques Tante mit dem Pappkarton umher und bot den Gästen von dem Kuchen an, der nicht gerade appetitlich in den weit geöffneten Burgerboxen angerichtet war. Aber die Hochzeitsgesellschaft störte das nicht. Jeder wollte etwas von dem Kuchen haben, und er schien auch allen gut zu schmecken. Ich habe ihn nicht probiert, weil ich ahnte, dass er mir zu süß sein würde.</p>
<p>Aus den umstehenden Gästen bildeten sechs junge Frauen spontan eine Reihe und bewegten sich zur Musik wie nach einer eingeübten Choreografie. Einige Männer gesellten sich dazu und im Nu bildeten sich Paare, die, sich gegenüberstehend, nach den heißen Rhythmen tanzten.</p>
<p><b>Linda wirft den Brautstrauß</b></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3257 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautstrauss_werfen_s-1.jpg" alt="Linda wirft den Brautstrauss" width="264" height="300" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautstrauss_werfen_s-1.jpg 264w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautstrauss_werfen_s-1-100x114.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautstrauss_werfen_s-1-150x170.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautstrauss_werfen_s-1-200x227.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 264px) 100vw, 264px" />Dann war es soweit: Der Brautstrauß sollte geworfen werden. Die heiratswilligen Frauen stellten sich in der Mitte des Raumes auf und Linda stellte sich mit dem Rücken zu ihnen. Dann hob sie den Brautstrauß hoch über den Kopf und schleuderte ihn hinter sich. Alle Frauen reckten sich in die Höhe und versuchten, den Strauß aufzufangen. Doch keiner gelang dies und er fiel zu Boden. Eine junge Afro-Kubanerin sah das, bückte sich blitzschnell und zeigte ihre Beute jubelnd den umstehenden Gästen. Sie lachte glücklich in meine Kamera und ich glaube, sie sagte, dass dies das zweite Mal war, dass sie einen Brautstrauß gefangen habe. Dann lief sie zu ihrem Freund und umarmte ihn stürmisch.</p>
<p>Nun war es an Enrique, das Strumpfband der Braut zu werfen. Die unverheirateten Männer stellten sich hinter ihm auf und tatsächlich fing der Freund der glücklichen Brautstraußfängerin das Strumpfband. Die junge Frau war von Freude überwältigt, hieß dies doch nach ihrer Interpretation, dass eine Hochzeit mit ihrem Liebsten nun sicher vorausbestimmt war.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3256 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/strumpfband_werfen_s.jpg" alt="Enrique wirft das Strumpfband" width="300" height="243" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/strumpfband_werfen_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/strumpfband_werfen_s-100x81.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/strumpfband_werfen_s-150x122.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/strumpfband_werfen_s-200x162.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Kurz darauf gab es großen Spaß beim Wechseltanz. Enrique und Linda tanzten mit ihren Freunden im Wechsel Tango. Abgeklatscht wurde alle paar Minuten, wobei es besonders lustig anzusehen war, wenn Enrique mit einem Freund tanzte. Bei Linda mit einer Freundin sah das Ganze weniger befremdlich aus. Alle hatten ihre Freude an diesem lustigen Reigen.</p>
<p><b>Das Fest wurde abrupt beendet</b></p>
<p>Leider wurde kurze Zeit später das schöne Hochzeitsfest jäh unterbrochen, als ein paar Männer in den Saal kamen und damit begannen, die Hussen von den Stühlen zu ziehen und die Tischdecken abzunehmen. Der restliche Rum wurde unter den Gäste verteilt, die Musikanlage abgebaut, der Müll eingepackt und vorbei war das Hochzeitsfest, ohne einen Ausklang gefunden zu haben. Schade!</p>
<p>Ich wurde mit dem Brautauto ins Hotel gebracht und trank an der Bar noch ein letztes Bier, bevor ich müde auf mein Zimmer ging.</p>
<p>Zwei Tage später verließ ich Havanna und ließ meine nun glücklich verheiratete Tochter bei ihrem Mann zurück. Das junge Paar brach bald darauf zu einer kleinen Hochzeitsreise zu einem Badeort auf Kuba auf.</p>
<p>Lies auch: <a href="https://bild-art.de/hochzeit-in-havanna">Teil I</a> und <a href="https://bild-art.de/hochzeit-in-havanna-teil-2">Teil II</a></p>
<p>Text: ©Xenia Marita Riebe</p>
<p>Fotos: ©Yaset Llerena, Marion Ehrhardt</p>
<p>Diese schöne Fototasse mit einem Motiv aus Kuba findest du in meinem <a href="https://bild-art.de/produkt-kategorie/bedruckte-tassen">Shop</a>. 8,50 €</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-3078 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/tasse_hermosa_kuba_s.jpg" alt="Tasse mit Retro-Werbung &quot;Hermoso y en Negrilla&quot;" width="300" height="278" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/tasse_hermosa_kuba_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/tasse_hermosa_kuba_s-100x93.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/tasse_hermosa_kuba_s-150x139.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/tasse_hermosa_kuba_s-200x185.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Vierzehn Tage in Havanna</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Xenia Marita Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Sep 2017 18:46:07 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-3053 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/taxi_titel_s.jpg" alt="Oldtimer auf Kuba" width="450" height="300" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/taxi_titel_s.jpg 450w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/taxi_titel_s-300x200.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/taxi_titel_s-100x67.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/taxi_titel_s-150x100.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/taxi_titel_s-200x133.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px" /></p>
<p>Einem langgehegten Wunsch folgend, reiste ich mit meiner Tochter Linda nach Havanna.</p>
<p>Wir landeten an einem heißen Abend auf dem Jose Marti International Airport. Die schwüle Hitze empfing uns mit der ganzen Wucht einer tropischen Nacht. Nachdem wir die Passkontrollen hinter uns hatten, eilten wir zu den Gepäckbändern, denn wir wollten so schnell wie möglich an die frische Luft. Dass es diese in Havanna nicht gibt, ahnten wir noch nicht. Aber unsere Eile war völlig fehl am Platz, denn wie wir schon sehr bald feststellen mussten, waren wir bereits im real existierenden Sozialismus angekommen. Gefühlt alle 20 Minuten plumpste ein Koffer auf das Gepäckband und drehte einsam seine Runden, bis einer der unzähligen Reisenden ihn an sich nahm.</p>
<p>Na, das kann ja heiter werden, dachte ich. Und damit sollte ich Recht behalten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3063 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/ford_kuba_s.jpg" alt="Oldtimer auf Kuba" width="300" height="225" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/ford_kuba_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/ford_kuba_s-100x75.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/ford_kuba_s-150x113.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/ford_kuba_s-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Endlich vor dem Flughafengebäude angekommen, schauten wir uns nach dem Fahrer um, der uns abholen sollte. Aber weder unsere Namen, noch der Name der Casa, die wir gebucht hatten, war auf einem der Schilder zu sehen. Wir warteten geduldig, denn wir glaubten, dass sich unser Fahrer wahrscheinlich verspätet hatte. Immer wieder drehte eine von uns eine Runde durch die wartenden Flugpassagiere und die Fahrer mit ihren Pappschildern. Von unserem Transfer gab es aber keine Spur. Nach und nach leerte sich der Vorplatz des Flughafens und schließlich blieben wir allein im Dunkeln zurück, immer umkreist von Taxifahrern, die uns ihre Dienste anboten. Wir versuchten mit unserer Vermieterin zu telefonieren, was aber leider erfolglos blieb. Schließlich entschieden wir uns, mit einer Taxifahrerin in die Altstadt von Havanna zu fahren, denn dort sollte unsere Casa liegen. Diese Taxifahrerin war die einzige Autofahrerin, die wir in Havanna sehen sollten. Hätten wir dies geahnt, so hätten wir sie wahrscheinlich wie ein seltenes Tier beäugt. Da wir aber nach europäischen Mustern dachten, war es für uns völlig normal, mit einer Frau in Richtung Habana Vieja aufzubrechen. Sie war eine von den schönen vollschlanken Mulattinnen, die im Stadtbild Havannas häufig zu sehen sind. Sie war freundlich, gar lustig und spielte kubanischen Son auf ihrem Radio. Ich konnte mir gut vorstellen, dass sie Sonntags in weißen Kleidern zu den Demonstrationen der „Las Damas de Blanco“ ging, den „Frauen in Weiß“, die jeden Sonntag aufs Neue in Havannas Innenstadt für die Freilassung ihrer Männer oder Söhne demonstrieren, oder einfach nur für die Einhaltung der Menschenrechte.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3057 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/del_medio_xenia_s.jpg" alt="La Bodeguita del Medio, Havanna, Kuba" width="200" height="300" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/del_medio_xenia_s.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/del_medio_xenia_s-100x150.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/del_medio_xenia_s-150x225.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" />Diese stattliche Frau steuerte ihren alten Ford, Jahrgang 1953, sicher durch den immer noch zähen Verkehr Richtung Innenstadt. Dabei versuchte sie, sich mit ihren wenigen Brocken Englisch mit uns zu unterhalten. Sie lachte viel und dunkel, hielt aber dabei immer alles fest unter Kontrolle. In der Altstadt angekommen, hatte sie allerdings Probleme, die Straße zu finden, in der unsere Casa liegen sollte. Sie cruiste mit uns durch die engen dunklen Straßen, hupte, um die schlafenden Hunde zu vertreiben, die zu Dutzenden eingerollt auf der Fahrbahn lagen. Menschen sprangen geschickt, aber lässig zur Seite, wenn sie um die Ecken bog, immer eine schwarze Abgasfahne hinter sich herziehend. Sie fragte hier und dort nach der Villegas, der Adresse auf unserem Zettel und traf schließlich auf einen Mann, der behauptete, der Besitzer der Casa zu sein. Er war betrunken und roch nicht besonders gut. Außerdem machte er einen zerlumpten, schmutzigen Eindruck, spielte sich aber auf wie ein Großgrundbesitzer. Er schloss eine Haustür auf, an der wir uns nur schwerlich vorbeidrücken konnten, denn der Eingangsbereich dahinter war winzig. Dann standen wir vor einer steilen Treppe und der Mann bedeutete uns, nach oben zu gehen. Besonders sicher fühlten wir uns nicht, aber da wir erfahrene Reisende sind, spürten wir keine Angst. Der Mann wollte unbedingt meinen Koffer tragen und als ich ihm dies schließlich erlaubte, wäre er beinahe rückwärts damit die Treppe hinuntergestürzt. Entweder fehlte ihm an Kraft oder er hatte einfach zu viel Rum getrunken. Der Aufenthaltsraum der Casa, in den er uns brachte, machte einen ganz passablen Eindruck und schon bald kam auch die Vermieterin. Sie stellte sich als Damaris vor und bat uns Platz zu nehmen. Dann hielt sie uns erst einmal einen Vortrag darüber, wie wir uns in Havanna verhalten sollten. Sie verbot uns auch, Besuch mit in die Casa zu bringen und verlangte, dass ich am nächsten Morgen noch vor dem Frühstück mit ihr zur Bank gehen solle, um das Geld für die Miete abzuheben. Es war inzwischen weit nach ein Uhr morgens. Als ich sie fragte, ob ihre Belehrungen nicht auch bis zum nächsten Tag warten könnten, sagte sie aufgebracht: „Ich muss euch das alles erklären, denn ihr habt ja überhaupt keine Erfahrung.“</p>
<p>Ich musste innerlich lachen. Da sprach eine 27 jährige Kubanerin, die ihr Land noch nie verlassen hatte, von Reiseerfahrung. Ich unterbrach sie einfach und bat sie, uns unser Zimmer zu zeigen, denn wir wollten schlafen gehen, weil wir wirklich sehr müde waren. Dies tat sie, im Schlepptau ihre zwei weißen Schoßhündchen, die sie später als Wachhunde in der Casa zurückließ.</p>
<p>Unser Zimmer war ganz nett und hatte ein eigenes Badezimmer. Damaris verbot uns noch, im Zimmer zu essen, da sie sonst Kakerlaken bekäme. Toilettenpapier durften wir, wie auf Kuba üblich, nicht in die Toilette werfen. Wir versprachen dies und sie verabschiedete sich bis zum nächsten Morgen. Kaum war sie weg ging, ich ins Bad und trat als erstes auf eine große Kakerlake. Da Linda und ich aber schon häufig in Afrika waren, regte dies uns nicht weiter auf. Erschöpft von den Anstrengungen der Reise, legten wir uns bald schlafen und schliefen auch sofort ein.</p>
<p>Ungefähr eine Stunde später wurden wir von einem lauten Geräusch geweckt. Ich schaute aus dem Fenster, das auf einen Lichtschacht hinausging und sah tief unten einen Mann hantieren. Er rückte einen schweren Stein zur Seite und startete dann eine Pumpe. Diese pumpte Wasser in einen 2000 Liter Wasserbehälter, der direkt neben unserem Fenster auf einem Betonsockel stand. Es gurgelte und plätscherte mehr als eine Stunde lang und mit demselben Lärm wurde die Pumpe wieder abgestellt und verschlossen. Von Damaris erfuhren wir am folgenden Tag, dass es in Havanna nur für wenige Stunden am Tag Wasser gibt und dass die Bewohner dann ihre Wasserspeicher vollpumpen müssen, wollten sie nicht ohne Wasser dastehen.</p>
<p>„Aber warum gibt es das Wasser mitten in der Nacht?“, fragte ich.</p>
<p>„Das weiß ich nicht“, antwortete sie. „Keiner weiß das. Das Wasser kommt, wenn es kommt.“</p>
<p>Dass dies immer in der Nacht war, ahnte ich da noch nicht und auch nicht, dass eines Morgens unser Zimmer knöchelhoch unter Wasser stehen würde, weil ein Wasserspeicher, der auf einer Zwischendecke über unserem Badezimmer stand, übergelaufen war. Ich trat beim Aufstehen unverhofft in das Wasser und wir mussten feststellen, dass unser Gepäck durchnässt war, das aus Mangel an sonstiger Gelegenheit, vor dem Bett auf dem Boden stand. Kathi, die Frau, die Damaris bei der Arbeit half und die unser Frühstück zubereitete, schien das nicht zu stören. Sie blieb, als wir ihr aufgeregt von der Überschwemmung berichteten in der Küche und zuckte nur die Achseln. Erst sehr viel später schob sie mit einem Abzieher das Wasser auf Anordnung von Damaris mit langem Gesicht aus unserem Zimmer, durch den gesamten Aufenthaltsbereich und zum Balkon hinunter. So viel nur zu der Stimmung, die in unserer Casa herrschte. Es gäbe da noch sehr viel mehr zu berichten, z.B. dass Damaris einfach unsere Lebensmittel in den Müll warf und dass sie uns zu verstehen gab, dass wir immer unter Beobachtung stünden, aber das würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3064 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/kirche_havanna_s.jpg" alt=" Catedral de La Habana " width="300" height="225" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/kirche_havanna_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/kirche_havanna_s-100x75.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/kirche_havanna_s-150x113.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/kirche_havanna_s-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Linda und ich machten uns zu einem ersten Erkundungsgang durch die Altstadt von Havanna auf und schlenderten durch die Calle Obispo zur Plaza de la Catedral, schauten uns die Catedral de La Habana mit den zwei verschieden breiten Türmen an. Von dort gingen wir in die Empedrado und standen schließlich vor der La Bodeguita del Medio, der berühmten Hemingway-Kneipe. Dort gaben ein paar Musiker gerade ein Konzert und wir traten ein, um ein wenig zuzuhören. Dazu tranken wir – äußerst touristisch – einen Mojito, einen Cocktail aus Rum, Zucker, Soja und Limette.</p>
<p>Die Musikkapelle spielte gerade ein bekanntes Stück von Buena Vista Social Club. Ich fühlte mich vollkommen glücklich und lauschte dem Sound der Querflöte, die eine sehr schöne Kubanerin ausdrucksvoll spielte. Dann musste ich kurz zur Toilette und ging durch den Gastraum, dessen Wände über und über mit Unterschriften von Touristen aus aller Welt beschrieben sind. Als ich zurückkam war die Bodeguita war sehr gut besucht. Eine Gruppe Amerikaner war hereingekommen und stand laut redend an der Theke. Nach ein paar Minuten verließ sie die winzige Gaststube wieder und ich nutzte die Chance, um nach meiner Tochter zu sehen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3058 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/del_medio_02_s.jpg" alt="La Bodeguita del Medio, Havanna, Kuba" width="300" height="225" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/del_medio_02_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/del_medio_02_s-100x75.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/del_medio_02_s-150x113.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/del_medio_02_s-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Ich bemerkte, dass der Sänger der Gruppe, ein Afrokubaner heftig mit Linda flirtete. Als die Musiker eine Pause machten, kam er zu ihr herüber und stellte sich vor. Er fragte woher die schöne Linda denn komme und verwickelte sie in ein Gespräch über Musik.</p>
<p>Ich sah mich um. Alles in der Bar erinnerte an den großen Schriftsteller. Über der Theke, hinter der ein Barkeeper pausenlos Mojitos mixte, hing ein Gemälde, das Hemingway zeigte und daneben Fotografien von seinen Weggefährten. Auf die Wände waren Zitate aus seinen Werken geschrieben und auf den übrigen Wandflächen hatten sich über Jahrzehnte hinweg die Gäste mit ihren Namen verewigt. Die Wände waren so dicht beschrieben, dass es den heutigen Gästen schwer fiel, noch ein Plätzchen für ihren Namen zu finden. Selbst die Theke war mit Namen übersät.</p>
<p>Mama darf ich dir&#8230;.Ach, jetzt habe ich seinen Namen vergessen“, sagte Linda.</p>
<p>Wie war noch dein Name?“, fragte sie den Musiker.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3059 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/amaury_s.jpg" alt="Musikgruppe in der La Bodeguita del Medio,Havanna, Kuba" width="300" height="225" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/amaury_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/amaury_s-100x75.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/amaury_s-150x113.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/amaury_s-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />„Amaury“, lachte dieser. „Das ist ein französischer Name. Ich bin ein Sklave von der Elfenbeinküste.“</p>
<p>„Darf ich vorstellen? Das ist meine Mutter.“</p>
<p>„Mama!“, rief Amaury mit hoher Stimme auf eine ganz besondere Weise, lachte mich an und griff nach seinen Rumbakugeln.</p>
<p>Mit seinen Kollegen stellte er sich auf, um das nächsten Musikstück zu beginnen. Die kurze Pause war vorbei.</p>
<p>Linda und ich blieben in der Bar und hörten zu. Die Musik, die die Gruppe nun spielte, hatte einen schnellen Rhythmus. Einer nach dem anderen gaben die Musiker Solos zum Besten. Mal trat der Spieler des Kontrabass hervor und zeigte, was er seinem Instrument entlocken konnte, ein anderes Mal war es einer der Gitarristen, der sein Können zeigte. Am besten spielte aber die Musikerin auf der Querflöte. Sie stand wie selbstverständlich in all dem Trubel und in der Hitze und zauberte mit ihrem Instrument die schönsten Klänge. Dabei wirkte sie so frisch, als stünde sie unter einem Baum im Schatten. Sie trug eine sehr enge rosa Hose und ein weißes enges Top. Amaury führte in einem Sprechgesang einen Dialog mit einem Kubaner, der gerade in die Bar gekommen war. Beide waren gute Sänger, aber Amaury hatte die markantere Stimme. Ihm schien es ein Vergnügen zu sein, zusammen mit dem Gast zu singen. Er strahlte über das ganze Gesicht. Auch er wirkte frisch, obwohl es bereits wieder heiß und schwül war. An der Decke der Bar drehten träge zwei große Ventilatoren.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3055 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/del_medio_01_s.jpg" alt="La Bodeguita del Medio, Habana, Cuba" width="300" height="225" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/del_medio_01_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/del_medio_01_s-100x75.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/del_medio_01_s-150x113.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/del_medio_01_s-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Eine Gruppe aus Kanada war in die La Bodeguita del Medio gekommen. Sie bestand aus jungen Männern, die alle eine dicke Zigarre rauchten. Im Nu war die Luft rauchgeschwängert. Die Männer bestellten je einen Mojito, obwohl offensichtlich war, dass sie bereits betrunken waren, dabei war es noch Vormittag. Nach kurzer Zeit begannen sie die Flötistin anzupöbeln, sodass Amaury eingreifen musste. Zum Glück verließen die Männer die Bar bald darauf und ich konnte wieder durchatmen. Linda schien das alles nicht zu stören. Sie war bester Laune und bewegte sich im Rhythmus der Musik.</p>
<p>In der nächsten Pause kam Amaury zu uns herüber und rückte seine riesige Brille zurecht, die so eindeutig zum Sozialismus passte, als hätte er sie aufgesetzt, um das Klischee zu bestätigen.</p>
<p>„Habt ihr Lust, heute Abend mit mir auszugehen?“</p>
<p>Linda reagierte eher zurückhaltend und wollte gerade ablehnen, als ich erfreut bejahte.</p>
<p>„Wo willst du uns denn hinführen?“, fragte ich.</p>
<p>„Das werdet ihr dann schon sehen. Kommt einfach um 17 Uhr vorbei. Dann bin ich hier fertig und habe frei.“</p>
<p>„So lange musst du noch hier singen?“</p>
<p>„Ja, aber das ist normal.“</p>
<p>Während ich mich auf den Abend freute, blieb Linda skeptisch.</p>
<p>„Was soll denn schon passieren?“, fragte ich. „Wir sind doch zu zweit. Ich finde es großartig, dass wir mit einem Einheimischen ausgehen. Wir werden bestimmt etwas erleben! Anders als die meisten Touristen.“</p>
<p>„Aber wir kennen den Mann doch gar nicht. Wer weiß, wo er uns hinführt.“</p>
<p>„Da habe ich keine Bedenken“, wiegelte ich ab. „Verlass dich auf mein Gefühl.“</p>
<p>Pünktlich um 17 Uhr standen wir vor der Bar. Wir hatten uns hübsch angezogen und zurecht gemacht. Ich trug ein weißes Kleid und Linda ein trägerloses Shirt zu einem glockig geschnittenen leichten Minirock. Ihre dunklen Haare trug sie offen und sie vielen sehr weich über ihre Schultern.</p>
<p>Amaury schien nicht damit gerechnet zu haben, dass wir wirklich kommen würden. Wahrscheinlich lud er ständig Frauen ein, hatte aber selten Erfolg damit. Jedenfalls schien er hoch erfreut zu sein, uns zu sehen. Er half seinen Kollegen, die Instrumente in einem Auto zu verstauen und kam dann zu uns herüber.</p>
<p>„Okay, lasst uns gehen“, sagte er aufgeräumt.</p>
<p>Niemand hätte ihm angemerkt, dass er mindestens sieben Stunden musiziert und gesungen hatte. Nur sein weißer Anzug war ein wenig in Mitleidenschaft gezogen. Amaury zog sein Jacket aus, das er den ganzen Tag tapfer getragen hatte, trotz der drückenden Schwüle. Darunter kam ein schwarzes T-Shirt zum Vorschein, das seine muskulösen Arme freigab. Er trug eine schwere silberne Gliederkette um den Hals, an der eine großes silbernes Kreuz hing. Ein sehr auffälliger Schmuck. Insgesamt war er ein langer schlaksiger Kerl. Er war schlank, aber nicht mager, gutaussehend, aber nicht schön. Seine Augen hinter den großen Brillengläsern wirkten dominierend in seinem dunklen Gesicht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3062 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/christus_statue_s.jpg" alt="Christus Statue, Havanna, Kuba - El Cristo de La Habana, Habana, Cuba" width="225" height="300" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/christus_statue_s.jpg 225w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/christus_statue_s-100x133.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/christus_statue_s-150x200.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/christus_statue_s-200x267.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" />Er führte uns durch die Straßen der Altstadt, vorbei am Hotel Plaza und überquerte mit uns den Passeo de Marti. An der Ecke Consulado und Neptuno blieben wir stehen und winkten einem der privaten Taxis. Ein alter amerikanischer Straßenkreuzer hielt an und wir kletterten auf die verschlissene Rückbank aus Leder. Amaury sagte etwas unverständliches zum Fahrer und los ging die Fahrt durch den chaotischen Verkehr der Stadt. Irgendwo auf der La Rampa stoppte das Taxi und wir stiegen aus.</p>
<p>„Hier herüber“, dirigierte Amaury uns.</p>
<p>Er führte uns auf eine Terrasse, auf der ein paar Plastiktische und Stühle standen. Hinter einer abgenutzten Theke befand sich ein großer Kühlschrank mit Glastür, der außer einigen Flaschen Bier leer war.</p>
<p>Linda hatte Hunger, musste aber feststellen, dass es wieder einmal nur Tortilla gab.</p>
<p>So bestellten wir Tortillas mit Tomaten und Oliven und kauften dazu Bier.</p>
<p>Wir hatten kaum zu essen begonnen, als eine Band in die Terrassenbar kam. Amaury sprang auf und begrüßte die Musiker erfreut.</p>
<p>„Die Jungs werden jetzt gleich für uns spielen“, sagte er. „Ihr werdet sehen, sie sind sehr gut.“</p>
<p>Und schon erklang der erste Song, „Chan &#8211; Chan“ von Buena Vista Social Club. Bald hielt es Amaury nicht mehr auf dem Stuhl. Er ging zur Kapelle hinüber, ergriff das Mikrofon und begann zu singen. Er lieferte sich dabei eine Art Duell mit dem eigentlichen Sänger der Band. Doch Amaury sang viel besser und ausdrucksstarker und der andere Sänger gab sich bald geschlagen. Mit Amaurys Auftritt änderte sich die Musik der Gruppe. Sie wurde schnell und ursprünglich und zog die wenigen Gäste in ihren Bann. Gab Amaury das Mikrofon zurück und kam zu uns an den Tisch, wechselte die Band in Salsarhythmen.</p>
<p>Im Laufe des Abends ergriff Amaury immer wieder die Gelegenheit, seine eigenartigen Sprechgesänge zum Besten zu geben. Die Stimmung war gut und wir wurden immer wieder zum Tanzen aufgefordert. Linda tanzte den kubanischen Salsa, als wäre sie eine Einheimische. Sie hatte den Tanz in Deutschland gelernt und geht dort häufig in Salsalokale. Amaury, der ein Auge auf Linda geworfen hatte, rief immer wieder auf seine verrückte Weise ihren Namen.</p>
<p>„Linda!“, rief er und führte sie zur Tanzfläche. Dort tanzte er mit ihr auf sehr erotische Weise, bis ihm plötzlich einfiel, dass er wieder singen könne. Dann ließ er sie einfach stehen und griff nach dem Mikrofon.</p>
<p>Später am Abend kamen drei russische Touristen mit einer wunderschönen dunkelhäutigen Kubanerin und setzten sich an einen Tisch in der Nähe der Musik. Die Kubanerin, die sehr schlank und beweglich war, tanzte sehr ausdrucksstark den erotischen Salsa. Sie nahm einen Mann nach dem anderen mit auf die Tanzfläche, drehte ihm den Rücken zu, bewegte ihre Hüften und schwang mit ihrem kleinen runden Po vor dessen Unterleib herum. Dabei machte sie grazile Bewegungen mit den Armen, legte diese dem Mann um den Hals, zog ihn zu sich herunter und ließ sich küssen. Die russischen Männer, die sie so umtänzelte, wirkten alle sehr schwerfällig und unbeweglich. Besonders einer, der sehr groß war und einen ziemlichen Rundrücken hatte, erinnerte an einen Tanzbär. Keiner der Männer war in der Lage den Takt zu halten. Es war irritierend, den grotesken Szenen zuzuschauen. Zwischen den Tänzen saß die Kubanerin, die offensichtlich noch sehr jung war, am Tisch der Russen und lutschte an ihrem Daumen. Sie schien dann abzudriften in eine andere Welt, war aber sofort wieder präsent, wenn einer der Männer sie ansprach. Plötzlich tauchten wie aus dem Nichts zwei Freundinnen der Kubanerin auf, die je einen der Männer übernahmen. Auch sie tanzten gut und viel, wenn sie auch dick waren und einen recht primitiven Eindruck machten. Doch das schien die Männer, die inzwischen viel getrunken hatten, nicht zu stören. Irgendwann verließ die Gruppe die Bar und ich fragte mich voller Mitleid, was die Frauen von diesen Männern wohl noch zu erdulden haben würden.</p>
<p>Weit nach Mitternacht schloss die Bar und Amaury rief ein Taxi, um zur Altstadt zurückzufahren. Vor der Casa wurde Amaury plötzlich zudringlich. Er wollte unbedingt mit Linda schlafen und drängte darauf, mit in ihr Zimmer zu gehen. Ich kam ihr zu Hilfe.</p>
<p>„Tut mir leid, Amaury“, sagte ich scheinheilig. „Leider ist es uns verboten, Einheimische mit in die Casa zu nehmen. Man hat uns angedroht, uns bei Zuwiderhandlung für die Tür zu setzen.“</p>
<p>Amaury schaute mich skeptisch an. Aber es schien ihm nicht neu zu sein, dass er als Kubaner draußen bleiben musste. Nach ein paar weiteren schwachen Versuchen, Linda davon zu überzeugen, dass nichts passieren könne, gab er sich schließlich geschlagen und ging enttäuscht davon.</p>
<p>„Das hast du gut gemacht“, lachte Linda. „Ohne deine Hilfe wäre ich ihn nicht mehr losgeworden.“</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3060 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/cafe_paris_02_s.jpg" alt="Cafe Paris, Havanna, Kuba" width="300" height="225" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/cafe_paris_02_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/cafe_paris_02_s-100x75.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/cafe_paris_02_s-150x113.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/cafe_paris_02_s-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Am nächsten Morgen beschlossen wir, unser Frühstück nicht in der Casa einzunehmen. Wir gingen in ein Bistro auf der Calle O`Reilly. Hier lief über der Theke, die ein Relikt aus der Kolonialzeit war, der Fernseher. Es war vormittags gegen zehn. Wir saßen an einem einfachen Holztisch und frühstückten. Der Kaffee war gut und stark doch die Tortilla, die wir, seit wir in Havanna waren, beinahe jeden Morgen aßen, schmeckte ein wenig fad. Schon um diese Tageszeit wurde im Fernsehen eine Baseballübertragung gesendet. Der Ton des Geräts war ziemlich laut gestellt und störte uns bei unserer Unterhaltung. Linda wollte den Kellner gerade bitten, die Lautstärke ein wenig zurückzunehmen, als ich sie auf etwas aufmerksam machte.</p>
<p>„Schau mal, da vorne“, sagte ich und wies mit dem Kopf in Richtung Fensteröffnung.</p>
<p>Dort gab es ein Fenstergitter aus gedrechselten braunen Holzstäben. Die Stäbe wurden von außen von Männerhänden in allen Schattierungen der Farbe braun umfasst, sodass von innen nur die Finger zu sehen waren. Sechs Fingerpaare, die einen braun wie Zimt, die anderen eher kaffeebraun und wieder andere dunkel wie Schokolade, waren das einzige, was von den Zaungästen zu sehen war.</p>
<p>„Das wäre ein gutes Foto“, sagte ich. „Die Aussage dieses Bildes ist kaum zu übertreffen.“</p>
<p>Wir hatten seit unserer Ankunft in Havanna schon häufiger gesehen, dass die Einheimischen draußen vor den Lokalen standen und versuchten, etwas von dem, was sich drinnen abspielte, mitzuerleben. Wir waren uns nicht sicher, warum die Bewohner Havannas nicht in die Bars und Restaurants kamen. War es ihnen verboten oder lag es ganz einfach am finanziellen Gefälle?</p>
<p>„Sie können es sich nicht leisten, hereinzukommen“, vermutete Linda. „Bei einem monatlichen Durchschnittseinkommen von 12 Euro ist das undenkbar. Überlege mal, was hier ein Kaffee kostest.“</p>
<p>„Ja, und ein Bier kostet rund zwei Euro. Deshalb stehen die armen Leute abends auch immer draußen“, fügte ich an.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3068 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/cafe_paris_linda_s.jpg" alt="Junge Frau im Cafe Paris, Havanna, Kuba" width="225" height="300" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/cafe_paris_linda_s.jpg 225w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/cafe_paris_linda_s-100x133.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/cafe_paris_linda_s-150x200.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/cafe_paris_linda_s-200x267.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" />Und so war es wirklich. Ganz gleich, ob wir in das Café Paris gingen oder in eine andere Bar, überall standen draußen Kubaner und schauten in die Lokale, wie in ein Aquarium. Dies gefiel mir nicht, aber ich konnte es nicht ändern. Wann immer ich konnte, gab ich Menschen auf der Straße 5,-Euro, bis Linda sagte: „Du verschenkst noch unser ganzes Geld.“ Und damit hatte sie Recht, wie ich einsah und ich hielt mich ein wenig zurück.</p>
<p>Die Altstadt Havannas wirkte auf uns ein bisschen wie ein Freilichtmuseum. Die meisten Häuser waren ziemlich baufällig, hatten aber doch ihren Charme bewahrt. Die alten Autos, die alle noch aus der Zeit vor der Revolution, also von vor 1959 stammten, waren zum größten Teil sehr gepflegt und glänzten in der Sonne. Wie ihre Besitzer es schafften, die Motoren am Laufen zu halten, war mir ein Rätsel. Jetzt weiß ich, dass die Autos alle Ersatzmotoren haben, die meist zu klein für solch schwere Wagen sind.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3056 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/ojo_ciclon_xenia_s.jpg" alt="Galerie „El Ojo del Ciclón“, Havanna, Kuba" width="300" height="200" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/ojo_ciclon_xenia_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/ojo_ciclon_xenia_s-100x67.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/ojo_ciclon_xenia_s-150x100.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/ojo_ciclon_xenia_s-200x133.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Am dritten Abend in Havanna gingen wir in die Kunstgalerie „El Ojo del Ciclón“, weil wir gehört hatten, dass dort Tango getanzt würde. Dort lernten wir den jungen Künstler Enrique kennen, der uns fortan durch die Stadt führte. Er zeigte uns die Sehenswürdigkeiten, aber auch Stadtteile, die sonst kaum ein Tourist betritt. Dort glaubten wir, in Dar es Salaam zu sein, so arm und dürftig lebten dort die Menschen, die beinahe alle Afrokubaner waren. Wir besuchten das Chinesische Viertel, das Castillo de los Tres Reyes del Morro und setzten mit einer Fähre über den Canal de Entrada, um der großen Christusstatue auf der östlichen Seite der Bahia de la Habana einen Besuch abzustatten. Vormittags waren Linda und ich meist allein unterwegs und besichtigten den den Palacio de los Capitanes Generales, das Museo de Arte Colonial oder das Museo Nacional de Bellas Artes. Nachmittags kam dann Enrique und zeigte uns das andere Havanna.(Näheres über Lindas und Enriques Geschichte findest du in meinem Artikel &#8222;Hochzeit in Havanna&#8220;)<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3054 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/tango_s.jpg" alt="Tango tanzende Paare in der Galerie „El Ojo del Ciclón“, Havanna, Kuba" width="300" height="200" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/tango_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/tango_s-100x67.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/tango_s-150x100.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/tango_s-200x133.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>An einem Tag machten wir einen Ausflug zu Havannas Hausstrand, Playas del Este. Der Weg dorthin war sehr beschwerlich. Wir fuhren mit einem Linienbus, der so vollgestopft mit Passagieren war, dass ich direkt neben dem Fahrer stehen musste. Dort hatte es einmal eine Barriere aus Metall gegeben, die nun abgebrochen war. Der Rest der Stange, ein sehr spitzes und scharfes Metallstück befand sich nun an meiner linken Bauchseite und ich hatte alle Mühe, mich so zu festzuhalten, dass mich die Stange beim Bremsen des Busses nicht verletzte oder Schlimmeres. Mit diesem Bus fuhren wir dann etwa 30 Minuten über die Autobahn. Ich schwitzte schrecklich und der Schweiß lief hinter meiner Sonnenbrille in meine Augen. Ich hatte aber keine Hand frei, um ihn wegzuwischen, denn ich musste mich mit einer Hand an einer Haltestange festklammern und mit der anderen meinen Bauch vor dem Metallrest schützen. Ich konnte also zwischen entzündeten Augen oder einer Wunde am Bauch wählen. Endlich konnten wir den Bus verlassen, mussten dann aber noch mindestens 1 ½ Kilometer durch die sengende Sonne gehen, ehe wir endlich den Strand erreichten.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3065 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/strand_kuba_s.jpg" alt="Strand auf Kuba" width="300" height="200" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/strand_kuba_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/strand_kuba_s-100x67.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/strand_kuba_s-150x100.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/strand_kuba_s-200x133.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /> Dort machten wir es uns unter einer Palme bequem. Wir schwammen, lasen und dösten in der Hitze. Das Meerwasser war warm und brachte keine Erfrischung. Ich war froh, als wir endlich wieder zurückfuhren. An diesem Tag holte ich mir trotz Schatten und Sonnenschutzcreme einen sehr schweren Sonnenbrand, der mein Wohlempfinden in den letzten Tagen in Havanna sehr beeinträchtigte.</p>
<p>Abends saßen wir nun beinahe immer mit Enrique und seinen Freunden auf dem Malecón, oder Linda und Enrique tanzten Tango in der Galerie. Ich besuchte derweil eines der vielen Cafés, trank dort ein Bier und hörte den Musikgruppen zu, die beinahe überall auftraten. Das war sehr schön und ich vermisse es bis heute. Leider bekam ich in den Kneipen meistens nur ein Bier, denn die Planwirtschaft hatte wieder einmal versagt. Auch in den Restaurants war es oft schwierig, etwas zu bestellen. Auf den Speisekarten gab es viele unterschiedliche Gerichte, in Wirklichkeit war die Auswahl aber sehr begrenzt und meistens servierte man uns nur Reis mit schwarzen Bohnen. Wir besuchten auch viele von den kleinen Familienrestaurants, die sich oft auf der 1. Etage eines alten Hauses befanden. Diese Restaurants werden in Havanna „Das letzte Abendmahl“ genannt, weil sie nicht mehr als 12 Gäste bewirten dürfen.</p>
<p>An unserem fünften Tag in Havanna wären wir beinahe von einem Balkon erschlagen worden. Wir hatten gerade einen schönen alten Wagen bewundert und fotografiert. Als wir uns erst wenige Meter davon entfernt hatten, hörten wir einen lauten Knall. Wir drehten uns um und mussten sehen, dass genau dort, wo wir noch vor kurzem gestanden hatten, ein Balkon auf der Straße lag. Er war aus dem dritten Stock abgestürzt und in zahlreiche Stücke zerbrochen. Menschen kamen aufgeregt herbeigelaufen und wir beobachteten aus sicherer Entfernung, wie sie die Trümmer des Balkons zur Seite schoben, damit die Straße wieder befahrbar wurde. Dort lagen sie auch noch am Ende unseres Aufenthalts. In Havanna sagt man, dass man immer in der Straßenmitte gehen soll, damit man nicht von herabstürzenden Gebäudeteilen erschlagen wird. Aber genau das hatten wir gemacht und wären beinahe trotzdem getroffen worden.</p>
<p>Es gibt noch viel über Havanna zu berichten. Positives und Negatives. Probleme gibt es auf Kuba mehr als genug, aber die Menschen, die dort leben, machen das Beste daraus.</p>
<p>Meine Tochter Linda hat in Havanna ihre große Liebe gefunden. Über ihre Hochzeit, die auf Kuba stattfand, berichte ich in einem anderen Artikel &#8211; <a href="https://bild-art.de/hochzeit-in-havanna">Hochzeit in Havanna</a></p>
<p>Text: © Xenia Marita Riebe</p>
<p>Fotos: © Marion Ehrhardt und Xenia Marita Riebe</p>
<p>Diese Fototasse mit einem Motiv aus Kuba findest du neben anderen Kubatassen in meinem <a href="https://bild-art.de/produkt-kategorie/bedruckte-tassen">Shop</a>.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3066 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/tasse_visit_cuba_s.jpg" alt="Tasse mit Retro-Werbung, Visit Cuba, Blue Blog" width="300" height="280" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/tasse_visit_cuba_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/tasse_visit_cuba_s-100x93.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/tasse_visit_cuba_s-150x140.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/tasse_visit_cuba_s-200x187.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bild-art.de/vierzehn-tage-in-havanna">Vierzehn Tage in Havanna</a> erschien zuerst auf <a href="https://bild-art.de">Blue Blog</a>.</p>
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