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	<title>Kälte Archive - Blue Blog</title>
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		<title>Mit der Transsib durch Deutschland</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Xenia Marita Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Mar 2018 15:52:55 +0000</pubDate>
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<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-4890 " src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/03/gleise_schnee_top.jpg" alt="Eisenbahnschienen im Winter" width="500" height="340" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/03/gleise_schnee_top.jpg 500w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/03/gleise_schnee_top-300x204.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/03/gleise_schnee_top-100x68.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/03/gleise_schnee_top-150x102.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/03/gleise_schnee_top-200x136.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/03/gleise_schnee_top-450x306.jpg 450w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p>Neulich fuhr ich mit der Bahn von Hamburg nach Düsseldorf.<br />
Es war ein eiskalter Wintertag mit Ostwind und Schneetreiben. Frierend stand ich in Hamburg Altona und wartete auf den verspäteten IC.<br />
Zuvor war ich mit der Fähre von Wyk auf der Insel Föhr gekommen und hatte in Dagebüll beinahe eine Stunde auf den kleinen Zug der neg (Norddeutsche Eisenbahngesellschaft) gewartet, der mich nach Niebüll bringen sollte. Schon bei meinem kurzen Fußweg zur Fähre &#8211; meine Freundin hatte mich mit dem Auto zum Anleger gebracht &#8211; wurde ich vom Sturm beinahe weggeweht. Aber ich war glücklich, dass überhaupt eine Fähre die Insel verließ und so dachte ich nicht weiter über das Wetter nach.<br />
Das änderte sich freilich, als ich in Dagebüll &#8211; notdürftig durch eine Glasscheibe vor dem eiskalten Ostwind geschütz &#8211; wartend stand. Die Minuten krochen wie Stunden dahin und mir wurde immer kälter. Zuerst begann es an den Füßen und Händen und schließlich war ich durch und durch ausgekühlt.<br />
In Niebüll sollte ich eigentlich sofort Anschluss an einen Zug der Deutschen Bahn haben, aber wie immer hatte dieser Verspätung. Als er endlich langsam in den kleinen Bahnhof einfuhr, war ich halb erfroren. Zum Glück fand ich einen Sitzplatz, denn der Zug war besetzt mit Schülern, die von Westerland auf Sylt kamen. Im Zug wärmte ich mich wieder auf und die Welt schien wieder in Ordnung zu sein.<br />
In Hamburg Altona musste ich leider aus dem behaglichen Zug aussteigen. Die Schüler waren schon längst ausgestiegen und im Großraumabteil herrschte eine friedliche Ruhe. Ich wäre mit diesem Zug gerne bis nach Düsseldorf weitergefahren.<br />
Natürlich hatten wir bei der Ankunft Verspätung, aber das war nicht schlimm, denn der IC, den ich dort erreichen musste, war auch verspätet. Wen wundert`s?<br />
Da ich keine Platzreservierung hatte, stellte ich mich dort an das Gleis, wo der letzte Wagen vermutlich anhalten würde, denn so wollte ich meine Chance auf einen Sitzplatz erhöhen. Als der IC einfuhr, stieg ich dann auch in den letzten Wagen und fand dort Abteile vor, wie man sie von früher kennt. Zuerst war ich verwundert, denn inzwischen bin an Großraumabteile gewöhnt. Nach kurzem Fremdeln mit dem altmodisch wirkenden Abteil, hielt ich mich aber für einen Glückspilz, denn ich hatte tatsächlich ein ganzes Abteil für mich allein. Ich holte mein Buch aus dem Rucksack und begann zu lesen. Sehr gemütlich war es allerdings nicht in meinem Abteil. Der Grund dafür erschloss sich mir aber erst später. Im Hamburger Hauptbahnhof kam ein junger Mann in das Abteil und setzte sich auf einen der Plätze.</p>
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<p>Nach ein paar Minuten fragte er mich, ob ich etwas dagegen hätte, die Heizung aufzudrehen. Ich antwortete, dass ich dies schon versucht hätte. Der Mann überzeugte sich davon, dass die Heizung voll aufgedreht war und konnte nicht glauben, dass sie sich trotzdem recht kalt anfühlte.<br />
„Das Fenster schließt auch nicht richtig“, sagte ich. „Ich habe schon ein paar Mal versucht es besser zu schließen.“<br />
Der Mann schaute nach. Er öffnete und schloss das Fenster, hielt prüfend seine Hände davor und sagte schließlich: „Die Dichtungen sind verschlissen. Da kann man nichts machen.“<br />
Er ging zurück zu seinem Platz, zog seine Winterjacke über und setzte sich seine Wollmütze auf. Auch ich merkte immer mehr, dass mir kalt wurde. Zudem zog ein kalter Wind durch den oberen Fensterrand herein und fiel auf meinen Kopf herunter. Ich suchte nach meine Mütze und setzte sie auf. Wenige Minuten später zog ich auch meinen Mantel an. Ich kam mir ein wenig albern vor. Auf Bahnfahrten habe ich schon viel erlebt, aber mit Mantel und Mütze im Abteil habe ich noch nie gesessen.<br />
In Bremen stieg eine Frau zu uns ins Abteil. Sie schaute ein wenig irritiert und begann, ihren Mantel auszuziehen. Ich warnte sie, sagte ihr, dass es sehr kalt im Abteil sei und dass sie ihren Mantel besser anbehalte. Sie glaubte mir scheinbar nicht.<br />
Draußen herrschte nun dichtes Schneetreiben.<br />
Ich war müde, legte mein Buch zur Seite und schloss die Augen um ein wenig Schlaf nachzuholen, der mir in der Nacht gefehlt hatte. Ich schlief auch tatsächlich ein. Geweckt wurde ich, als ich etwas Kaltes, Prickelndes auf der Haut in meinem Gesicht fühlte. Was konnte das sein?<br />
Ich öffnete die Augen und stellte fest, dass der Schnee durch die defekten Fensterdichtungen in das Abteil wehte. Mein Mantel war bereits weiß gepudert und auch im Gesicht war ich nass vom Schnee. Zuerst glaubte ich zu träumen. Aber dann stellte ich fest, dass der Schnee real war. Die Frau, die mir gegenüber gesessen hatte, war inzwischen einen Platz weiter gerückt, weg vom Fenster. Ihren Mantel hatte sie nun auch angezogen und zog diesen fröstelnd um sich.<br />
Draußen vor dem Fenster zog eine verschneite Landschaft vorbei und feiner Schnee wurde vom Ostwind verwirbelt.<br />
„Hier ist es ja wie in der Transsib“, sagte ich und erntete zustimmendes Lachen.<br />
Der junge Mann meinte, dass er sich schon nach einem anderen Platz umgesehen habe, aber es sei nirgendwo etwas frei.<br />
So rückte auch ich vom Fenster ab und kuschelte mich tiefer in meinen Mantel. Ich hätte gerne eine Decke gehabt, um sie um meine kalten Beine zu schlingen. Aber es gab natürlich keine. So weit geht die Kundenbetreuung bei der Bahn natürlich nicht.<br />
Als mein Zug auf der Hinfahrt mehr als eine Stunde Verspätung hatte, bot die Bahn den Fahrgästen immerhin kostenloses Mineralwasser an. Das musste man sich freilich in Wagen 10 abholen, ganz gleich wo man saß. Aber Decken für frierende Fahrgäste, das geht natürlich zu weit.<br />
„Na ja“, sagte ich lachend zu meinen Mitreisenden. „So haben wir wenigstens etwas zu erzählen, wenn wir nach Hause kommen. Denn eine Fahrt mit der Transsib durch Deutschland, das hat man ja auch nicht alle Tage!“<img decoding="async" src="https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/7b4b8e9fc495413b9f06e63172ab1d95" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Text: © Xenia Marita Riebe</p>
<p>Foto: © Wiki Commons</p>
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		<title>Dawson City &#8211; Lagerleben und mehr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Xenia Marita Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Feb 2018 20:31:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Yukon Quest 2018]]></category>
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In den Tagen, in denen der Yukon Quest in Dawson City weilt, ist in der Stadt alles anders als an normalen Wintertagen. Die Fans des Quest haben nun Einzug in die Stadt gehalten und sitzen an den Abenden in den Restaurants und Kneipen, diskutieren über das Rennen und seine Musher, über Platzierungen und über die Gründe, aus denen einzelne Musher das Rennen aufgaben. Aber die Fans haben auch viel Spaß. Es wird gescherzt und gelacht, Witze machen die Runde, neue Freundschaften werden geschlossen und alte erneuert. Und natürlich wird auch so manches Glas Bier oder Whisky geleert. Auch die Musher lassen sich manchmal in den Bars sehen und genießen die Bewunderung ihrer Fans.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-4364 " src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/dog-yard_dawson_s.jpg" alt="Dog Yard Dawson City 2018" width="450" height="338" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/dog-yard_dawson_s.jpg 450w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/dog-yard_dawson_s-300x225.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/dog-yard_dawson_s-100x75.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/dog-yard_dawson_s-150x113.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/dog-yard_dawson_s-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px" /></p>
<p>Draußen im Dog Yard bietet sich dagegen ein ganz anderes Bild. Hier stehen die Zelte, in denen die eigentlichen Helden des Rennens liegen. Es sind die Schlittenhunde, die nach 800 Kilometern auf dem Trail eine verdiente Pause genießen. Sie werden in Dawson nicht nur von den Mushern, sondern auch von einem ganzen Team von Betreuern versorgt. Sie bekommen gutes und reichliches Futter, werden gestreichelt, gelobt und massiert. Und sie werden von den Veterinären ausgiebig untersucht. Urinproben werden genommen, Herzfrequenzen gemessen, das Gewicht wird festgestellt und mit dem Startgewicht verglichen usw.<br />
Im Dog Yard parken natürlich auch die Dog Trucks, deren Fahrer das Rennen von Station zu Station begleiten. Dies ist notwendig, um vor Ort zu sein, wenn ein Hund nicht weiter am Rennen teilnehmen kann oder darf. Die Helfer im Dog Truck nehmen diese Hunde dann in Obhut und versorgen sie bis zum Ende des Rennens.<br />
Den Hunden geht es also gut in Dawson City. Ob sie ahnen, dass das Rennen bald weitergeht, kann selbstverstänlich keiner wissen.</p>
<p><iframe loading="lazy" title="Blue Blog: Yukon Quest 2018 - Paige Drobny on her way to Scroggie Creek" width="752" height="423" src="https://www.youtube.com/embed/ElWlUaCTxIU?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Und tatsächlich sind die 36 Stunden, die jedes Team in Dawson City verweilen muss, sehr bald vorüber. Und wieder heißt es für die Musher auf den Trail zu gehen. Whitehorse ist beim Yukon Quest 2018 das Ziel. Also werden den Hunden die Booties übergezogen. Sie werden eingeschirrt und vor den Schlitten gespannt. Dann geht es der Reihe nach &#8211; die Musher starten im selben Abstand, in dem sie nach Dawson kamen &#8211; an den Re-Start. Wieder werden die Teams von den begeisterten Fans verabschiedet und wieder finden sie sich letztlich allein auf ihrem einsamen Weg zum nächsten Checkpoint in Pelly Crossing wieder.<br />
Doch auf dem Weg dorthin stehen auf der Bonanza Road noch einige Fans, die die vorbeifahrenden Musher und ihre Teams auf eine Video bannen.<br />
So auch Sui Kings, der eine schöne Aufnahme von Paige Drobny machte, die mit ihrem Gespann in Richtung Pelly Crossing davonfuhr.</p>
<p>Blue Blog wünscht allen Mushern mit ihren Hundeteams einen guten weiteren Verlauf des Rennens, das sicher nach der Tragödie um Hugh Neff und seinen Hund Bobby nicht leichter geworden ist.</p>
<p>Text: © Xenia Marita Riebe<br />
Fotos: © Yasmin Maschouf-Hofmann, Sui Kings</p>
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