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	<title>Fridays for Future Archive - Blue Blog</title>
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		<title>Greta Thunberg in Kolumne diffamiert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Xenia Marita Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Sep 2019 09:25:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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<figure id="attachment_6382" aria-describedby="caption-attachment-6382" style="width: 600px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-6382 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2019/09/greta_thunberg.jpg" alt="Greta Thunberg beim Schulstreik gegen den Klimawandel" width="600" height="377" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2019/09/greta_thunberg.jpg 600w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2019/09/greta_thunberg-300x189.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2019/09/greta_thunberg-350x220.jpg 350w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2019/09/greta_thunberg-100x63.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2019/09/greta_thunberg-150x94.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2019/09/greta_thunberg-200x126.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2019/09/greta_thunberg-450x283.jpg 450w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-6382" class="wp-caption-text">Greta Thunberg beim Schulstreik gegen den Klimawandel &#8211; Quelle: wiki commons</figcaption></figure>
<p><strong>Diffamierende Kolumne von Reinhold Michels in der Rheinischen Post</strong></p>
<p>Jeder kennt inzwischen Greta Thunberg. Die 16 &#8211; jährige Schülerin aus Schweden war die erste, die sich an einem Freitag mit einem Schild vor das Parlament setzte, um auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen. Sie wollte die Erwachsenen wachrütteln und die Politiker dazu bringen, endlich zu handel. Greta Thunberg tat dies aus Angst um die eigene Zukunft und um die Zukunft ihrer Generation weltweit. Sie sprach in der Öffentlichkeit aus, was bisher alle verdrängten. Der Klimawandel bedroht die Erde, die Artenvielfalt und letztlich das Überleben von uns allen. Durch ihre Aktion entstand eine Umweltbewegung, in der Schüler freitags weltweit auf den Straßen für mehr Klimaschutz demonstrieren. Inzwischen haben sich der Bewegung „Fridays for Future“ mehr als 1000 Wissenschaftler angeschlossen und es gingen am 20. September 2019 weltweit Millionen Menschen auf die Straßen, um Greta Thunberg und die Bewegung zu unterstützen.<br />
Nun wurde Greta Thunberg für ihre klare Haltung und ihr Engagement für den Klimaschutz in einer Kolumne in der Rheinischen Post diffamiert. Der Beitrag von Reinhold Michels wurde in 282.799 Exemplaren und online veröffentlicht und ist unserer Ansicht nach nichts weiter als eine banale und gefährliche Meinungsmache. Deshalb veröffentlichen wir hier den Text der Kolumne und unsere Antworten.</p>
<hr />
<p><strong>Text der Kolumne von Reinhold Michels</strong></p>
<p><span style="font-family: georgia,palatino,serif;">Kolumne „Mit Verlaub“ der Rheinischen Post vom 27. September 2019</span></p>
<p>&#8222;Weniger Hysterie, mehr Verstand</p>
<p>Die Klimadebatte offenbart einen wenig freiheitlichen Hang zu Ideologien, findet unser Kolumnist. Die öffentliche Aufmerksamkeit für Greta Thunberg und die Klimadebatte kann er nicht nachvollziehen.</p>
<p>Fragen über Fragen: 1. Warum hängt ein Volk, dessen vielleicht größter Denker in Königsberg einst den umstürzlerischen Satz formuliert hat: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ fasziniert an den Lippen einer schwedischen Minderjährigen und deren Weltuntergangs-Fantasien? 2. Warum applaudiert eine halbe Hundertschaft erwachsener Staatsleute im Saal der UN einem schwedischen Wohlstandskind auch noch zu deren in Stil und Inhalt übergeschnapptem Redefluss? 3) Warum fällt einem dazu Erich Kästner ein, der anmahnte, nie so tief zu sinken, von dem Kakao, durch den man gezogen wird, auch noch zu trinken? 4) Warum nehmen es viele hin, dass auch im Zuge der Klimadebatte politisierendes Talkshow-Palaver skurriler Aktivisten mit dem üblichen bangen Politiker- und Medienleute-Mix stattfindet? Wo sind in solchen Runden diplomierte Ingenieure mit Wissen und Verstand? Wo versteckt sich schließlich politische Führung, die nicht nur laut Helmut Schmidt für eine Demokratie lebenswichtig ist? Ich frage mich, was heute aus der für Frieden und Freiheit maßgebenden Strategie der Freien Welt geworden wäre, dem Moskauer Aufrüstungsfuror mit atomaren Mittelstreckenraketen die glaubhafte Drohung zur Nachrüstung mit „Pershings“ entgegenzusetzen. Die Kanzler Helmut Schmidt und Helmut Kohl widerstanden zwischen 1977 und 1983 den Hysterien sogenannter Nachrüstungsgegner, in deren Folge sogar lachhafte Ratsbeschlüsse gefasst wurden, dieses oder jenes Kleinkleckersdorf zur „atomwaffenfreien Zone“ zu erklären. Zum 25. Todestag des Philosophen Karl Popper erinnerte der Publizist Thomas Schmid daran, dass der Mensch die Begabung zur Freiheit habe. Machen wir doch mehr Gebrauch davon und widerstehen wir dem Hang, von Zeit zu Zeit Ideologien zu huldigen.&#8220;</p>
<hr />
<p><strong>Blue Blog Autor Bernd Riebe antwortet darauf wie folgt:</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr Michels,<br />
Mit Verlaub! Ihre Meinung zur Klimadebatte kann ich überhaupt nicht teilen. &#8222;Habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen&#8220; &#8211; zitieren Sie Kant und unterstellen damit dem &#8222;Volk&#8220; , einer &#8222;schwedischen Minderjährigen und deren Weltuntergangs-Fantasien&#8220; kritiklos zu lauschen. Haben Sie nicht bemerkt beim Verfassen Ihrer Kolumne, das dieser Schuss nach hinten losgeht?</p>
<p>Wer hat denn seit 30 Jahren &#8211; also seitdem die wissenschaftliche Faktenlage bezüglich des Klimawandels immer wieder publiziert worden ist &#8211; sich seines Verstandes nicht bedient? Das waren doch wohl Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen, allen voran Politiker, Wirtschaftsleute und natürlich Journalisten, die diese immer eindringlicheren Warnungen missachtet haben? Da wäre der Gebrauch des Verstandes wirklich hilfreich gewesen und hätte uns ganz sicher diese fatale Endzeitstimmung erspart. Nicht nur die &#8222;erwachsenen Staatsleute&#8220; in der UN sollten diesem &#8222;schwedischen Wohlstandskind&#8220; applaudieren, das sollten auch Sie, weil durch die von Greta Thunberg initierte Bewegung nun endlich &#8211; wenn auch spät &#8211; ein Bewusstsein für den Ernst der Lage in breten Teilen der Gesellschaft geschaffen wird. In diesem Zusammenhang von Ideologien zu sprechen erscheint mir völlig abwegig. Ideologien beziehen sich auf Weltbilder, die sich eben nicht an wissenschaftlichen Fakten orientieren. Dem Klimawandel und die daraus resultierenden Folgen für die kommenden Generationen kann gar nicht genug Aufmerksamkeit entgegengebracht werden. Ich selbst arbeite auf diesem Gebiet seit über 30 Jahren und darf mir sowohl ein Urteil als auch Kritik an Ihrer wenig zielführenden Kolumne erlauben. Zum 25. Todestag des Phiosophen Popper darf ich mit einem Zitat schließen, das die Fridays-for-Future Aktivisten gern benutzen und das auch Sie ein wenig nachdenklich machen sollte, vielleicht &#8211; mit Verlaub &#8211; bei der nächsten Kolumne.</p>
<p>„Unsere Einstellung der Zukunft gegenüber muß sein: Wir sind jetzt verantwortlich für das, was in der Zukunft geschieht.“</p>
<p><strong>Blue Blog Autorin Xenia Marita Riebe antwortet Herrn Michels wie folgt:</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr Michels,<br />
als ich heute Ihren Artikel unter der Rubrik „Mit Verlaub“ las, stellte sich mir nach anfänglichem Ärger über Ihre Plattitüden die Frage; warum Sie diesen Text verfasst haben. Was wollen Sie damit bezwecken? Und warum druckt eine Zeitung wie die Rheinische Post ein solches &#8211; mit Verlaub &#8211; „dummes Zeug“ ab? Hält man den Leser wirklich für so einfältig, dass er die Meinungsmache hinter Ihren Thesen überliest? Ist es nicht vielmehr der Versuch, den Leuten nach dem Mund zu schreiben, die im Internet Verschwörungstheorien verbreiten? Da diese sehr zahlreich sind, könnte von Seiten der Rheinischen Post ein gewisses Kalkül dahinterstecken, auch einmal die Thesen der Verschwörungstheoretiker zu bedienen, um diese Leser nicht zu verlieren. Wäre es so, dann wäre dies allerdings gefährlich, unlauter und einer angesehenen Tageszeitung nicht würdig.<br />
So viel vorweg.<br />
Sie diffamieren die Klimaaktivistin Greta Thunberg in Ihrem Artikel auf sehr unschöne, ja zynische Art und Weise. (Minderjährige mit Weltuntergangsfantasien;Wohlstandskind mit übergeschnapptem Redefluss). Ich denke, dass dies weder angebracht noch fair ist. Wir alle haben es diesem Mädchen zu verdanken, dass die reale Gefahr, die vom Klimawandel ausgeht, endlich zum Thema geworden ist. Dreißig Jahre lang hat sich kein „erwachsener Staatsmann“ ernsthaft den Problemen gestellt, die der Klimawandel mitsichbringt. Ich schäme mich dafür, dass nicht wenigstens ein Erwachsener den Schritt gemacht hat und wie Greta Thunberg gegen die Leugnung des Klimawandels demonstriert hat. Wo waren wir denn alle in den 30 Jahren, in denen Wissenschaftler immer wieder auf die Gefahren hinwiesen? Wir haben unser normales kleines Wohlstandsleben weitergeführt und uns einen Kehricht darum gekümmert, welche Welt wir unseren Nachkommen hinterlassen. Deshalb bin ich sehr stolz auf die Leistung dieser „Minderjährigen aus Schweden“, die uns endlich wachgerüttelt hat!!!!! Und ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mich allein vor den Reichstag zu setzen.</p>
<p>Ich möchte mich hier auch gegen die Diffamierung von Staatsmännern wie Antonio Guterres wenden, der als Generalsekretär der Vereinten Nationen erkannt hat, dass die Menschheit durch den Klimawandel vor ernsthaften Herausforderungen steht. Und mit ihm sind viele weitere Staatsmänner von den katastrophalen Auswirkungen überzeugt, die der Klimawandel für die Zukunft unseres Planeten bedeutet. Und Sie wagen es, diese zu kritisieren, weil sie Greta Thunberg applaudierten, als sie ihre hoch emotionale Rede hielt. How dare you?<br />
Ich frage mich, was mit Ihnen nicht stimmt, wenn Sie die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung ignorieren oder gar leugnen. Haben Sie jemals einen Blick in die .IPCC-Berichte getan?<br />
Ich denke nicht, denn sonst wüssten Sie, dass darin ausschließlich wissenschaftliche Fakten stehen und die Klimaaktivisten keiner Ideologie huldigen. (Bevor Sie solche Begriffe verwenden, sollten Sie zuerst einmal die Definition nachschlagen.)<br />
Zum Schluss möchte ich Sie noch fragen: „Wo wären wir und wie stünde es um unsere Freiheit, hätte es nicht immer und zu allen Zeiten mutige Menschen gegeben, die, trotz der Verfolgung durch Staatsorgane, auf Missstände hingewiesen hätten? Viele von diesen „skurrilen Aktivisten“ bezahlten für ihr Engagement sogar mit ihrem Leben.<br />
Schlimm daran ist nur, dass auch Menschen wie Sie, heute vom Mut dieser Menschen profitieren. <img decoding="async" src="https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/be680ce04d514aab841ce9a157ae3cde" alt="" width="1" height="1" />Deshalb möchte ich meinen Brief mit den Worten schließen: „Schämen Sie sich, Herr Michels“.</p>
<p>Texte: © Bernd und Xenia Marita Riebe<br />
Text Kolumne: Reinhold Michels<br />
Foto Greta Thunberg: © wiki commons</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Wie gut, dass es den Klimawandel gibt!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Xenia Marita Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Jun 2019 14:42:18 +0000</pubDate>
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<p><strong>Eine ketzerische These</strong></p>
<p>Neulich besuchte ich eine Freundin in Köln und ich war für ca. zwei Stunden in ihrer Heimatstadt unterwegs. Nach dieser kurzen Zeitspanne und nach allem, was ich in diesen nicht einmal 150 Minuten sah, kam mir ein schlimmer Gedanke.</p>
<p>„Wäre es für die Erde nicht das Beste, wenn durch die Folgen des Klimawandels die Menschheit ausstürbe?“</p>
<p>Wie kommst du nur auf einen solch perfiden Gedanken, wird sich die Leserin nun fragen.<br />
„Ich kann es dir erklären“, lautet meine Antwort.</p>
<p>Also, gleich, als ich das Haus, in dem meine Freundin lebt, verließ, fand ich im Vorgarten eine zerbrochenes Fläschchen Nasenspray. (Zur Erläuterung: Nasenspray enthält Xylometazolin, was wie eine Droge wirkt. Siehe Internet). Es wurde wahrscheinlich von einem Nachbarn aus dem Fenster des ersten Stocks geworfen. Der junge Mann verbringt sein Leben damit, ein schnelles, teures Auto zu fahren und Partys zu feiern. Er macht sich über nichts Gedanken. Umweltprobleme, Klimawandel, soziale Ungleichheit, Kinderarbeit usw. sind für ihn keine Themen. Es zählen nur der eigene Luxus und die nächste Urlaubsreise nach Übersee.</p>
<p>Kaum zehn Schritte weiter traf ich auf einen polnischen Fliesenleger, der auf dem Rasen vor dem Haus braune Fliesen in weiße umfärbte. Dazu benutzte er Lack aus Sprühdosen und da er keine Unterlage verwendete, färbte er gleich den Rasen mit. Er reagierte mit Unverständnis, als ich ihn ansprach. Er konnte nicht verstehen, was schlimm daran sein soll, wenn Pflanzen mit Lack besprüht werden. Er reinigte dann den Rasen mit Terpentin. Jetzt ist er verätzt.</p>
<p>Auf meinem Weg in die Innenstadt fuhr ich hinter einem Auto her, dessen Fahrerin sich einen besonderen Trick ausgedacht hatte. Auf der Straße, die wir benutzten, ist Tempo 30 vorgegeben und deshalb gibt es dort sehr moderate Schwellen. Die Autofahrerin versuchte nun, so weit wie möglich am Straßenrand zu fahren, um den Schwellen auszuweichen. Dabei rutschte sie mit dem Reifen an der Kante ab und fuhr mitten hinein in einen erst vor kurzem von der Stadt angelegten wunderschönen Blühstreifen.<br />
Die Folge: Die schönen Pflanzen, die als Bienenweide dienen sollten, wurden herausgerissen und auf den Bürgersteig geschleudert. Trotz dieses schlimmen Ergebnisses ihres Handelns macht die Fahrerin an der nächsten Schwelle dasselbe, dieses Mal ohne Schaden anzurichten.</p>
<p>In der Innenstadt sah ich eine ganze Reihe von Menschen mit Adipositas (extremer Fettleibigkeit), die im Gehen Lebensmittel verzehrten. Eis, Teilchen, Pommes Frites, Coca Cola, belegte Brötchen &#8211; all das wanderte in die Münder der ohnehin schon viel zu dicken Menschen. Dabei war noch früher Vormittag.</p>
<p>Auf dem Rückweg musste ich mitansehen, wie die Arbeiter des Grünflächenamts mit viel Aufwand an Energie einen Rasen mähten, der eigentlich ganz gut als Wildblumenwiese umgestaltet werden könnte. Aber damit nicht genug. Zwei Arbeiter gingen mit Gebläsen hinter dem Rasenmäher her und pusteten unter großem Lärm und wieder mit unnötigem Energieaufwand die feinen abgeschnittenen Grashälmchen auf die Rasenfläche zurück.<br />
Über dieser Szene flogen zwei Ferienflieger.</p>
<p>Zurück beim Haus meiner Freundin traf ich auf den Hausmeister, der mit einem Gasbrenner das „Unkraut“ auf dem Bürgersteig entfernte. Ich sprach ihn auf die Umweltschädlichkeit seiner Handlung an, aber er reagierte nur mit Unverständnis. „Soll ich etwa Gift spritzen?“, fragte er.<br />
Dass man die kleinen Wildpflanzen auch einfach wachsen lassen könnte, ist für ihn völlig illusorisch.</p>
<p>Das letzte, was ich sah, bevor ich ins Haus ging, war der Wagen von amazon, der wie beinahe jeden Tag Ware zu einem Nachbarn brachte. Dieser Nachbar zählt zu den noch relativ jungen Männern, die zu fett sind, um sich ohne Auto auch nur einen Meter zu bewegen. Er lässt sich alles nach Hause bringen, Pizza auch häufig sehr spät am Abend. Selbstverständlich holt er seine Brötchen mit dem Auto, wie beinahe alle anderen Nachbarn meiner Freundin auch. Dabei ist der Bäckerladen sehr gut zu Fuß zu erreichen. Wie viele andere Männer in ihrer Nachbarschaft, arbeitet der Mann nicht. Er gehört zu den Menschen, die konsumieren und ihr Leben genießen. Holzfeuerung für die Gemütlichkeit, Grillen zur Geselligkeit, elektronische Gerätschaften aller Art zur Bewältigung der kleinsten Arbeiten eingeschlossen.</p>
<p><strong>Sollten diese Erlebnisse noch nicht ausreichen, um meinen Gedanken zu stützen, kann ich noch einiges hinzufügen. </strong></p>
<p>Wenn ich ins Schwimmbad gehe, treffe ich immer wieder auf ganze Schulklassen. Die Schüler, meistens 30 an der Zahl, föhnen nach dem Schwimmunterricht ihre Haare trocken. Dagegen wäre vielleicht im Winter nicht unbedingt etwas einzuwenden. Aber bei schönstem Sommerwetter halte ich dies für völlig überflüssig. Den Kindern kann kein Vorwurf gemacht werden, den Lehrern aber schon. Warum klären sie die Schüler nicht darüber auf, wie viel Energie nötig ist, um die Wärme zu erzeugen, die für das Trocknen der Haare gebraucht wird? Was nützen die „Fridays for Future“, wenn den Schülern solch einfache Zusammenhänge fremd sind? Wie sollen sie sich als Erwachsene besser verhalten, als die jetzige Generation, wenn sie von der Schule in Umweltfragen alleingelassen werden?</p>
<p>Immer wieder sehe und höre ich Berichte darüber, wie klimaschädlich der Verzehr von Fleisch ist und wie schrecklich die Haltungsbedingungen der Tiere sind. Auch dies scheint die meisten Leute nicht zu interessieren. Sie essen Fleisch ohne sich Gedanken darüber zu machen. Wie kann das im Anbetracht des drohenden Klimawandels möglich sein?</p>
<p><strong>Ist nach allem, was ich hier zusammengetragen habe, der Gedanke nicht verständlich, dass es der Erde ohne den Menschen besser ginge?</strong></p>
<p>Pflanzen und Tiere könnten sich endlich wieder erholen, die CO<span style="font-size: xx-small">2</span> Emission würde gestoppt und die Atmosphäre könnte langsam wieder zu normalen Werten zurückfinden. Das Insektensterben würde aufhören und die Bio &#8211; Diversität würde nach und nach wieder hergestellt. Kein Tier müsste mehr in den Ställen der Fleischproduzenten leiden, keine kleinen Hähnchen würden mehr getötet oder geschreddert. Kleinen Ferkeln würden nicht mehr ohne Betäubung die Hoden abgekniffen, Tausende kleine und große Tiere würden nicht mehr von Autos überfahren, Haustiere würden nicht mehr unter den nicht artgerechten Haltungsbedingungen leiden, Naturlandschaften könnten sich endlich vom Massentourismus erholen, das Plastik in den Meeren würde nach und nach abgebaut, selbst das Weltall würde nicht weiter zugemüllt. Wäre das nicht wünschenswert? Und wer ist der Verursacher all dieses Leids, dieses Lärms, dieser Umweltverschmutzung? Wir, die Menschen. Ich schließe mich selbst natürlich nicht aus, auch wenn ich viele der obengenannten Dinge anders mache. Aber auch ich lebe auf Kosten der Natur und auch mein Verhalten schädigt auf die eine oder andere Art die Umwelt.<img loading="lazy" decoding="async" src="https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/10faecae93ba4e2084cb97a8fa760564" alt="" width="1" height="1" /> Nur versuche ich, diese Belastung so gering wie möglich zu halten.</p>
<p>Täte jeder das seine, wäre meine ketzerische These überflüssig.</p>
<p>Text und Foto: © Xenia Marita Riebe</p>
<p>Lies auch: <a href="https://bild-art.de/klimawandel-frueh-erkannt-spaet-reagiert-teil-1">Klimawandel &#8211; früh erkannt &#8211; spät reagiert</a>  Teile 1, 2 und 3</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bild-art.de/wie-gut-dass-es-den-klimawandel-gibt">Wie gut, dass es den Klimawandel gibt!</a> erschien zuerst auf <a href="https://bild-art.de">Blue Blog</a>.</p>
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