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	<title>Brautstrauss Archive - Blue Blog</title>
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	<title>Brautstrauss Archive - Blue Blog</title>
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		<title>Deutsch &#8211; Kubanische Hochzeit in Havanna &#8211; Teil III</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Xenia Marita Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Sep 2017 09:54:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reisen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; &#160; Mit dem Fotografen durch Havanna Der anstrengendste Teil des Hochzeitstages stand uns noch bevor. Nach der Trauung fuhren wir mit dem Fotografen Yaset Llerena im Hochzeitsauto nach Havanna Vieja. Er sollte dort das Brautpaar porträtieren. Mit von der &#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><b> <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-3258 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsfoto_vieja_s.jpg" alt="Brautpaar in der Altstadt von Havanna, Kuba" width="450" height="299" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsfoto_vieja_s.jpg 450w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsfoto_vieja_s-300x199.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsfoto_vieja_s-100x66.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsfoto_vieja_s-150x100.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsfoto_vieja_s-200x133.jpg 200w" sizes="(max-width: 450px) 100vw, 450px" /></b></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Mit dem Fotografen durch Havanna</b></p>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-3244 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautauto_02_s.jpg" alt="Brautpaar im Brautauto, Havanna, Kuba" width="300" height="200" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautauto_02_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautauto_02_s-100x67.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautauto_02_s-150x100.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautauto_02_s-200x133.jpg 200w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Der anstrengendste Teil des Hochzeitstages stand uns noch bevor. Nach der Trauung fuhren wir mit dem Fotografen Yaset Llerena im Hochzeitsauto nach Havanna Vieja. Er sollte dort das Brautpaar porträtieren. Mit von der Partie waren Vivian und ich. Sie, der Fotograf und der Fahrer saßen vorne im Brautauto auf den hellen Ledersitzen, das Brautpaar und ich hinten. Unseren ersten Stop machten wir an einer kleinen griechisch-orthodoxen Kirche in der Nähe der Plaza de San Francisco de Assis, die in einem kleinen Park mit tropischen Pflanzen stand. Kaum hatte sich das Brautpaar dort für ein Foto aufgestellt, als ein Wärter kam und uns verscheuchte. Also gingen wir weiter zur Plaza de San Francisco und der Fotograf machte ein paar schöne Fotos vor dem berühmten Brunnen mit den vier Löwenskulpturen und vor dem Eingang der Basilika. Weiter ging es zur Plaza Vieja, vorbei an einer Touristengruppe, die scheinbar darauf wartete von einem Bus abgeholt zu werden. Als die Leute das schöne Brautpaar sahen, fingen sie spontan zu applaudieren an, was eine sehr nette und herzliche Geste war.</p>
<p><img decoding="async" class="alignright wp-image-3245 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_hund_s.jpg" alt="Brautpaar in Havanna, Kuba" width="300" height="258" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_hund_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_hund_s-100x86.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_hund_s-150x129.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_hund_s-200x172.jpg 200w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Auf der Plaza Vieja, in deren Mitte ein weißer Brunnen hinter einem schwarzen schmiedeeisernen Zaun steht, stellte der Fotograf das Brautpaar erneut für ein paar Aufnahmen auf. Ein Hund, der das wohl sah und neugierig angelaufen kam, versuchte ständig, in die Tüllblumen von Lindas Brautkleid zu beißen. Er ließ sich einfach nicht verscheuchen, bis Enrique ihn mit dem Brautstrauß bedrohte. Erst dann ließ er ab und trottete von dannen. Linda lachte sehr über diesen penetranten Straßenhund. Den Eingang zu einem schönen Patio blockierte eine große Wasserpfütze. Ich forderte Enrique auf, seine Braut hinüberzutragen, was er auch tat. Kaum standen die beiden für ein Foto bereit, als dem Fotografen das Fotografieren verboten wurde. Die Begründung war, dass dort keine Braut im Brautkleid aufgenommen werden durfte. Die Antwort auf die Frage nach der Begründung, blieb man uns schuldig.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3255 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/prado_hochzeit_s.jpg" alt="Brauttanz auf dem Prado, Havanna, Kuba" width="253" height="380" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/prado_hochzeit_s.jpg 253w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/prado_hochzeit_s-200x300.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/prado_hochzeit_s-100x150.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/prado_hochzeit_s-150x225.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 253px) 100vw, 253px" />Die nächste Station war die russisch-orthodoxe „Gottesmutter-von-Kazan-Kathedrale“, die mit ihren goldenen Kuppeln ein tolles Motiv darstellt. Schön war die Idee, das Brautpaar auf dem Prado, der Prachtstraße von Havanna, zu fotografieren. Dort findet jeden Sonntagnachmittag eine öffentliche Milonge statt, die bei Tango tanzenden Kubanern genauso beliebt ist wie bei Touristen. Auch Linda und Enrique haben dort schon oft getanzt. Auf You Tube findet man eine Unmenge von Videoaufnahmen von dieser Veranstaltung. Auf meine Anregung hin, tanzte das Brautpaar für das Foto und für mein Video einen Tango ohne Musik. Die Aufnahmen wurden herrlich. Trotz der Anstrengung strahlten Linda und Enrique um die Wette. Ich glaube, sie waren sehr glücklich. Zum Schluss gab es noch ein kurzes Fotoshooting am Malec<span style="font-family: Times New Roman,serif">ón.</span></p>
<p>Auf der Fahrt durch die Altstadt von Havanna wäre ich beinahe aus dem Auto gefallen. Ich wollte Linda und Enrique im Auto mit der maroden Kulisse im Hintergrund filmen. Dafür lehnte ich mich weit zurück und drückte mich gegen die Autotür. Diese schloss wohl nicht richtig und ging plötzlich auf. Nur mit letzter Kraft konnte ich mich am Holm der Tür festkrallen und die Tür mit der anderen Hand zuziehen, sonst wäre ich draußen in der Gosse gelandet. Mein schönes silbernes Jäckchen bekam dabei einen häßlichen schwarzen Ölfleck.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3246 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_malecon_s.jpg" alt="Brautpaar am Malecon, Havanna, Kuba" width="249" height="380" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_malecon_s.jpg 249w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_malecon_s-197x300.jpg 197w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_malecon_s-100x153.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_malecon_s-150x229.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautfoto_malecon_s-200x305.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 249px) 100vw, 249px" />Nach einem Imbiss im Cafe Fortuna, einem Restaurant, das mit außergewöhnlichen „Möbeln” eingerichtet ist &#8211; man sitzt hier beim Essen beispielsweise in einer Badewanne &#8211; ging es zurück in mein Hotel, das H10 Miramar. Leider durften Vivian und Enrique nicht mit auf das Hotelzimmer, was mich sehr wütend machte. Allein die Tatsache, dass sie Kubaner waren, reichte aus, um ihnen dies zu verwehren. Ich verlangte den Hotelmanager zu sprechen, aber dieser ließ mich 20 Minuten warten und ich gab schließlich auf. Vivian und Enrique wollten sich lediglich ein wenig frisch machen und sich kurz ausruhen, aber die rassistische Einstellung des Hotelmanagments verhinderte dies. Very bad! So machten Linda und ich allein eine Pause, duschten und besorgten im Andenkenladen des Hotels zwölf Flaschen Rum für die Feier. Dieser sollte eigentlich von Freunden Enriques gebracht werden, was aber nicht funktionierte. Um 17:30 holte uns das Hochzeitsauto wieder ab und brachte uns zum Ort des Hochzeitsfestes.</p>
<p><b>Die Hochzeitsfeier</b></p>
<p><b>Der Raum für die Hochzeitsfeier</b></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3252 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeits_raum_s.jpg" alt="Hochzeitsfeier, Havanna, Kuba" width="380" height="253" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeits_raum_s.jpg 380w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeits_raum_s-300x200.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeits_raum_s-100x67.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeits_raum_s-150x100.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeits_raum_s-200x133.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px" />Die Hochzeitsfeier fand in einer Mehrzweckhalle statt, die zu einem ehemaligen oder gar noch aktivem, Strandbad zu gehören schien. Der Raum war sehr groß und hatte einen sehr schönen Boden aus glatten Granitplatten, was ihn zum Tanzen prädistinierte. Der Raum hatte zu beiden Seiten große Fenster und Türen, wodurch er sehr hell, ja, lichtdurchflutet war. An den Längsseiten standen weißgedeckte Tische mit Stühlen in weißen Hussen mit lila Schleifen. Die Stühle waren ein wenig wackelig, aber man konnte bequem darauf sitzen. Enrique hatte einen Disc Jockey engagiert, der eine Musikanlage mit großen Boxen aufgebaut hatte. Als wir in den Raum kamen, lief bereits Musik, obwohl erst ein paar Gäste anwesend waren. Linda trug ihr Hochzeitskleid und Enrique seinen Brautanzug mit Jackett. Sie wurden freudig begrüßt und die anwesenden Freunde gratulierten herzlich. Nach und nach kamen weitere Gäste und man fand sich in der Außenanlage ein. Hier gab es, wie bei uns in Schulgebäuden üblich, einen schmalen, langen, überdachten Bereich, der auch noch andere Gebäudeteile miteinschloss. Die Toiletten waren von dort zu erreichen, wenn es auch nicht ratsam war, dies ohne zwingenden Grund zu tun. Es roch dort sehr unangenehm und sowohl die Toilietten als auch die Handwaschbecken hatten kein Wasser. Die Türen zu den Toilettenkabinen ließen sich weder richtig schließen und erst recht nicht verschließen. Toilettenpapier gab es nicht, aber das waren wir inzwischen gewohnt. In ganz Havanna ist Toilettenpapier Mangelware, auch in den „Supermärkten”.</p>
<p><b>Die Außenanlage</b></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3251 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeit_maedchen_s.jpg" alt="Hochzeitsgaeste, Havanna, Kuba" width="380" height="253" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeit_maedchen_s.jpg 380w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeit_maedchen_s-300x200.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeit_maedchen_s-100x67.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeit_maedchen_s-150x100.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeit_maedchen_s-200x133.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px" />Vor dem überdachten Bereich gab es eine Anlage mit Pflanzen und Wegen. Dort standen alte Palmen und andere tropische Bäume und Pflanzen. Auch einige sehr alte Spielgeräte standen auf einer begrünten Fläche. Auf den Wegen hatten einmal Bänke gestanden, von denen jetzt nur noch die Betonsockel übrig waren. Auf diesen hockten einige der weiblichen Gäste, allesamt schöne junge Frauen in leichten Sommerkleidern. Ein sehr fröhlicher Anblick! Am Strand, der sich unmittelbar an die Anlage anschloss, gab es einen stark verwitterten, lang ausgreifenden Steg, der direkt ins Meer führte. Die Steganlage war sicher einmal sehr imposant gewesen, machte aber jetzt einen schlimmen, verfallenen Eindruck, wie vieles in Havanna. Enrique trug seine frisch angetraute Frau auf den Armen auf den Steg hinaus. Das Foto, das so entstand, hat einen ganz besonderen Reiz. Jugend und Verwitterung, Schönheit und Verfall, Zukunft und Vergangenheit bildeten hier die Pole für eine Fotografie, die wohl einzigartig ist.</p>
<p><b>Linda im After-Wedding-Dress</b></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3249 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_s.jpg" alt="Brauttanz; Havanna, Kuba" width="300" height="252" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_s-100x84.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_s-150x126.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_s-200x168.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Linda hatte sich inzwischen mit Viviens und meiner Hilfe im stinkenden Toilettenraum umgezogen und trug jetzt ihr After-Wedding-Dress und ihre Tangoschuhe. Sie sah sehr schön darin aus. Ihre hübsche, schlanke Figur und ihre schönen Beinen kamen voll zur Geltung. Den Brautschleier behielt sie vorerst an, aber bis zum Schluss überstand er das Hochzeitsfest nicht. Bei einer heißen Salsa rutschte er herunter und Enrique warf ihn seiner Mutter zu. Vivian trug ein kurzes Kleid in schwarzweiß mit einem gewagten Dekollete und einem Rückenteil aus schwarzer Spitze. Sie sah sehr schön darin aus. Auch Enrique hatte sich seines Jackets und der Weste entledigt, denn diese weiter zu tragen wäre bei den Temperaturen unmöglich gewesen. Er schwitzte auch in seinem weißem Hemd, denn er tanzte Tango und Salsa, je nachdem, welche Musik gerade lief. Auch Linda war ständig auf der Tanzfläche, denn alle anwesenden Freunde wollten wenigstens einmal mit der frisch gebackenen Ehefrau tanzen. Natürlich eröffnete das Brautpaar den Tanz zuvor mit einem Brauttanz, der hier kein Walzer, sondern natürlich ein Tango war.</p>
<p><b>Das Gruppenfoto</b></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3250 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/gruppenfoto_hochzeit_s.jpg" alt="Gruppenfoto der Hochzeitsgaeste, Havanna, Kuba" width="450" height="299" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/gruppenfoto_hochzeit_s.jpg 450w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/gruppenfoto_hochzeit_s-300x199.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/gruppenfoto_hochzeit_s-100x66.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/gruppenfoto_hochzeit_s-150x100.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/gruppenfoto_hochzeit_s-200x133.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px" />Auf meine Anregung hin, stellte sich die ganze Hochzeitsgesellschaft für ein Gruppenfoto auf. Ich stand in der zweiten Reihe und wurde von Vivian in letzter Sekunde nach vorn geschoben. Deshalb stehe ich nun etwas breit und protzig in der Mitte des Bildes – was mir sehr peinlich ist – und verdränge beinahe die Braut in ihrem hübschen After-Wedding-Dress. Das Foto insgesamt ist ganz wunderbar. Lauter fröhliche Menschen unter Palmen mit einem Streifen Meer im Hintergrund. Ich hatte bei der Idee zu dem Gruppenfoto einen geheimen Hintergedanken. Von einer Bekannten hatte ich gehört, dass ihre Freundin, die einen Afrikaner geheiratet hat, beim Antrag auf die Familienzusammenführung nachweisen musste, dass sie im Familien- und Freundeskreis des Ehemanns anerkannt ist. Dabei hatte ihr letztlich ein Foto geholfen, das sie und ihren Mann mit Freunden und Verwandten zeigt. Ich dachte mir, dass ein Foto vom Brautpaar mit all seinen Hochzeitsgästen bei der Ausländerbehörde sicher Eindruck machen würde. Und das tat es auch! Linda legte es im Ausländeramt vor. Sie zeigte der Beamtin, das sowohl ihre Mutter, als auch ihre Schwiegereltern, Tanten und Onkel ihres Mannes und viele Freunde bei der Hochzeit anwesend waren. Dies war ein weiterer Beweis dafür, dass es sich hier nicht um eine Scheinehe handelt, was immer wieder unterstellt wurde.</p>
<p><b>Der Brauttanz</b></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3248 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_02_s.jpg" alt="Brauttanz, Havanna, Kuba" width="400" height="289" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_02_s.jpg 400w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_02_s-300x217.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_02_s-100x72.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_02_s-150x108.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brauttanz_02_s-200x145.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das Fest selbst begann wie üblich mit dem Brauttanz, der hier kein Walzer, sondern ein Tango war und den das Brautpaar sehr leidenschaftlich und leichtfüßig tanzte.</p>
<p>Obwohl ich sehr damit beschäftigt war, das Hochzeitsvideo zu filmen, fiel mir doch auf, dass die Gäste nichts zu trinken hatten. Ich sprach Linda darauf an, aber sie wusste nicht, wie die Bewirtung geplant war. Nach einigem Hin-und Her stellten wir auf jeden Tisch eine Flasche Rum und Plastikbecher dazu. Leider fehlten Cola und Limo, die jemand mitbringen wollte, was aber nicht gelungen war. So schickten wir zwei junge Männer los, ein paar Flaschen davon zu besorgen und endlich konnten sich die Gäste Rumgetränke mixen. Ich hatte für mich drei Flaschen Bier an der Hotelbar gekauft, denn ich vertrage Alkohol nicht so gut und befürchtete, dass mir vom Rum übel werden könnte. Das Problem war nur, dass es keinen Flaschenöffner gab und auch niemanden, der mir beim Öffnen helfen konnte. Ich machte mich auf die Suche und fand draußen einen Arbeiter, der mir behilflich war. Er kramte aus seiner Arbeitstasche ein undefinierbares Werkzeug und entfernte damit den Kronkorken. Er hat sich, glaube ich, ziemlich gewundert, dass ich ihn noch zwei weitere Male um Hilfe beim Öffnen einer Bierflasche bat.</p>
<p><b>Das Hochzeitsfest nimmt seinen Lauf</b></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3253 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsgaeste_s.jpg" alt="Tanzpaare, Havanna, Kuba" width="233" height="300" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsgaeste_s.jpg 233w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsgaeste_s-100x129.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsgaeste_s-150x193.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitsgaeste_s-200x258.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px" /> Inzwischen war der Tanz in vollem Gang. Die Paare drehten sich nach den Tangorhythmen und ich begleitete sie mit der Videokamera. Ich hatte dabei das Gefühl, selbst zu tanzen, denn ich bewegte mich mit den Tanzpaaren über die Tanzfläche.</p>
<p>Leider drängte die Zeit ein wenig, denn die Feier musste um 22:00 Uhr beendet werden. Warum, weiß ich bis heute nicht. Deshalb drängte ich gegen 20:00 dazu, das Essen zu verteilen, denn es gab ja auch noch den Hochzeitskuchen, den es aufzuschneiden und zu verspeisen galt.</p>
<p>Auf dem flachen Deckel eines großen Kartons, der als Tablett diente, wurden nun von Enriques Tante die Burgerboxen verteilt. Enriques Verwandte und eine sehr lustige Nachbarin saßen übrigens alle zusammen an einem Tisch. Es waren Regla, Enriques Mutter, drei Tanten, ich glaube ihre Schwestern, ein Onkel und ein Cousin. Leider konnte ich mich mit ihnen nicht unterhalten, da sie kein Englisch und ich kein Spanisch spreche.</p>
<p><b>Das Hochzeitsessen</b></p>
<p>In den Burgerboxen fanden die Gäste je einen Löffel Nudelsalat, der nur aus Nudeln und Mayonaise bestand, und ein halbes belegtes Sandwich. Linda und ich, die einzigen Vegetarier, bekamen Nudelsalat und ein kleines süßes Gebäckstück. Es bestand an diesem Tag keine Gefahr der Gewichtszunahme.</p>
<p>Das Brautpaar tanzte unentwegt mit großer Leidenschaft – meist Tango, aber auch Salsa – flankiert von den vielen Freunden, die offensichtlich alle geübte Tänzer waren. Mal wurde die Braut von einemTänzer aufgefordert, mal nahm der Bräutigam sich einer der schönen jungen Tänzerinnnen an. Enrique tanzte auch mit seiner Mutter und forderte auch mich zu einem Tanz auf. Da ich aber nicht gut im Paartanz bin, fiel dieser Tanz sehr kurz aus, was mir nur Recht war.</p>
<p>Enrique hatte als Überraschung für Linda einen Sänger engagiert, der sehr gut sang und eine professionelle Performance bot. Sehr schön!</p>
<p><b>Der Hochzeitskuchen</b></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3254 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitskuchen_s.jpg" alt="Hochzeitskuchen, Havanna, Kuba" width="300" height="231" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitskuchen_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitskuchen_s-100x77.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitskuchen_s-150x116.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/hochzeitskuchen_s-200x154.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Der Hochzeitskuchen war inzwischen schon ziemlich weich geworden, denn die Feier fand – nur zur Erinnerung – bei tropischen Temperaturen statt. Enrique hatte sein Jackett schon lange ausgezogen und sich auch der schönen Weste entledigt. Trotzdem war sein Hemd durchnässt vom Schweiß, denn er tanzte Salsa wie der Teufel.</p>
<p>Bevor das Brautpaar den Hochzeitskuchen anschnitt, öffnete Enrique die letzte Sektflasche, die noch von der Trauung übrig war, und trank davon ein Glas mit seiner jungen Frau. Ich wage mir nicht vorzustellen, wie dieser schmeckte, denn er war semi secco und sicher sehr warm. Aber was soll&#8217;s, die beiden hatten ihren Spaß daran. Dann kam der Moment, in dem das große Messer – nach ein para Faxen von Linda – gemeinsam durch den weichen Kuchen geführt wurde. Die Hochzeitsgesellschaft klatschte, Linda lachte und Enrique schaute stolz in die Runde. Dorsey, einer der Freunde aus der Galerie El Ojo del Ciclon, nahm es auf sich, den Kuchen weiter zu zerteilen und die Portionen in die noch übriggebliebenen Burgerboxen zu legen. Dabei beschmierte er seine Hände und auch sein Gesicht mit Sahnecreme, was sehr lustig war und das Brautpaar zu immer neuen Lachsalven anregte. Nach kurzer Zeit war der ganze Dorsey über und über mit Tortencreme beschmiert, was ihm selbst die größte Freude bereitete. Wieder ging Enriques Tante mit dem Pappkarton umher und bot den Gästen von dem Kuchen an, der nicht gerade appetitlich in den weit geöffneten Burgerboxen angerichtet war. Aber die Hochzeitsgesellschaft störte das nicht. Jeder wollte etwas von dem Kuchen haben, und er schien auch allen gut zu schmecken. Ich habe ihn nicht probiert, weil ich ahnte, dass er mir zu süß sein würde.</p>
<p>Aus den umstehenden Gästen bildeten sechs junge Frauen spontan eine Reihe und bewegten sich zur Musik wie nach einer eingeübten Choreografie. Einige Männer gesellten sich dazu und im Nu bildeten sich Paare, die, sich gegenüberstehend, nach den heißen Rhythmen tanzten.</p>
<p><b>Linda wirft den Brautstrauß</b></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3257 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautstrauss_werfen_s-1.jpg" alt="Linda wirft den Brautstrauss" width="264" height="300" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautstrauss_werfen_s-1.jpg 264w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautstrauss_werfen_s-1-100x114.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautstrauss_werfen_s-1-150x170.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/brautstrauss_werfen_s-1-200x227.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 264px) 100vw, 264px" />Dann war es soweit: Der Brautstrauß sollte geworfen werden. Die heiratswilligen Frauen stellten sich in der Mitte des Raumes auf und Linda stellte sich mit dem Rücken zu ihnen. Dann hob sie den Brautstrauß hoch über den Kopf und schleuderte ihn hinter sich. Alle Frauen reckten sich in die Höhe und versuchten, den Strauß aufzufangen. Doch keiner gelang dies und er fiel zu Boden. Eine junge Afro-Kubanerin sah das, bückte sich blitzschnell und zeigte ihre Beute jubelnd den umstehenden Gästen. Sie lachte glücklich in meine Kamera und ich glaube, sie sagte, dass dies das zweite Mal war, dass sie einen Brautstrauß gefangen habe. Dann lief sie zu ihrem Freund und umarmte ihn stürmisch.</p>
<p>Nun war es an Enrique, das Strumpfband der Braut zu werfen. Die unverheirateten Männer stellten sich hinter ihm auf und tatsächlich fing der Freund der glücklichen Brautstraußfängerin das Strumpfband. Die junge Frau war von Freude überwältigt, hieß dies doch nach ihrer Interpretation, dass eine Hochzeit mit ihrem Liebsten nun sicher vorausbestimmt war.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3256 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/strumpfband_werfen_s.jpg" alt="Enrique wirft das Strumpfband" width="300" height="243" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/strumpfband_werfen_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/strumpfband_werfen_s-100x81.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/strumpfband_werfen_s-150x122.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/09/strumpfband_werfen_s-200x162.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Kurz darauf gab es großen Spaß beim Wechseltanz. Enrique und Linda tanzten mit ihren Freunden im Wechsel Tango. Abgeklatscht wurde alle paar Minuten, wobei es besonders lustig anzusehen war, wenn Enrique mit einem Freund tanzte. Bei Linda mit einer Freundin sah das Ganze weniger befremdlich aus. Alle hatten ihre Freude an diesem lustigen Reigen.</p>
<p><b>Das Fest wurde abrupt beendet</b></p>
<p>Leider wurde kurze Zeit später das schöne Hochzeitsfest jäh unterbrochen, als ein paar Männer in den Saal kamen und damit begannen, die Hussen von den Stühlen zu ziehen und die Tischdecken abzunehmen. Der restliche Rum wurde unter den Gäste verteilt, die Musikanlage abgebaut, der Müll eingepackt und vorbei war das Hochzeitsfest, ohne einen Ausklang gefunden zu haben. Schade!</p>
<p>Ich wurde mit dem Brautauto ins Hotel gebracht und trank an der Bar noch ein letztes Bier, bevor ich müde auf mein Zimmer ging.</p>
<p>Zwei Tage später verließ ich Havanna und ließ meine nun glücklich verheiratete Tochter bei ihrem Mann zurück. Das junge Paar brach bald darauf zu einer kleinen Hochzeitsreise zu einem Badeort auf Kuba auf.</p>
<p>Lies auch: <a href="https://bild-art.de/hochzeit-in-havanna">Teil I</a> und <a href="https://bild-art.de/hochzeit-in-havanna-teil-2">Teil II</a></p>
<p>Text: ©Xenia Marita Riebe</p>
<p>Fotos: ©Yaset Llerena, Marion Ehrhardt</p>
<p>Diese schöne Fototasse mit einem Motiv aus Kuba findest du in meinem <a href="https://bild-art.de/produkt-kategorie/bedruckte-tassen">Shop</a>. 8,50 €</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-3078 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/tasse_hermosa_kuba_s.jpg" alt="Tasse mit Retro-Werbung &quot;Hermoso y en Negrilla&quot;" width="300" height="278" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/tasse_hermosa_kuba_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/tasse_hermosa_kuba_s-100x93.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/tasse_hermosa_kuba_s-150x139.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/tasse_hermosa_kuba_s-200x185.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Deutsch &#8211; Kubanische Hochzeit in Havanna &#8211; Teil I</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Xenia Marita Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Sep 2017 19:49:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Brautmoden "Mari me"]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Abenteuer von Lindas und Enriques Hochzeit Teil I Der Beginn einer Liebe Als Linda und ich im Oktober 2015 nach Havanna flogen, ahnten wir nicht, wohin uns diese Reise führen würde. Als touristische Reise geplant –wir wollten das ursprüngliche &#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-3074 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/hochzeitsfoto_top_s.jpg" alt="Hochzeit in Havanna, Kuba" width="480" height="319" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/hochzeitsfoto_top_s.jpg 480w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/hochzeitsfoto_top_s-300x199.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/hochzeitsfoto_top_s-100x66.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/hochzeitsfoto_top_s-150x100.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/hochzeitsfoto_top_s-200x133.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/hochzeitsfoto_top_s-450x299.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px" /></p>
<p><b>Das Abenteuer von Lindas und Enriques Hochzeit</b></p>
<p><b>Teil I</b></p>
<p><b>Der Beginn einer Liebe</b></p>
<p>Als Linda und ich im Oktober 2015 nach Havanna flogen, ahnten wir nicht, wohin uns diese Reise führen würde.</p>
<p>Als touristische Reise geplant –wir wollten das ursprüngliche Havanna kennenlernen, bevor es durch die erneute politische Annäherung und die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Kuba und den USA seinen romantischen Reiz verlieren sollte – glitt unser Aufenthalt in der Vieja von Havanna nach dem zweiten Abend nach und nach ins Private, um schließlich für Linda zum Liebesabenteuer zu werden. Der Grund dafür war der Kunstmaler Enrique Guisado Triay.</p>
<p lang="de-DE"><b>Der Tango brachte das Paar zusammen</b></p>
<figure id="attachment_3056" aria-describedby="caption-attachment-3056" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3056 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/ojo_ciclon_xenia_s.jpg" alt="Galerie &quot;El Ojo del Ciclón&quot;" width="300" height="200" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/ojo_ciclon_xenia_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/ojo_ciclon_xenia_s-100x67.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/ojo_ciclon_xenia_s-150x100.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/11/ojo_ciclon_xenia_s-200x133.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3056" class="wp-caption-text">Galerie &#8222;El Ojo del Ciclón&#8220;</figcaption></figure>
<p>Linda, als leidenschaftliche Tangotänzerin, hatte schnell herausgefunden, dass es eine Galerie gab,in der jeden Mittwoch eine Milonga stattfindet. Die Galerie „El Ojo del Ciclón“ lag an der Kreuzung Calle Villegas – in der die Casa lag, in welcher wir wohnten – mit der Calle O&#8216; Reilly und so nur ca. 50 Meter von unserer Unterkunft entfernt. Was lag da näher, als am Mittwochabend dort hinzugehen?</p>
<p>Beim Eintreten in die Galerie waren wir überrascht, denn wir hatten eine von den in Havanna üblichen Galerien erwartet. Was aber in der Galerie „El Ojo del Ciclón“ gezeigt wurde, unterschied sich so grundsätzlich von den auf den Tourismus abgestimmten Gemälden in den üblichen Galerien, dass mein Interesse geweckt war. Der kubanische Künstler Leo D’Lazaro – der Inhaber der Galerie &#8211; hatte einen ganz eigenen Stil, den er in den unterschiedlichsten Disziplinen auslebte. So hatte er einen eigenen Kosmos erschaffen, der seiner Weltanschauung entsprach, nämlich ein Archäologe des Jetzt und Hier zu sein. In der Galerie gab es neben Gemälden und Skulpturen auch Fotografien und Installationen. Leo ist ein sehr sozialer Mensch, der sich erst wohl fühlt und arbeiten kann, wenn viele Leute um ihn herum sind. Deshalb stehen die großen Türen der Galerie immer weit offen und das bis spät in die Nacht. Leo D’Lazaro ist aber nicht nur ein großartiger Künstler mit einem großen Œuvre, sondern er stellt seine Galerie auch jungen Künstlern als Treffpunkt zur Verfügung. Diese können dort in einem geschützten Bereich sitzen und diskutieren. Dieses Angebot wird gerne angenommen, auch weil es in Kuba kaum Möglichkeiten für junge Künstler gibt, miteinander in Kontakt zu kommen und frei über ihre Ansichten zu sprechen. Die jungen Leute treiben sogar Sport in der Galerie. Hierfür haben sie die Enden einer Eisenstange in Eimer mit Beton getaucht und sich so eine Langhantel gebaut. Mit diesem „Sportgerät“ trainieren sie zwischen den Arbeitstischen des Künstlers ihre Muskeln. Und Leo öffnet seinen Arbeitsbereich auch für die Tangoszene der Stadt, die dort mittwochs ihre Milongas abhält. Eine dieser Veranstaltungen besuchten Linda und ich.</p>
<figure id="attachment_3075" aria-describedby="caption-attachment-3075" style="width: 380px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3075 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/leo_02_s.jpg" alt=" Leo D’Lazaro, Galerie &quot;El Ojo del Ciclón&quot;, Havanna, Kuba" width="380" height="246" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/leo_02_s.jpg 380w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/leo_02_s-300x194.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/leo_02_s-100x65.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/leo_02_s-150x97.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/leo_02_s-200x129.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px" /><figcaption id="caption-attachment-3075" class="wp-caption-text">Leo D’Lazaro, Galerie &#8222;El Ojo del Ciclón&#8220;</figcaption></figure>
<p>Leider waren an diesem Abend keine Tänzer zur Milonga gekommen. Vivian, eine hübsche Afrokubanerin, war die einzige, die zum Tanzen erschienen war. Da sie als Wissenschaftlerin sehr gut Englisch sprach, kam Linda gleich mit ihr ins Gespräch und erfuhr so, dass normalerweise um die zwölf Tangotänzer- und Tänzerinnen zur Milonga kommen. Die Zeit verging und die beiden jungen Frauen unterhielten sich angeregt. Ich schaute mir inzwischen die Kunst an. Plötzlich betrat ein junger Mann den sehr speziellen Raum. Er wurde uns als Enrique Guisado Tray vorgestellt und war Vivians fester Tanzpartner. Der junge Mann war ein Kubaner spanischer Abstammung. Er war groß und schlank und trug sein dunkles Haar zu einem kurzen Zopf zusammengebunden. Kaum hatte dieser seine Tangoschuhe angezogen, als auch schon die ersten Tangorhythmen erklangen. Vivian und Enrique begannen zu tanzen und Linda zog schnell ihre Tangoschuhe an. Nach der Cortina zwischen den ersten beiden Tandas forderte Enrique Linda zum Tanz auf und wechselte danach in jeder Cortina zwischen den beiden anwesenden Tänzerinnen. So hatte er keine Tanzpause und in der schwülen Hitze der Galerie schwitzte er so sehr, dass sein weißes Hemd schon bald durchnässt war. Am Ende der Milonga kamen wir mit Enrique ins Gespräch und erfuhren, dass er Maler ist. Da ich ja selbst Malerin bin und mich deshalb sehr für Kunst interessiere, fragte ich ihn, ob wir seine Bilder einmal im Original sehen könnten. Dies bejahte er und versprach, uns am nächsten Tag um 14 Uhr an der Galerie abzuholen. Ich glaubte nicht wirklich daran, dass er sein Versprechen einhalten würde, doch tatsächlich stand er am nächsten Mittag schon vor der Tür der Galerie und wartete auf uns.</p>
<figure id="attachment_3072" aria-describedby="caption-attachment-3072" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3072 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/enrique_s.jpg" alt="Enrique Guisado Triay, Havanna, Kuba" width="300" height="225" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/enrique_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/enrique_s-100x75.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/enrique_s-150x113.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/enrique_s-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3072" class="wp-caption-text">Enrique Guisado Triay</figcaption></figure>
<p>Er ging mit uns zu Fuß zum Parque Central, wo wir in ein Sammeltaxi stiegen. Wir hatten keine Vorstellung, wohin er uns führen würde, und glaubten, er wolle uns zu einer Galerie irgendwo in Havanna bringen. Nach einer ziemlich langen Fahrt durch Havanna stiegen wir schließlich aus. Enrique führte uns eine unbefestigte Straße hinunter. Hier sah es aus wie in einer afrikanischen Stadt. Die Bewohner der kleinen niedrigen Häuser waren überwiegend dunkelhäutig und Musik klang von überall zu uns herüber. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass Enrique uns zu sich nach Hause bringen wollte. Wir gingen die etwas abschüssige Straße hinunter und trafen vor einem blauen Haus auf eine Frau, die uns freundlich begrüßte. Es war Regla, Enriques Mutter. Sie lud uns ein, hereinzukommen. Das Zimmer, das wir betraten war klein, aber sauber. Es gab einen Esstisch, ein Sofa, einen Fernseher, einen Kühlschrank und eine Waschmaschine. Die Wände waren grün und rosa gestrichen. Überall hingen Enriques Gemälde und seine Skulpturen standen auf einem Tischchen an der Wand. Enrique nahm uns mit in sein Zimmer und zeigte uns dort seine Zeichnungen und Bilder, die wir eingehend betrachteten. Da es aber meistens sehr persönliche Bilder und Portraits waren, kauften wir ihm nichts ab. Das war sicher sehr enttäuschend für ihn, aber er ließ sich nichts anmerken. Regla servierte uns Milchreis, der sehr süß war und dazu furchtbar süßen Kaffee. Im Haus war es unglaublich heiß und schwül und ich schwitzte schlimm, vor allem, weil der einzige Ventilator kaputt war. Linda und Enrique gingen nach draußen und sprachen mit Enriques Freunden. Ich saß im heißen Wohnzimmer und versuchte mit Regla zu kommunizieren, was ohne eine gemeinsame Sprache recht anstrengend war.</p>
<figure id="attachment_3076" aria-describedby="caption-attachment-3076" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3076 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/regla_s.jpg" alt="Kubanerin, Havanna, Kuba" width="300" height="225" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/regla_s.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/regla_s-100x75.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/regla_s-150x113.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/regla_s-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-3076" class="wp-caption-text">Regla, Enriques Mutter</figcaption></figure>
<p>Abends luden wir Mutter und Sohn zum Essen in ein Restaurant ein. Regla freute sich riesig, denn wie sie uns erzählte, war sie schon seit Jahren nicht mehr ausgegangen. Wir fuhren also zusammen in das chinesische Viertel und sie führten uns in ein Chinarestaurant. Linda und ich fanden dies etwas befremdlich &#8211; wir wären lieber in ein typisch kubanisches Restaurant gegangen &#8211; aber das Essen war gut und es wurde ein netter Abend.</p>
<p>Von da an verbrachten wir jeden Nachmittag und Abend mit Enrique. Er kam uns immer pünktlich um 14:00 Uhr abholen und zeigte uns seine Stadt.</p>
<p>(Mehr hierzu kannst du auch in meinem Artikel <a href="https://bild-art.de/vierzehn-tage-in-havanna">Vierzehn Tage in Havanna</a> erfahren)</p>
<p>Das war der Beginn einer Liebe zwischen zwei Menschen aus zwei Kulturkreisen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch die gemeinsame Leidenschaft für den Tango überbrückte alle anfänglichen Hindernisse, wie die Schwierigkeit der Verständigung.</p>
<p>Als unser Aufenthalt in Havanna endete, war für jeden deutlich ersichtlich, dass Linda und Enrique ineinander verliebt waren.</p>
<p><b>Vorbereitungen für die Hochzeit</b></p>
<p>Nur neun Monate später – Linda war inzwischen noch einmal für ein paar Wochen auf Kuba gewesen – fand die Hochzeit in Havanna statt.</p>
<p>Vorausgegangen waren viele, zum Teil recht schwierige Vorbereitungen. So mussten wir den Hochzeitsanzug für Enrique in Deutschland kaufen, da dies in Havanna nicht möglich war. Enriques Körpermaße wurden per SMS hin- und hergeschickt und blieben letztlich doch ein wenig unklar.</p>
<p><b><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3077 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/linda_brautkleid_berlin_s.jpg" alt="Brautkleid von &quot;Mari me&quot;, Berlin" width="225" height="300" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/linda_brautkleid_berlin_s.jpg 225w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/linda_brautkleid_berlin_s-100x133.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/linda_brautkleid_berlin_s-150x200.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/linda_brautkleid_berlin_s-200x267.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" />Der Kauf der Brautausstattung</b></p>
<p>Lindas Brautausstattung kauften wir in Berlin. Ich traf sie dort und wir fuhren an einem Sonntagmorgen im Mai zu einer Second-Hand-Brautausstatterin. Diese betrieb ihr Geschäft mit dem Namen <b>„Mari me“</b> in ihrem Privathaus im Keller. Dort hatte sie neben ca. 50 Brautkleidern auch alle anderen Accessoires wie Brautschuhe, Täschchen, Schleier und Haarschmuck im Angebot. Linda hatte schon über das Internet eine Vorauswahl der Kleider getroffen, die ihr gefielen. Diese probierte sie nun nach und nach an. Eigentlich passten ihr alle Modelle und wir hatten uns schon beinahe für eines entschieden, als der Verkäuferin noch ein Kleid einfiel, das sie in ihrem Schlafzimmer aufbewahrte. Sie holte es und Linda zog es an. Uns allen war sofort klar ersichtlich, dass dies es Kleid das absolut passende für Linda war. Es war ein wunderschönes Neckholderkleid mit aufgenähten zart lila Tüllblüten. Es passte so perfekt zu Linda, als wäre es extra für sie angefertigt worden. Zum Kleid erstanden wir dann noch einen luftigen Schleier, ein Täschchen und ein Paar schöne Brautschuhe. Glücklich und zufrieden verließen wir die sehr nette und kompetente Brautausstatterin und versprachen, sie weiterzuempfehlen, was ich hiermit gerne mache.</p>
<p>Bei einer Kubanischen Hochzeit ist es üblich, dass die Braut ein After Wedding Dress trägt. Dies ist sicher den hohen Temperaturen geschuldet, die es beinahe unmöglich machen, die Hochzeitsfeier in einem langen schweren Brautkleid zu überstehen. Deshalb gingen wir am Montag in Berlin in die Innenstadt und suchten nach einem leichten, kurzen Kleid für Linda. Fündig wurden wir bei Karstadt. Dort kauften wir ein süßes, kurzes, weißes Kleid mit einem weit schwingenden Rock, das geradezu perfekt war, um damit auf der Hochzeitsfeier zu tanzen. Die benötigten und passenden Dessous kauften wir gleich dazu. Nun war die junge Braut fertig ausgestattet und wir gingen zu einem leckeren essen in ein vegetarische Restaurant. Nachmittags fuhren wir dann noch zur kubanischen Botschaft, weil Linda ihre beglaubigte Geburtsurkunde dort nochmals beglaubigen lassen musste. Der ganze Papierkrieg vor der Hochzeit war im Übrigen sehr zeit- und kostenintensiv. Dies nur so nebenbei bemerkt. Abends trennten Linda und ich uns dann. Sie fuhr zurück nach Leipzig und ich nach Mönchengladbach. Das Brautkleid nahm ich mit nach Hause, denn ich musste noch ein paar Änderungen daran vornehmen. Es musste zum Beispiel gekürzt werden. Dazu musste ich es abschneiden, was ziemlich aufregend war, denn ich hatte als Anhaltspunkt für die richtige Länge nur einige Stecknadelmarkierungen, die wir bei der Brautausstatterin gemacht hatten. Ich befürchtete, dass das Kleid zu kurz werden könnte und war sehr nervös, als ich die Schere ansetzte und in den schönen Stoff schnitt. Was würde geschehen, wenn das Kleid am Ende zu kurz war? Nicht auszumalen! Das Risiko war sehr hoch, doch was half es, ich musste es riskieren! Linda würde erst zwei Tage vor ihrem Flug nach Havanna nach Mönchengladbach kommen und dann war die Zeit zu knapp, um das Kleid noch zu ändern. In das ziemlich gewagte Dekolleté<span style="font-family: georgia,palatino,serif;font-size: 12pt"> nähte ich ein wenig von dem Tüll, den ich am Saum abgeschnitten hatte und an die Schleppe eine kleine Schlaufe, mit deren Hilfe Linda das Kleid hochbinden konnte. Das genügte, um das Brautkleid perfekt an Lindas Bedürfnisse anzupassen.</span></p>
<p><span style="font-family: georgia,palatino,serif;font-size: 12pt"><b>Der Bräutigam wird ausgestattet</b></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3073 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/hochzeit_kravatte_s.jpg" alt="Hochzeit in Havanna, Kuba" width="200" height="300" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/hochzeit_kravatte_s.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/hochzeit_kravatte_s-100x150.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/hochzeit_kravatte_s-150x225.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" />Linda wollte gerne für ihren Bräutigam eine Weste kaufen und wir tauschten viele Fotos von Westen, die im Internet angeboten wurden. Schließlich entschied Linda sich für eine elfenbeinfarbene Weste mit Paisleymuster im Vorderteil und verstellbarem Rückenteil. Noch immer waren wir uns nicht sicher, welcher Kleidergröße nun Enriques Maßangaben entsprachen. Linda bat mich, den Brautanzug zu kaufen. Da er, des knappen Budget geschuldet &#8211; schließlich kamen wir für alle Kosten für die Hochzeit auf &#8211; nicht allzu teuer werden durfte, ging ich zu C&amp;A. Ich schickte per Smartphone einige Fotos zu Linda, bis wir uns auf einen schönen Anzug aus matt glänzendem, leichtem Stoff entschieden. Ein sehr netter Verkäufer half mir dabei, Hose und Jackett in den, wie wir glaubten richtigen Größen zu kombinieren. Die Krawatte suchten wir nach der Farbe der Blumen aus, die Lindas Brautkleid zierten.</p>
<p><b>Ausstattung der Brautmutter</b></p>
<p>Das Schwierigste war, eine passende Garderobe für mich zu finden. Ich fuhr zu diesem Zweck an einem heißen Donnerstag Ende Mai nach Düsseldorf. Dort ging ich von Kaufhaus zu Kaufhaus und probierte an die achtzig Kleider an, ehe ich endlich ein Modell fand, das geeignet für den Anlass und für das kubanische Klima schien. Dafür durfte es nicht zu enganliegend sein, musste aus einem Material genäht sein, das Luftzirkulation zuließ und sollte weder zu elegant, noch zu schlicht sein. Um gut angezogen zu sein, benötigte ich auch ein kleines Jäckchen. Es war schon gegen Abend, als meine Wahl endlich auf ein schwarzes Seidenkleid im Volantlook mit einem silbernen Jäckchen der Marke 1-2-3 fiel. Passend dazu kaufte ich sehr elegante silberne Schuhe.</p>
<p><b>Aufbruch zur Hochzeit in Havanna</b></p>
<p>Anfang Juni kam Linda nach Mönchengladbach, um von hier in Richtung Kuba aufzubrechen. Wir verpackten sorgfältig das Brautkleid, das zum Glück nicht zu kurz geraten war, in einen Handgepäckkoffer. Dazu kam alles, was Linda für den Tag der Hochzeit brauchte, und was nicht verlorengehen durfte. Alle anderen Gepäckstücke fanden in einem großen Koffer Platz, den Linda neu erstanden hatte. Ich nahm Lindas alten Überseekoffer mit, der bei Enrique in Havanna bleiben sollte. In diesen stellte ich meinen eigenen großen Koffer und verpackte darin Enriques Hochzeitsanzug und ein paar Kleidungsstücke und Geschenke. Das Kleid, das ich am Hochzeittag tragen wollte und auch die schönen Schuhe legte ich in meinen Handgepäckkoffer. Die Angst, mein Gepäck könne nicht rechtzeitig auf Kuba ankommen, war groß und berechtigt.</p>
<p>Es war geplant, dass ich Bernds große Filmkamera mitnehmen sollte, um damit die Hochzeit zu filmen. Am Tag vor meinem Abflug &#8211; ich flog wenige Tage später als Linda &#8211; wollte Bernd mich in die Funktionen der Kamera einweisen. Dabei stellte sich heraus, dass diese zu schwer für mich war und ich sie nicht würde händeln können. Also kauften wir einen kleinen Camcorder und ich machte mich schnell damit vertraut.</p>
<p>Mein Flug nach Havanna startete mit sechsstündiger Verspätung und ich kam schließlich neun Stunden später als vorgesehen im Hotel an. Ich hatte ein Zimmer im H10 Miramar in Havanna Playa gebucht, denn das Standesamt liegt ganz in der Nähe dieses Hotels. Wir planten mein Hotelzimmer als Basis für die Hochzeit und die Hochzeitsfeier zu nutzen, die auch ganz in der Nähe stattfinden sollte. Das Hotel war schon einigermaßen an internationale Standards angepasst, ließ aber dennoch viel zu wünschen übrig. Ich hatte mir vorgestellt, die drei Tage bis zur Hochzeit überwiegend in der vielgepriesenen Poollandschaft des H10 zu verbringen, um mich von einer anstrengenden Zeit zu Hause ein wenig zu erholen. Daraus wurde aus zwei Gründen nichts. <img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3070 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/pool_h10_s.jpg" alt="Pool ohne Wasser, aber mit Baustelle, H10 Miramar in Havanna Playa, Kuba" width="248" height="280" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/pool_h10_s.jpg 248w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/pool_h10_s-100x113.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/pool_h10_s-150x169.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/pool_h10_s-200x226.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 248px) 100vw, 248px" />Erstens war der Pool des Hotel leer und anstatt Wasser befand sich dort eine Baustelle mit viel Baulärm. Zweitens fegte gerade der erste tropische Sturm der Saison über Kuba und überschütte die Insel mit einer tagelangen Sintflut. Uns wurde wegen der Hochzeit Angst und Bange. Zum Glück war der Termin der Trauung willkürlich um einen Tag nach hinten verschoben worden &#8211; was wiederum ein Problem mit dem Raum für die Feier mit sich brachte – denn am Tag der Hochzeit hörte es auf zu regnen. Ich verbrachte also viel Zeit lesend in meinem stickigen Hotelzimmer, in dem man nur ein ganz kleines Fenster einen Spalt weit öffnen konnte. Freilich war ich auch mit Linda und Enrique unterwegs, um letzte Besorgungen zu machen, besuchte Enriques Mutter in ihrem Haus in St. Miguel de Padron und ging abends mit einem Ehepaar aus Köln aus, das ich auf dem Flug kennengelernt hatte.</p>
<p>Jedenfalls hatten Linda und Enrique mich vom Flughafen abgeholt. Sie waren guter Dinge. Sie nahmen Enriques Anzug mit und mussten zu Hause leider feststellen, dass das Jackett wie auch die Weste um einiges zu weit waren. Enrique brachte beides zur Änderung zum Schneider, der diese Arbeit eher schlecht als recht bewältigte.</p>
<p>Die weiteren Vorbereitungen für die Hochzeit gestalteten sich auch recht schwierig, wobei ich von den vielen Formalitäten, beim Aufgeben des Aufgebotes, nur aus Lindas Schilderung weiß.</p>
<p>Wir lernten bald, dass viele Dinge, eine Hochzeit betreffend, in Havanna nur mit Hilfe einer Agentur erledigt werden können, was immer bedeutet, dass es sehr teuer wird. So musste der Hochzeitskuchen über eine solche bestellt werden, durfte die Ausstattung des Raumes, in dem gefeiert werden sollte, nur über eine Agentur abgewickelt werden und selbst der Brautstrauß wurde auf diese Weise gekauft.</p>
<p><b><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3071 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/brautstrauss_s.jpg" alt="Brautstrauß, gekauft in Havanna, Kuba" width="272" height="300" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/brautstrauss_s.jpg 272w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/brautstrauss_s-100x110.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/brautstrauss_s-150x165.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/brautstrauss_s-200x221.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 272px) 100vw, 272px" />Lindas Brautstrauß wird gekauft</b></p>
<p>Diese kleine Episode möchte ich gerne gesondert schildern. Enrique und Linda holten mich vom Hotel ab und wir fuhren mit einem Linienbus in die City. Die Fahrt dauerte recht lange und es war sehr heiß und schwül. Nach einer Weile schlief Enrique ein. Ich denke, er war erschöpft von den vielen Besorgungen und den Vorbereitungen für die Hochzeit. Als er wieder aufwachte, waren wir schon an unserem Ziel vorbeigefahren. Wir stiegen schnell aus und musste eine ziemliche Strecke zurückgehen, immer entlang einer vielbefahrenen Straße. Die Sonne brannte durch eine dünne Schleierbewölkung und ausnahmsweise regnete es einmal nicht. Endlich erreichten wir den Blumenladen und traten ein. Aus der Hitze kommend, hatte ich das Gefühl, ein Kühlhaus zu betreten. Das Ladenlokal war kalt, kahl und leer. Es gab eine Theke und drei Vasen mit Rosen. Sonst nichts. Den Brautstrauß mussten wir aus einem Katalog aussuchen, der circa fünf unterschiedliche Sträuße zeigte. Wir entschieden uns für einen kleinen Strauß aus fünf cremefarbenen Rosen und Schleierkraut. Der Preis hierfür betrug stolze 50 Dollar und das in einem Land, in dem die Menschen vom Staat für ihre Arbeit einen Lohn von max. 12 Dollar bekommen.</p>
<p><b>Und noch mehr Schwierigkeiten</b></p>
<p>Schwierig war es auch, Pappteller für die Feier zu kaufen, wofür Linda, Enrique und ich bei starkem Regen zu mehreren „Supermärkten“ fuhren, von denen der erste aus unerklärlichen Gründen geschlossen hatte. Es hieß, dass der Markt manchmal sonntags öffne und dafür montags geschlossen habe. Niemand wusste aber, an welchen Sonntagen geöffnet war, und warum. Eine Menge aufgebrachter Leute standen am Gittertor des Parkplatzes und schimpften, denn der „Supermarkt“ lag weit draußen in Richtung Flughafen und alle waren nun umsonst dorthin gefahren. Wir übrigens mit Bus und Privattaxi. Weil wir kein Taxi für die Rückfahrt bekamen, muusten wir eine weite Strecke laufen und wurden dabei sehr nass, denn wir hatten nur zwei dürftige Knirpse (Regenschirme) dabei. Schließlich gelangten wir auf Umwegen nach Vedado, dem modernen Zentrum von Havanna. Auch dort lief das Regenwasser in Bächen über die Straßen, aber unsere Schuhe waren ja schon durchnässt. Linda und Enrique erstanden dort in einem Geschäft eine Menge Burgerboxen, während ich draußen im Regen stand und auf Schirme und Taschen achtgab. Hinein in den Laden, der eher wie ein Lager aussah, durfte man nämlich nur ohne Taschen.</p>
<p>Auch Enriques Eltern hatten Probleme, die Zutaten für das Hochzeitsessen zu kaufen. Sie bekamen keine passenden Nudeln für den Nudelsalat und mussten letztlich auf Spaghetti zurückgreifen. Ich kaufte Sekt für die Trauung und versuchte, diesen im Hotel in den Kühlschrank stellen zu lassen. Dies war sehr schwierig, musste ich doch dafür drei Formulare ausfüllen, mit dem Manager der Küche sprechen und auf die Minute festlegen, wann ich den Sekt wieder abholen würde. Gläser gab es natürlich auch nicht. So „organisierte“ ich welche im Frühstücksraum, wofür meine große Handtasche sehr dienlich war. Auch die beiden Wassergläser (mit Stiel), die in meinem Zimmer standen, packte ich ein.</p>
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<p><!-- ENDE des zanox-affiliate HTML-Code -->Text: © Xenia Marita Riebe</p>
<p>Fotos: © Marion Ehrhardt und Yaset Llerena</p>
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