Die weltweit erste Vertikal Groß-Windturbine im Windtestfeld Grevenbroich errichtet

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Die Vertical Sky A32 kurz nach der Errichtung

Auf dem weltweit größten Windtestfeld auf der Neurather Höhe bei Grevenbroich steht zur Zeit das weltweit größte Vertikal-Windrad der Megawatt-Klasse. Die Anlage ist fertig errichtet, der Testlauf könnte im Oktober beginnen. Die Schweizer Firma Agile Wind Power hat das System entwickelt.Die Maschine namens „Vertical Sky A32“ hat 32m Durchmesser, ist 105m hoch und soll 750kW leisten.

In der Technik der Windturbinen dominieren eindeutig die Horizontalachser mit 3 Flügeln, die mit dem Wind geführt werden.

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Windtestfeld Grevenbroich, Vertical Sky a32 im Bau, im Hintergrund das Braunkohlekraftwerk Neurath. Aufnahme vom 18.08.2020

„Vertikalläufer machen eigentlich nur Probleme“, heißt es bei Experten. Mindestens ein Rotorblatt läuft immer gegen den Wind. Durch die schnelle Änderung der Anstellwinkel kommt es zum Strömungsabriss an den Blättern und damit zu Leistungsverlusten.

Im Vergleich zu den heute üblichen Horizontal-Achsen-Windrädern liefern die Verikalen ca 30% weniger Leistung. Dieses Problem hat Agile Wind Power angeblich gelöst durch eine „Echtzeit-Rotorblatt-Pitch-Steuerung“ Die aktive und kontinuierliche Blattverstellung ermöglicht einen hohen Wirkungsgrad bei tiefen Drehzahlen des Rotors. Der Anstellwinkel zur Windrichtung ist dadurch jederzeit optimal

Damit wäre man der größten Herausforderung erfolgreich begegnet, nämlich der dynamische Strömungsabriss der Blätter, da sich der Anstellwinkel schnell ändert.

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Die vertikale Achse mit den pitch-gesteuerten Rotorblättern

Auf der Website der Firma werden die Vorteile aufgelistet:

Die deutlich geringere Lautstärke sowie die einfache Logistik für Transport, Installation, Betrieb und Unterhalt sichert eine hohe Umwelt-Verträglichkeit. Das ermöglicht, Vertical Sky® näher an besiedelte Gebiete zu rücken. Schwierig zugängliche Standorte, die mit bestehenden Technologien nicht bedient werden können, lassen sich so mit geringem Aufwand erschliessen. Das macht Vertical Sky® für die dezentrale Stromversorgung attraktiv.
Tiefe Betriebskosten sichern eine hohe Wirtschaftlichkeit. Leichte Bauteile ermöglichen einen einfachen Transport ohne grössere Flurschäden. Eine Vertical Sky® Anlage braucht weder Sondertransporte noch Spezialkräne. Ein komfortables Selbstaufbau-System schont die Ressourcen Mensch und Natur.

Der nun im Windtestfeld Grevenbroich anlaufende Testbetrieb wird zeigen, wie sich diese neue Entwicklung in der Praxis bewährt. Sobald etwa Anfang Oktober die Flügel im Wind rotieren werden wir an dieser Stelle berichten.

Hier das erste Video vom Testlauf, Rotorblätter noch im fixed pitch Modus, verstellen sich also nicht.

Text und Fotos: Bernd Riebe, OCT 2020

Bernd Riebe – 19 NOV 2020:

Agile Wind Power hat soeben eine Pressemitteilung herausgegeben:

An der neuen Gross-Windanlage Vertical Sky® A32, die Anfang September auf dem Windtestfeld in Grevenbroich bei Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen, Deutschland) errichtet wurde, ist am Sonntag 15. November 2020 kurz nach 19:00 Uhr ein Rotorarm abgebrochen. Personen wurden nicht verletzt. Es entstand Sachschaden.
Anfang September 2020 wurde auf dem Windtestfeld in Grevenbroich (NRW, D) die Windenergieanlage Vertical Sky® des Typs A32 des Schweizer Unternehmens Agile Wind Power AG erfolgreich montiert und daraufhin mit der Inbetriebnahme der Anlage begonnen.
Am Abend des Sonntags 15. November 2020 – noch während der Phase der Inbetriebnahme – brach an der Anlage ein Rotorarm mit dem daran befestigten Rotorblatt ab. Es wurde niemand verletzt. Neben Flurschaden und dem Schaden des betroffenen Rotorarms und Rotorblatts sind keine weiteren Drittschäden zu verzeichnen.
Nach Bekanntwerden des Vorfalls wurde die Sicherung der Unfallstelle veranlasst. Untersuchungen zur Ermittlung der Schadensursache wurden eingeleitet

23 NOV 2020:

Windturbine Fracture

Zur Zeit der Havarie zog eine Kaltfront durch, dabei wurden an nahegelegenen Wetterstationen Windböen um 20m/s  (Bft 8) gemessen. Der abgebrochene Rotorarm mit Flügel liegt ca 50m vom Turm entfernt.

Wind Turbine Crash

Text und Fotos: Bernd Riebe

 

 

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