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	<title>Reisetagebuch Namibia Archive - Blue Blog</title>
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	<description>Reisen durch Kultur und Natur</description>
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		<title>Namibia &#8211; Tagebuch einer Reise – Hardap Talsprerre und Kulula Lodge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Xenia Marita Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Dec 2017 16:53:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reisetagebuch Namibia]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-3305 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/hardap_stausee_s.jpg" alt="Hardap Stausee Namibia" width="450" height="296" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/hardap_stausee_s.jpg 450w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/hardap_stausee_s-300x197.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/hardap_stausee_s-100x66.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/hardap_stausee_s-150x99.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/hardap_stausee_s-200x132.jpg 200w" sizes="(max-width: 450px) 100vw, 450px" /></p>
<p>Mein Mann Bernd und ich reisten mit einem Landcruiser mit Dachzelt durch Namibia</p>
<p>Von Windhoek fuhren wir in südlicher Richtung über die C24 in Richtung Rehoboth. Die Straße war eher eine Piste mit schlechter Teerdecke, aber unser 4&#215;4 wurde problemlos damit fertig. In Rehoboth verfehlten wir die Abfahrt, die uns weiter auf der C24 in Richtung Kulala Lodge bringen sollte. So endete unsere Fahrt am Abend an der Hardap Talsperre, wo es einen Campingplatz gibt.<br />
Die Hardap Stausee ist mit 25 Quadratkilometern der größte Namibias. Eine Staumauer von 862 Metern Länge, die zwischen zwei Felsnasen gebaut wurde, staut hier den Fish River. Dieser Fluss ist der einzige Namibias, der beinahe ganzjährig Wasser führt, wenn auch die Wassermenge stark schwankt und in der Trockenzeit eher gering ist. Am westlichen Ufer des Sees gab es ein Natur- und Wildschutzgebiet von 20 000 Hektar Größe. Das staatliche Restcamp, in dem wir übernachteten, lag am östlichen Ufer des Stausees. Der Platz war sehr gepflegt, es gab Rasen und grüne Bäume. Bei einem Rundgang fand ich ein Feld mit kleinen runden Kürbissen, die ich später als gegrillte Squashies schätzen lernen sollte. Vorerst waren sie für mich nur interessante grüne Feldfrüchte.<br />
Unser Stellplatz hatte einen Sonnenschutz aus gestreifter Markisenplane, den wir aber kaum nutzen konnten, da es sehr schnell dunkel wurde.<br />
Wir waren so ziemlich allein auf dem Campingplatz, jedenfalls sahen wir auf dem Teil des Platzes, den wir uns ausgesucht hatten, keine anderen Reisenden. Aber das empfanden wir als positiv.<br />
Als es dämmerte, begannen wir damit, das Dachzelt aufzubauen. Kaum war dies geschehen, da war es auch schon dunkel. Wir hatten ganz vergessen, wie schnell es in Afrika dunkel wird. Wir krochen in unser Zelt und ließen dort den Tag noch einmal Revue passieren. Obwohl wir von unserer eigentlichen Route abgekommen waren, hatten wir doch einen schönen Tag gehabt. Der „Umweg“ hatte uns eine Fahrt durch eine unvergleichliche Landschaft beschert. Wir waren durch eine unendlich scheinende Weite gefahren, über uns ein wunderschöner Himmel, mit weißen Schönwetterwolken. Die klare Sicht hatte uns begeistert. Wir durchfuhren eine Landschaft mit karstigen Bergen und niederer Steppe. In vielen der vereinzelt wachsenden Schirmakazien hingen auffällige Vogelnester, die Heimstätte für Hunderte von kleinen Vögel. Dort herrschte ein stetes Kommen und Gehen. Schwärme von Vögeln flogen ein und aus, wahrscheinlich um ihre Jungen zu versorgen. Wir sahen auch vereinzelt Wildtiere, Springböcke, Strauße und eine Oryxantilope mit ihren eindrucksvollen Hörnern.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-3301 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/namibia_sandpiste_s.jpg" alt="Sandpiste in Namibia" width="400" height="263" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/namibia_sandpiste_s.jpg 400w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/namibia_sandpiste_s-300x197.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/namibia_sandpiste_s-100x66.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/namibia_sandpiste_s-150x99.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/namibia_sandpiste_s-200x132.jpg 200w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Am nächsten Morgen waren wir überrascht, wir frisch und kühl die Luft war. Wir frühstückten mit Blick auf den Stausee, packten dann unsere Sachen und machten uns auf den Weg. Wir fuhren in Richtung Mariental und von dort über die C19 in Richtung Maltahöhe. Die Piste war sehr schlecht. Eine rote Schotterstrecke mit Waschbretteffekt, aber die Aussicht über das Land war wie am Vortag fantastisch. Ich konnte mich nicht satt sehen an der Landschaft, die nach einer extrem ergiebigen Regenzeit viel grüner war, als wir erwartet hatten. Trotzdem hatte sie ihren ariden Charakter bewahrt, der auch vom sprießendem Wüstengras nicht überdeckt wurde. Das Gras mit seinen duftigen Samenähren wiegte sich sanft im Wind und verlieh den steinigen Tafelbergen einen seidigen lichtgrünen Schimmer.<br />
Die Fahrt auf der schlechten Piste war ermüdend und obwohl wir immer wieder anhielten, um besonders schöne Ausblicke zu genießen, waren wir doch recht erschöpft, als wir gegen Abend endlich den Wegweiser zur Kulula Lodge sahen. Wir hatten von dieser Lodge gehört und wollten uns eine Nacht in diesem außergewöhnlichen Restcamp gönnen. Wir bogen ein in eine Sandpiste, die nicht ohne 4&#215;4 befahren werden konnte. Es dauerte eine ganze weile, ehe wir endlich zur Lodge kamen.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-3299 " src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/kulala_lodge_s.jpg" alt="Kulala Lodge, Namibia" width="399" height="280" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/kulala_lodge_s.jpg 400w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/kulala_lodge_s-300x211.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/kulala_lodge_s-100x70.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/kulala_lodge_s-150x105.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/kulala_lodge_s-200x141.jpg 200w" sizes="(max-width: 399px) 100vw, 399px" /></p>
<p>Was wir vorfanden, war beinahe mehr, als wir erwartet hatten. Schon von Weitem sah ich die flachen Gebäude mit ihren Strohdächern im Wüstensand stehen. Dahinter als Kulisse die 300 Meter hohen roten Sanddünen. Ein fantastischer Anblick. Wir wurden in der Rezeption, die sehr schön dekoriert war, von einer freundlichen jungen Frau, einer Europäerin, empfangen. Sie führte uns zu einem kleinen Haus aus Zeltplanen, einem Kulala, das auf einer hölzernen Plattform gebaut war. Die Plattform stand auf Pfählen, was dazu diente, die kühle Brise besser einzufangen, die über das Land wehte. Gleichzeitig diente sie den Gästen als private Veranda. Damals gab es die große Veranda vor der Rezeption noch nicht, denn die Lodge war gerade erst eröffnet worden. Auch der Pool war noch nicht da. Wir fühlten uns wohl in unserem Kulala. Dieses bot uns allen erdenklichen Komfort. Einen großen Schlafraum mit Doppelbett und Sitzgelegenheiten und ein sehr schönes Bad. Dass die Wände aus Zeltplanen bestanden, hatte den Vorteil, dass man diese öffnen konnte, wo immer man wollte. Sie ließen sich leicht aushaken und zurückklappen. So konnten wir im Bett liegen und dabei ungehindert zu den Dünen hinüberschauen. Den Abend verbrachten wir auf der Veranda vor unserem Kulala. Es war ein unvergleichlicher Abend. Wir aßen ein Reisgericht und tranken Wein, schauten hinüber zu den roten Sanddünen und genossen später den spektakulären Abendhimmel mit seinen Tausenden von Sternen, die hier scheinbar heller strahlten als irgendwo sonst auf der Welt. Wir schliefen herrlich bei offener Zeltplane. Angst vor Moskitos brauchten wir nicht zu haben, denn die Luft war viel zu trocken. Schlangen und Skorpione konnten uns wegen der Pfahlbauweise nicht erreichen. Selten habe ich so gut geschlafen wie im Kulala Restcamp in der Stille des Kulala Wilderness Reserve.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-3308 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/namibia_calla_s.jpg" alt="Calla im Flussbett, Namibia" width="400" height="278" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/namibia_calla_s.jpg 400w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/namibia_calla_s-300x209.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/namibia_calla_s-100x70.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/namibia_calla_s-150x104.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/namibia_calla_s-200x139.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Am nächsten Morgen machten wir eine kurze Wanderung durch den ausgetrockneten Fluss. Die Inhaberin der Lodge hatte uns erzählt, dass es in diesem Jahr seit 64 Jahren zum ersten Mal ergiebig geregnet hatte. Damit hatte keiner gerechnet. Ein Stück flussaufwärts hatten Leute im Flussbett ihr Haus gebaut. Das war nun weggeschwemmt worden. Nichts war davon übrig geblieben, als sich die Wassermassen den Fluss hinabgewälzt hatten. Doch jetzt war er wieder ausgetrocknet und wir konnten im Wadi wandern. Zurückgeblieben von der Flut waren blühende Pflanzen, die hier und da im Flussbett wuchsen. Blüten in allen Farben waren zu sehen. Ich sah eine mächtige Calla, die ihre weißen fleischigen Blüten der Sonne entgegenstreckte. Welch ein Wunder, dachte ich. Wie war es möglich, dass Pflanzen sechs Jahrzehnte in der Trockenheit überdauern konnten, um dann nach einem Regenguss in solcher Pracht und Vielfalt zu blühen.<br />
Ich wäre gerne noch in der Kulala Lodge geblieben, aber unser Ziel, der Hohe Brandberg, lockte.</p>
<p>Text und Fotos: © Xenia Marita Riebe &#8211; April 1997<br />
Fotos: © Bernd Riebe</p>
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		<title>Namibia &#8211; Tagebuch einer Reise &#8211; Ankunft in Windhoek</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Xenia Marita Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Dec 2017 20:23:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reisetagebuch Namibia]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-3082 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/windhoek_04_s.jpg" alt="Windhoek, Namibia" width="400" height="273" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/windhoek_04_s.jpg 400w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/windhoek_04_s-300x205.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/windhoek_04_s-100x68.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/windhoek_04_s-150x102.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/windhoek_04_s-200x137.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Mein Mann Bernd und ich reisten mit einem Landcruiser mit Dachzelt durch Namibia.</p>
<p>Wir fuhren mit dem Zug nach Frankfurt zum internationalen Flughafen. Dort angekommen, warteten wir lange am Schalter der Air Namibia. Der Check In klappte reibungslos. Mich störten nur die vielen Reisenden, die Jagdgewehre bei sich trugen. Es war mir unbegreiflich, wie Menschen nach Afrika fliegen können, nur um dort Tiere zu töten. Der Flug, der mehr als 10 Stunden dauerte, wurde mir sehr lang und obwohl ich eine Reisetablette genommen hatte, schlief ich kaum. Ich wachte andauernd auf, weil ich den Wunsch verspürte, meine Beine auszustrecken. Hin und wieder stand ich auf und bewegte mich ein wenig im Gang. Neben mir saß ein junger Mann aus Schweden, der beinahe die ganze Zeit schlief. Erst beim Frühstück kamen wir kurz ins Gespräch und er schwärmte vom Norden Namibias und beschwörte uns beinahe, dort hinzufahren. Wir aber wollten vor allen Dingen zum Hohen Brandberg. Dort wollte ich die Felsbilder der Khoisan erkunden, denn ich bin Künstlerin und befasste mich seit einiger Zeit mit Höhlenmalereien. Ich setzte diese in meinen Bildern in Verbindung mit der modernen Technik.<br />
Der Flughafen erschien uns, im Vergleich mit anderen Flughäfen, sehr klein. Bei der Passkontrolle mussten wir lange warten, ehe der Beamte uns gnädig den ersehnten Stempel in den Reisepass drückte. Als wir das Flughafengebäude verließen, sah ich zum ersten Mal in meinem Leben das helle afrikanische Licht. Ich fühlte mich geblendet, aber gleichzeitig beglückt. Ich freute mich sehr auf unseren Aufenthalt in Namibia.<br />
Ein Shuttle Bus brachte uns vom Airport nach Windhoek, der Hauptstadt Namibias. Vor dem Kalahari Sands Hotel, in dem ich einige Zeit später meine Gemälde ausstellen sollte, stiegen wir aus und fuhren mit dem Taxi weiter zu unserem Hotel. Es hatte den netten Namen „Kleines Heim“ und war früher einmal ein Heim für ledige Mütter. Der Taxifahrer, ein farbiger Namibier, sprach zu unserer Überraschung ein wenig deutsch. Er lachte und nannte Namibia „Kleines Deutschland“.<br />
Im „Kleinen Heim“ angekommen, waren wir sehr überrascht, wie schön dort alles war. Hinter weißen Mauern standen gepflegte kleine Gebäude mit graugrünem Anstrich und großen weißen Sprossenfenstern inmitten eines schönen tropischen Gartens. Unter üppigen Palmen befand sich in dessen Mitte ein annehmbarer Pool. Unser Zimmer war hübsch eingerichtet und hatte, neben einem Schlafraum mit Doppelbett, eine Sitzecke und ein Bad, das europäischen Standards entsprach. Im Frühstücksraum und in den Räumen der Rezeption stellte eine Künstlerin ihre Bilder aus. Interessante gutgemachte Aquarelle von afrikanischen Tieren. Ich war erfreut.<br />
Natürlich ging ich gleich nach unserer Ankunft in den Pool und schwamm ein wenig herum. Das war sehr erfrischend und ich war glücklich, in dieser schönen Umgebung relaxen zu dürfen. Die tropischen Pflanzen, mit ihren farbenfrohen Blüten taten das ihre dazu.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-3084 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/windhoek_02.jpg" alt="Johann-Albrecht-Str. Windhoek, Namibia" width="400" height="299" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/windhoek_02.jpg 400w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/windhoek_02-300x224.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/windhoek_02-100x75.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/windhoek_02-150x112.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/windhoek_02-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Gegen Mittag gingen wir zu Fuß zum Stadtzentrum von Windhoek. Nach der Stille in der Abgeschiedenheit unseres Hotels, empfanden wir die Stadt als laut und wir nahmen den Geruch der Abgase deutlich wahr, der von den vielen alten Autos verströmt wurde. Doch nach wenigen Minuten hatten wir uns daran gewöhnt und schauten uns alles interessiert an. Ich war fasziniert von den schönen Menschen, die meist der Ethnie der San angehörten und wie die Ureinwohner Namibias, die Khoisan, sehr schlanke Glieder und hübsche zarte Gesichter hatten. Viele der Frauen trugen Kleider aus traditionellen afrikanischen Stoffen, die Männer waren meist in Anzughosen und weiße Hemden gekleidet. Die Menschen gingen ihren Geschäften nach, hatten aber für uns immer ein freundliches Lächeln übrig. Wir sahen uns die Läden in der Innenstadt an und schmunzelten über die Mischung aus deutschen und namibischen Bezeichnungen. Das Wort Bäckerei wurde ebenso selbstverständlich benutzt wie „Brauerei“, „Biergarten“ „Cafe“ und Sperrgebiet. Auf einem Hausgiebel sahen wir die große gemalte Aufschrift „Kaiserkrone“. Auch ein Verbotsschild mit der Aufschrift „Kein Pinkeln“ und Schilder mit den Worten „Mineralien und Edelsteine“, gab es in der Stadt. Selbst die Verwaltung benutzte auf ihrem Schild das deutsche Wort „Stadtverwaltung“. Auch gab es Straßen mit deutschen Straßennamen, wie die Goethe-, Johann-Albrecht- und Gauss- Straße.<br />
Wir gingen durch das geschäftige Windhoek, mit seinen zum Teil neuen Bauwerken, die aber oft den kolonialen Gebäuden nachempfunden sind. Wir sahen gut gekleidete Menschen und recht ordentliche Restaurants, in denen meistens Weiße speisten und Farbige bedienten. Es gab aber auch die andere Seite der Stadt, die in den Reiseprospekten nicht vorkommt. Auf den Straßen sah ich viele Farbige, die einfach nur herumzulungern schienen. Sie saßen oder standen am Straßenrand und ich fragte mich, warum sie in dieser Hitze und in der schlechten Luft einfach nur versonnen ins Leere starrten. Wahrscheinlich waren es Bewohner des Townships Katutura, was „Der Platz, an dem wir nicht leben wollen“ heißt, in dem 250.000 farbige Namibier in ärmlichen Verhältnissen wohnen. Die Siedlung wurde Ende der 50er Jahre unter südafrikanischer Verwaltung vor den Toren von Winhoek angelegt. Dorthin wurden die ungeliebten farbigen Bewohner umgesiedelt. Man wies ihnen Häuser zu, streng getrennt nach Stammeszugehörigkeit. Es leben dort Angehörige der Stämme der Ovambo, der Herero, der Kavango, der Damara, der Himba und der Nama, alle in Einheitshäusern mit 45 qm Wohnfläche. Gekennzeichnet sind diese Häuser mit dem jeweiligen Buchstaben des Stammes, der vor der Hausnummer steht. Inzwischen hat sich Katutura vergrößert und es gehören tausende Wellblechhütten und Hütten aus Karton und Plastikplanen dazu, in denen es viele soziale Missstände gibt. Ich vermutete, dass die meist jungen Männer in das Stadtzentrum von Windhoek kamen, um der Trostlosigkeit und der Ausweglosigkeit ihres Lebens im Township für ein paar Stunden zu entkommen.<br />
Der Straßenverkehr im Zentrum war wirklich höllisch. Es war uns beinahe unmöglich, die Straßenseite zu wechseln. Als Fußgänger schien man in Windhoek ein Nichts zu sein. Dennoch war ich sehr froh, in dieser fremden Stadt zu sein, die mir von Anfang an unglaublich gefiel.<br />
Windhoek galt jahrzehntelang als die sauberste Hauptstadt Afrikas. Die Stadt gilt aufgrund von relativer Sicherheit als vorbildhaftes Modell einer afrikanischen Großstadt.<br />
Und wirklich glaubten wir in der Innenstadt manchmal in einer mitteleuropäischen Stadt zu sein. Dieser Eindruck entstand durch die kleine Straßencafes und Biergärten. Auch die Gebäude, die, – neben vielen modernen Gebäuden – von der wilhelminischen Kolonialarchitektur der Jahrhundertwende geprägt sind, trugen dazu bei. Besonders sehenswert waren die kolonialen Bauten an der Independence Avenue, die Marien-Kathedrale aus dem Jahr 1908, die Christuskirche von 1911 und der Tintenpalast, sowie die Alte Feste. All dies schauten wir uns mit viel Interesse an.<br />
Es gibt in Windhoek auch einige Museen, wie das Nationalmuseum, das TransNamib-Museum, das Geowissenschaftliche Nationalmuseum. Natürlich sahen wir in Windhoek auch viele Straßenhändler, die Kunsthandwerk anboten. Tatsächlich gab es sogar ein Theater – das Nationaltheater &#8211; womit ich nicht gerechnet hatte.</p>
<figure id="attachment_3083" aria-describedby="caption-attachment-3083" style="width: 400px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3083 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/kleines_heim_01_s.jpg" alt="Pension &quot;Kleines Heim&quot;, Windhoek, Namibia" width="400" height="277" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/kleines_heim_01_s.jpg 400w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/kleines_heim_01_s-300x208.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/kleines_heim_01_s-100x69.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/kleines_heim_01_s-150x104.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/kleines_heim_01_s-200x139.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption id="caption-attachment-3083" class="wp-caption-text">Pension &#8222;Kleines Heim&#8220; in Windhoek</figcaption></figure>
<p>Am späten Nachmittag holte uns ein Herr Römer von der Autovermietung im „Kleinen Heim“ ab. Er fuhr mit uns an den Stadtrand, wo er seine Autovermietung betrieb und wo er auch wohnte. Er war freundlich, wenn auch nicht sympathisch. Wir mussten noch einige Formalitäten erledigen und Herr Römer – ein Weißer, wahrscheinlich deutscher Abstammung – bot uns ein eisgekühltes Bier an, das wir gerne annahmen. Der Wagen, ein Toyota Landcruiser mit Dachzelt, den wir gemietet hatten, besaß 4 Wheel Drive und hatte im hinteren Teil eine Campingausrüstung, bestehend aus einer Kühlbox, einem Frischwassertank, einem Gaskocher sowie einem Campingtisch mit Stühlen. Das Dachzelte für 2 Personen war angeblich leicht und schnell aufzurichten. Der Wagen wirkte etwas schwerfällig und hatte einen Dieselmotor. Nachdem alles geklärt war, fuhren wir zurück in die Stadt, was nicht einfach war, denn der Wagen war fremd und in Namibia herrscht Linksverkehr. Nach einigen Umwegen fanden wir zum Hotel zurück. Dort ließen wir den Toyota erst einmal stehen und fuhren mit dem Taxi zurück in die Innenstadt. In der Kaiserkrone, die uns schon am Nachmittag aufgefallen war, aßen wir zu Abend. Das Restaurant mit italienischer Küche war gemütlich eingerichtet. Trotzdem entschieden wir uns dafür, draußen in einem Innenhof unter einem Sonnenschirm zu sitzen. Dort war es kühl und ruhig. Mit uns speisten ein deutscher Flugkapitän und seine Stewardessen. Es war interessant, ihren Gesprächen zuzuhören. Sie glaubten wohl, dass sie niemand verstehen könne, und sprachen sehr offen über Belange der Airline.<br />
Nach einer erholsamen Nacht frühstückten wir am nächsten Morgen am Pool. Wir waren die einzigen Gäste. Es war angenehm kühl und sehr still. Nur die Vögel sangen und das typische Geräusch eines Reisigbesens war zu hören, denn ein farbiger Hotelangestellter kehrte die Wege des Gartens. Wir genossen ein letztes Mal den Luxus einer festen Unterkunft, packten dann unsere sieben Sachen und verließen Windhoek. In bester Stimmung fuhren wir einem Abenteuer entgegen.</p>
<p>Text und Fotos: © Xenia Marita Riebe &#8211; Bernd Riebe April 1997</p>
<p>Reisetagebuch Namibia</p>
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<figure id="attachment_3162" aria-describedby="caption-attachment-3162" style="width: 450px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3162 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/energiespiele_s.jpg" alt="Höhlenmalerei in Verbindung mit Technik" width="450" height="322" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/energiespiele_s.jpg 450w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/energiespiele_s-300x215.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/energiespiele_s-100x72.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/energiespiele_s-150x107.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2017/12/energiespiele_s-200x143.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px" /><figcaption id="caption-attachment-3162" class="wp-caption-text">Gemälde &#8222;Energiespiele&#8220; aus der Reihe &#8222;Höhlenmalerei in Verbindung mit Technik&#8220; von Xenia Marita Riebe</figcaption></figure>
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