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		<title>Royal Albert Bone China – Die Königin des Porzellans</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Xenia Marita Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Dec 2024 14:43:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Bone China-Keramik]]></category>
		<category><![CDATA[florale Designs]]></category>
		<category><![CDATA[Frühstück und Dessert]]></category>
		<category><![CDATA[Royal Albert; Lavender Rose;Prinz Albert; Bone China; Knochenporzellan; König George VI]]></category>
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<figure id="attachment_8336" aria-describedby="caption-attachment-8336" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-8336 size-slgf_12_thumb" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2024/12/20241205_084106-500x489.jpg" alt="Royal Albert - Lavender Rose" width="500" height="489" /><figcaption id="caption-attachment-8336" class="wp-caption-text">Royal Albert &#8211; Lavender Rose &#8211; Gedeck</figcaption></figure>
<p>Bone China, deutsch Knochenporzellan, hat seinen etwas seltsam klingenden Namen, weil zur Herstellung des Porzellans bis zu 50 Prozent verglühte Knochenasche verwendet wird. Der hohe Anteil an Calciumoxid und Calciumphosphat der Knochenasche verleiht dem Porzellan seine besondere Transparenz. Das Patent zu dieser Verfeinerung der Porzellanherstellung meldete im Jahr 1748 Thomas Frye , der künstlerische und technische Direktor der Bow Porcelain Factory in Stratford Le Bow an. Zwischen 1789 und 1793 entwickelte Josiah Spode in seiner Fabrik in Stoke-on-Trent das Verfahren weiter, hin zu feinstem Knochenporzellan.</p>
<p>Die Geschichte des Royal Albert Porzellans basiert auf den Entwicklungen des 18. Jahrhunderts, die aus dem bis dahin üblichen Frittenporzellan (unechtes Porzellan) das heute bekannte Porzellan entstehen ließen. 1896 wurde die Manufaktur „Albert Works“ gegründet. Deren Eigentümer, Thomas Wild, gab im Jahr 1895 seiner Fabrik, zu Ehren der Geburt von Prince Albert Frederick Arthur George of York, den Namen „Royal Albert“.<br />
Prinz Albert, der spätere König George VI, war der Urenkel der regierenden Königin Victoria und wurde nach seinem Urgroßvater Prinz Albert, dem Ehemann der Königin benannt. Prinz Albert war auch der Vater der Königin Elisabeth II.</p>
<p>Thomas Wild und seine Söhne spezialisierten sich auf Services für Tee, Frühstück und Dessert, die florale Designs trugen. Sie begründeten den hervorragenden Ruf, die Produktion von zartem, weißem Porzellanen betreffend und festigten diesen bis heute. Royal Albert Porzellan wurde immer wegen seiner Zartheit, seiner Transparenz und seiner perlweißen Qualität bewundert. Es glänzte auf den Tischen der Tea- Partys des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Heute ist das Porzellan weniger zum Gebrauch bestimmt. Es wurde zum Objekt für SammlerInnen, die weltweit ihre Lieblingsstücke von Royal Albert mit Adjektiven wie romantisch, bezaubernd, wunderschön, feminin, blumig und zart beschreiben. Die Faszination, die von Geschirr aus der Royal Albert Produktion ausgeht, seien es Tassen, Teller, Kannen oder Zuckerdosen – alle mit floralen Mustern, die auf Rosen basieren – ist bis heute ungebrochen.</p>
<figure id="attachment_8337" aria-describedby="caption-attachment-8337" style="width: 384px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-8337 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2024/12/20241205_084212.jpg" alt="Royal Albert - Lavender Rose" width="384" height="355" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2024/12/20241205_084212.jpg 384w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2024/12/20241205_084212-300x277.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2024/12/20241205_084212-100x92.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2024/12/20241205_084212-150x139.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2024/12/20241205_084212-200x185.jpg 200w" sizes="(max-width: 384px) 100vw, 384px" /><figcaption id="caption-attachment-8337" class="wp-caption-text">Royal Albert &#8211; Lavender Rose &#8211; Detail</figcaption></figure>
<p>Inspiriert wurden die Designer der Royal Albert Reihen mit so wohlklingenden Namen wie Lavender Rose, Old Country Roses und Moss Rose seit je von den englischen Landgärten und von der Nationalblume, der Rose. Viele frühe Formen waren geriffelt und enthielten florale Motive und reiche Muster in Rot-, Grün- und Blautönen nach dem Vorbild der beliebten japanischen Imari-Muster.</p>
<p>Es waren die Designer von Royal Albert, die den unverkennbar englischen weltweit beliebten Stil entwickelten. Sie waren es, die die Feinheit, das Weiß und die Reinheit der Bone China-Keramik mit sinnlichen Rokoko-Formen und floralen Mustern kombinierten. Die englische Vorliebe für Cottage-Gärten und schattige Wälder inspirierte zuTausenden von Motiven, die der Mode der jeweiligen Zeit angepasst und aktualisiert wurden. Ein Beispiel hierfür sind die lebhaften floralen Muster des Art Déco der 1920er Jahre.<br />
Harold Holdcroft ist wahrscheinlich der berühmteste Designer von allen bei Royal Albert.<br />
Er entwarf Old Country Roses. Dafür kombinierte er üppige, tiefrote Rosen mit der Wärme von Teerosen und der Zartheit von Rosatönen, die durch einen Hauch von Grün gemildert wurden. Vervollständigt hat er das erfolgreiche Design mit Goldtupfern und einem Goldrand. Dieses klassische Muster unterstreicht die vollmundige und geschwungene Form des Montrose-Geschirrs.</p>
<p>Harold Holdcroft wurde 1972 von Peter Roberts abgelöst, der die Tradition der floralen Designs fortsetzte.<br />
Und bis heute blieb das natürliche Design eine Leidenschaft bei der Gestaltung das Royal Albert Porzellans.<br />
Auch die Verbindung zum Königshaus ist erhalten geblieben. Royal Albert hat zwei königliche Patronatsurkunden und gedenkt weiterhin wichtiger Ereignisse und Jahrestage. Zuletzt, im Jahr 2002, beging Royal Albert das Goldene Jubiläum der Thronbesteigung von Königin Elizabeth II. und den Tod von Königin Elizabeth, der Königinmutter, mit kleinen Kollektionen. Bereits 1897 wurden in der Royal Albert Factory die ersten Royal-Gedenkmünzen anlässlich des Diamantenen Jubiläums von Königin Victoria hergestellt.</p>
<p>Royal Albert Porzellan zu besitzen, bedeutet also, ein Stück Geschichte in den Händen zu halten, denn dieser bekannte Name war von Anfang an mit dem Königshaus verbunden.</p>
<p>Heute umfasst das beeindruckende, elegante Portfolio von Royal Albert Geschirr Designs wie: Old Country Roses, Lavender Rose, Lilac Lane, Paradise, Rose Clouds, Flower of the Month und viele mehr. Ergänzt werden die Service-Reihen durch eine Vielzahl von Geschenkartikeln und Sammelsets.<br />
Wie seine Kunden auf der ganzen Welt bleibt Royal Albert „&#8230;.passionate about florals“.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_8338" aria-describedby="caption-attachment-8338" style="width: 205px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-8338 size-medium" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2024/12/20241205_084428-205x300.jpg" alt="Royal Albert - Lavender Rose" width="205" height="300" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2024/12/20241205_084428-205x300.jpg 205w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2024/12/20241205_084428-100x146.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2024/12/20241205_084428-150x219.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2024/12/20241205_084428-200x292.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2024/12/20241205_084428-300x438.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2024/12/20241205_084428-450x657.jpg 450w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2024/12/20241205_084428.jpg 452w" sizes="(max-width: 205px) 100vw, 205px" /><figcaption id="caption-attachment-8338" class="wp-caption-text">Royal Albert &#8211; Lavender Rose &#8211; Detail</figcaption></figure>
<p>Die Autorin dieses Artikels liebt insbesondere die Services aus der Reihe Lavender Rose.</p>
<p>1961 führte Royal Albert das zarte Rosendesign von Lavender Rose ein.</p>
<p>Die Lavender Rose Collection besticht mit kleinen rosa Rosen und lavendelfarbenem und grünem Blattwerk, das vor einem sanft geriffelten weißen Rand steht, der mit 22 karätigem Gold überzogen ist. Das Muster wird durch die zart gewellten Texturen der Montrose-Form ergänzt.</p>
<p>Leider wird dieses Geschirr seit vielen Jahren nicht mehr hergestellt. Deshalb hat es sich zu einem begehrten <img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/52cfa6fcc31d4f929ba8c4a8451cca65" alt="" width="1" height="1" />Sammlerobjekt entwickelt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Fotos und Text: © Xenia Marita Riebe</p>
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		<title>Gemälde von Hans Baldung &#8211; Die drei Lebensalter und der Tod und Die Lebensalter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Xenia Marita Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Sep 2021 19:32:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[„Die drei Lebensalter und der Tod“]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_4752" aria-describedby="caption-attachment-4752" style="width: 536px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-4752 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/lebensalter_baldung.jpg" alt="&quot;Die drei Lebensalter und der Tod&quot; und &quot;Die Lebensalter&quot; Hans Baldung" width="536" height="498" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/lebensalter_baldung.jpg 536w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/lebensalter_baldung-300x279.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/lebensalter_baldung-100x93.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/lebensalter_baldung-150x139.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/lebensalter_baldung-200x186.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/lebensalter_baldung-450x418.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 536px) 100vw, 536px" /><figcaption id="caption-attachment-4752" class="wp-caption-text">&#8222;Die drei Lebensalter und der Tod&#8220; und &#8222;Die Lebensalter&#8220; Gemälde von Hans Baldung</figcaption></figure>
<p><strong>Eine Gegenüberstellung</strong></p>
<p>Der Renaissance &#8211; Maler Hans Baldung (1484 bis 1545), auch Grien genannt, malte mehrere Gemälde mit Variationen des Themas „Mädchen und Tod“ oder „Weib und Tod“. Allen gemeinsam ist, dass es sich bei den Hauptpersonen um junge schöne Frauen handelt, schön, freilich nach dem damaligen Verständnis. Baldung hat diese mit auffällig weißer Haut dargestellt. Alle tragen, wie damals üblich, ein Tuch oder einen Schleier, um ihre Scham mehr oder weniger zu verdecken.</p>
<figure id="attachment_4753" aria-describedby="caption-attachment-4753" style="width: 350px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-4753 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/tod_aus.jpg" alt="&quot;Die drei Lebensalter und der Tod&quot; , Ausschnitt" width="350" height="330" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/tod_aus.jpg 350w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/tod_aus-300x283.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/tod_aus-100x94.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/tod_aus-150x141.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/tod_aus-200x189.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /><figcaption id="caption-attachment-4753" class="wp-caption-text">&#8222;Die drei Lebensalter und der Tod&#8220; , Ausschnitt</figcaption></figure>
<p>Der Tod scheint in den Gemälden ein und dieselbe „Person“ zu sein. Baldung zeigt ihn nicht, wie sonst üblich, als Skelett, sondern als verwesenden Leichnam. Er stellt dies dar, in dem er Hautfetzen vom Körper des dargestellten Todes herabhängen lässt und auch die weitergewachsenen Finger-und Fußnägel malt. Auffällig ist, dass er den Tod auf den Gemälden mit weit geöffneten kreisrunden Augen abbildet, was seinem Gesicht etwas Maskenhaftes und Groteskes verleiht.<br />
Neben dem Gemälde „Die drei Lebensalter und der Tod“, das Hans Baldung um 1510 vollendete, gibt es eine weitere Fassung dieses Themas. In „Die Lebensalter“ (um 1540) rückt er auch wieder eine junge Frau in den Mittelpunkt, auch wenn diese nicht in der Mitte des Bildes steht. Der Maler hebt sie hervor, indem er sie am weitesten vorn ins Bild malt und ihren Körper an keiner Stelle mit Körperteilen der anderen Figuren überdeckt. Auch die, im Vergleich zu den anderen Personen im Bild, wesentlich hellere Haut der jungen Frau macht sie zur Hauptperson der dargestellten Gruppe.</p>
<figure id="attachment_4755" aria-describedby="caption-attachment-4755" style="width: 241px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-4755 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/lebensalter_aus.jpg" alt="&quot;Die Lebensalter&quot;, Ausschnitt, Baldung" width="241" height="350" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/lebensalter_aus.jpg 241w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/lebensalter_aus-207x300.jpg 207w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/lebensalter_aus-100x145.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/lebensalter_aus-150x218.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/lebensalter_aus-200x290.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 241px) 100vw, 241px" /><figcaption id="caption-attachment-4755" class="wp-caption-text">&#8222;Die Lebensalter&#8220;, Ausschnitt</figcaption></figure>
<p>Während in diesem Gemälde der Tod den Arm der alten Frau nimmt, die sich tatsächlich in der Mitte des Bildes befindet und mit sich fortziehen will, scheint die Greisin die junge Frau fortführen zu wollen. Sie übt mit ihrer rechten Hand Druck auf deren Schulter aus und zieht an dem Tuch, das die junge Frau nachlässig um ihre Hüften geschlungen hat. Doch die Körperhaltung der Jungfrau &#8211; sie wendet sich zum linken Bildrand, während die Körper der alten Frau und des Todes zum rechten Bildrand gewandt sind &#8211; drückt eine Hinwendung zum Leben aus. Die Kopfhaltung der beiden Frauen steht dem entgegen. Die junge Frau schaut besorgt in Richtung des Betrachters, während die alte Frau wissend und streng zu der jungen hinüberschaut. Soll dies bedeuten, dass es keine Erlösung für die Jungfrau gibt?<br />
Wie im Gemälde „Die drei Lebensalter und der Tod“ trägt der Tod ein Stundenglas, dessen Sand zur Hälfte verronnen ist.<br />
Auch ist im Gemälde ein Kind zu sehen. Es ist mit dem Tod durch einen zerbrochenen Speer verbunden, den es schlafend in der Hand hält. So hebt der Maler die Verbindung von Geburt und Tod hervor, die allem Leben innewohnt.</p>
<figure id="attachment_4756" aria-describedby="caption-attachment-4756" style="width: 222px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-4756 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/baby_aus.jpg" alt="&quot;Die Lebensalter&quot;, Baldung" width="222" height="220" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/baby_aus.jpg 222w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/baby_aus-100x100.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/baby_aus-150x149.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/baby_aus-200x198.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 222px) 100vw, 222px" /><figcaption id="caption-attachment-4756" class="wp-caption-text">&#8222;Die Lebensalter&#8220;</figcaption></figure>
<p>Dass das Kind im Gemälde scheinbar schläft, kann als Vorstufe des nahenden Todes gewertet werden. Dazu sollte man bedenken, dass im 16. Jahrhundert die Säuglingssterblichkeit sehr hoch war. So scheinen die vier Dargestellten im Gemälde „Die Lebensalter“ eine Art Totentanz zu tanzen, dem aber die Leichtigkeit der damals weitverbreiteten Abbildungen von Totentänzen, etwa auf Kirchenwänden oder Friedhofsmauern, fehlt. Ihre Gesichter erscheinen ernst, böse und besorgt, kein heiterer Musikant in Form eines Skeletts ist zu sehen. Auch die Landschaft hinter den Figuren scheint öde und leer. Einzig hinter der jungen Frau ist ein absterbender Baum zu sehen, dies ist auch eine Parallele zum Gemälde „Die drei Lebensalter und der Tod“, das 30 Jahre früher entstand. Doch gibt es im Bild „Die Lebensalter“ ein Zeichen der Hoffnung, dass in dem früheren Gemälde fehlt. In der rechten oberen Bildhälfte reißt der Himmel auf und die Sonne wird sichtbar. Von dort kommt ein kleines Kreuz in Richtung der jungen Frau geflogen. Wollte der Maler damit andeuten, dass auch Jesus Christus den Tod überwunden hat?<br />
Im Gemälde „Die drei Lebensalter und der Tod“ befinden sich die Dargestellten inmitten von wuchernden Pflanzen und Bäumen und auch der Boden, auf dem sie stehen, ist mit Pflanzen aller Art bewachsen. Doch auch hier findet sich, rechts vom Tod, ein abgestorbener Baum. Er ist mit Pilzen bewachsen und verliert seine Rinde. Diese hängt ähnlich herab, wie die Haut des Verwesenden, die sich überall von seinem Skelett ablöst.</p>
<figure id="attachment_4758" aria-describedby="caption-attachment-4758" style="width: 194px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-4758 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/dreiLebensalter_tod_sanduhr_aus.jpg" alt="&quot;Die drei Lebensalter und der Tod&quot;, Ausschnitt, Hans Baldung" width="194" height="297" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/dreiLebensalter_tod_sanduhr_aus.jpg 194w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/dreiLebensalter_tod_sanduhr_aus-100x153.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/dreiLebensalter_tod_sanduhr_aus-150x230.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 194px) 100vw, 194px" /><figcaption id="caption-attachment-4758" class="wp-caption-text">&#8222;Die drei Lebensalter und der Tod&#8220;, Ausschnitt</figcaption></figure>
<p>Auch in diesem Gemälde nimmt der Tod die Haltung eines Tänzers ein, der galant den Schleier der schönen jungen Frau über seine Hand gelegt hat. Mit seiner anderen Hand hält er der Schönen ein Stundenglas über den Kopf. Der Sand darin ist genau zur Hälfte verronnen. Ist dies ein Zeichen für noch verbleibende Lebenszeit oder für den nahenden Tod? Die Lebenserwartung im 16. Jahrhundert betrug durchschnittlich 30 Jahre.<br />
Die junge Frau ist wie im Gemälde „Die Lebensalter“ eindeutig die Hauptperson des Bildes. Auch sie hat deutlich hellere Haut als die anderen Figuren, sie steht weiter vorn im Bild und auch ihr Körper ist an keiner Stelle von Körperteilen der anderen bedeckt. Doch anders als ihre Entsprechung in Baldungs späterem Gemälde, scheint sie von dem, was um sie herum vorgeht, nichts zu bemerken. Sie ist ganz und gar in ihr eigens Spiegelbild vertieft. Sie lächelt und streicht sich mit ihrer linken Hand sanft das gelöste, sehr lange Haar aus dem Gesicht. Der Spiegel wird ihr von einer alten Frau vorgehalten. Diese Frau, die der Maler sehr hässlich dargestellt hat, indem er sie mit verbrauchtem faltigen Körper, mit Hakennase und einem beinahe zahnlosen Mund malte, achtet nicht weiter auf die Jungfrau. Sie versucht den Tod abzuwehren, indem sie ihm mit hocherhobener Hand Einhalt gebieten will. Dadurch entsteht der Eindruck eines Tores, das häufig bei Tanzreigen von Paaren gebildet wird und durch das andere Tänzer hindurchtanzen.<br />
Das kleine Kind, das in einer merkwürdigen Haltung zu Füßen der jungen Frau kniet, ist durch den transparenten Schleier, der es beinahe ganz bedeckt, mit der Frau und dem Tod verbunden. Auch hier der Hinweis zum Ende, das jedem Anfang innewohnt?<br />
Alle Personen dieses Bildes sind miteinander in Verbindung. Die Alte, indem sie mit der einen Hand den Tod abwehrt und mit der anderen den Spiegel hält, die junge Frau, das Kind und der Tod, indem sie alle den Schleier berühren, der dann rechts aus dem Bild geweht wird. Dieser Reigen schafft, wie im Gemälde „Die Lebensalter“, eine Assoziation zu einem Totentanz.</p>
<figure id="attachment_4760" aria-describedby="caption-attachment-4760" style="width: 194px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-4760 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/kind_aus.jpg" alt="&quot;Die drei Lebensalter und der Tod&quot;, Ausschnitt, Hans Baldung" width="194" height="350" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/kind_aus.jpg 194w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/kind_aus-166x300.jpg 166w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/kind_aus-100x180.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2018/02/kind_aus-150x271.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 194px) 100vw, 194px" /><figcaption id="caption-attachment-4760" class="wp-caption-text">&#8222;Die drei Lebensalter und der Tod&#8220;, Ausschnitt</figcaption></figure>
<p>Beim Kind liegen ein Steckenpferd und ein roter Ball oder Apfel. Diese Spielzeuge hat der Maler wohl nicht rein zufällig ins Bild gemalt. Vielmehr wies das Steckenpferd damals für den gebildeten Betrachter in Richtung einer Fabel des griechischen Dichters Äsop. Dieser ordnet in seiner Fabel den drei Lebensaltern drei Tiere zu. Pferd, Rind und Hund. Die Kindheit verkörperte er als Pferd, denn das gilt &#8211; zumindest in dieser Fabel &#8211; als hitzig, übermütig und unkontrolliert. Das Rind entspricht der Mitte des Lebens, denn es arbeitet gleichmäßig und ernährt alt und jung. Der Hund gehört zum Greisenalter, denn er ist mürrisch und nur zu jenen freundlich, die ihn erhalten.<br />
Soll das rote Spielzeug einen Apfel darstellen, so könnte damit der Apfel gemeint sein, mit dem im Paradies die Schlange Eva verführte. Wird das Kind schon bald danach greifen und aus dem Paradies verstoßen werden?<br />
Auch wenn in der Renaissance religiöse Bildthemen nach und nach in den Hintergrund traten, konnten sich die Maler den christlichen Symbolen wohl doch nicht ganz entziehen.<br />
Im später gemalten Bild „Die Lebensalter“ befindet sich vor den Füßen des schlafenden Kindes ein Loch im Boden. Daneben hockt eine Eule und schaut den Betrachter böse an. Die Eule kann wohl als Todesbotin gewertet werden, denn gerade im europäischen Mittelalter wurde ihr diese symbolische Bedeutung beigemessen. Ein Aberglaube machte den nachtaktiven Vogel zum Begleiter von schwarzen Zauberern und Hexen. Dies hatte wohl damit zu tun, dass Eulen oftmals in Ruinen, auf Friedhöfen, in alten Kirchtürmen und hohlen Bäumen lebten. Wenn in dunklen Nächten plötzlich eine Eule vorbeiglitt, übertrugen die Menschen ihre Angst auf den Charakter des harmlosen Vogels.<br />
Auch das Loch, das sich in der Erde auftut, sowie die Eule in der Nähe des Kindes, können als Hinweis auf die hohe Kindersterblichkeit gesehen werden. Im beginnenden 16. Jahrhundert war der Tod allgegenwärtig.</p>
<p>Über Hans Baldung</p>
<p>Über den Maler ist wenig bekannt. Er wurde vermutlich um 1485 in der ehemaligen Freien Reichsstadt Schwäbisch Gmünd geboren. Obwohl er aus einer Gelehrtenfamilie stammte, begann er als 15-Jähriger eine Lehre in der Werkstatt eines Meisters in Straßburg, wohin er mit seiner Familie um 1490 umgezogen war.</p>
<p>Von 1503 bis 1507 arbeitete er als Geselle in Albrecht Dürers Werkstatt in Nürnberg. Dort wollte er sich weiterentwickeln. Dort bekam er schon bald den Beinamen „Grien“, „der Grüne“, was darauf hinwies, dass er der Legende nach bevorzugt grüne Kleidung trug und Grün seine Lieblingsfarbe war. Man wollte ihn aber auch von den anderen Gesellen der Werkstatt mit dem Namen Hans (Hans Schäufelein und Hans Süß von Kulmbach) unterscheiden. Er wurde Dürers bedeutendster Mitarbeiter und leitete während dessen Abwesenheit die Werkstatt. Zeit seines Lebens blieb er dem 15 Jahre älteren Düren freundschaftlich verbunden, auch als dieser 1506 Nürnberg verließ. Auch Dürer schätzte Hans Baldung sehr. Schon zu seinen Lebzeiten wurde er als der Nachfolger Dürers gesehen. Nach dessen Tod am 6. April 1528 erhielt Baldung eine Haarlocke Dürers. Gegen Ende seiner Zeit in Nürnberg führte er seine ersten Aufträge unter seinem eigenen Namen aus. Es waren zwei Flügelaltäre als Erstausstattung für die Maria-Magdalena-Kapelle der Bischofsresidenz auf der Moritzburg in Halle/Saale, die dann aber von 1608 bis 1838 Hallischen Dom standen. Es handelte sich dabei um den Dreikönigsaltar aus dem Jahr 1506 und den Sebastiansaltar von 1507.</p>
<p>Im Jahr 1509 zog es Hans Baldung nach Straßburg zurück, wo er schon bald das Bürgerrecht erwarb und von der Zunft „Zur Stelz“ als Meister aufgenommen wurde. Er eröffnete eine eigene Werkstatt und heiratete Margarete Herlin. Sein Erfolg als Maler wuchs ständig und die Nachfrage nach seinen Bildern nahm immer weiter zu. Er benutzte nun zur Signatur seiner Werke das Monogramm HBG in Ligatur und behielt dies für den Rest seiner Schaffensperiode bei.</p>
<p>Hans Baldung gilt als der Maler des Hochaltars im Freiburger Münster, der der Höhepunkt seines frühen Schaffens und auch sein Hauptwerk werden.sollte. Im ihn zu fertigen zog er mit seiner Frau nach Freiburg und richtete im dortigen Barfüßerkloster St. Martin eine Werkstatt ein. Während dieser Zeit malte er mehrere Altäre und Andachtsbilder, fertigte Holzschnitte und entwarf Kirchenfenster zur Ausstattung der Kapellen adeliger Familien im Chorumgang des Münsters.</p>
<p>Weil in Straßburg die Pest grassierte ging Hans Baldung erst 1518 wieder dorthin zurück. Erneut erwarb er das Bürgerrecht und brachte es zu hohem gesellschaftlichem Ansehen und Wohlstand. Von 1533 bis 1534 nahm er in seiner Zunft das Schöffenamt wahr und wurde 1545 sogar Ratsherr.</p>
<p>Hans Baldung verstarb hoch geachtet im Alter von 61 Jahren in Straßburg.</p>
<p>Text und Fotobearbeitung: © Xenia Marita Riebe</p>
<p>Lies auch: <a href="https://bild-art.de/3-x-3-lebensalter-weiblich-skulpturengruppe-von-xenia-marita-riebe">3&#215;3 Lebenszeiten, weiblich</a>.</p>
<p><a href="https://bild-art.de/produkt/xenia-marita-riebe-alaska-highway-mile-895-roman"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-5885 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2019/03/alaska_highway.jpg" alt="Alaska Highway" width="189" height="300" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2019/03/alaska_highway.jpg 189w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2019/03/alaska_highway-100x159.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2019/03/alaska_highway-150x238.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 189px) 100vw, 189px" /></a></p>
<p>Spannender<a href="https://bild-art.de/produkt/xenia-marita-riebe-alaska-highway-mile-895-roman"> Alaska &#8211; Yukon &#8211; Roman</a> &#8211; Du findest ihn im Blue Blog<a href="https://bild-art.de/produkt/xenia-marita-riebe-alaska-highway-mile-895-roman"> Shop</a></p>
<p>Die MTA Sonja aus Augsburg wandert in den Yukon aus und beginnt dort ein neues Leben in einer Hütte am Alaska Highway. Abenteuer und Entbehrungen, Liebe und Freundschaft, aber auch Hass und Intrigen bestimmen ihr neues Leben. Um ihre Huskyzucht voranzubringen, nimmt sie schließlich am härtesten Schlittenhunderennen der Welt teil, dem Yukon Quest.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bild-art.de/gemaelde-von-hans-baldung-die-drei-lebensalter-und-der-tod-und-die-lebensalter">Gemälde von Hans Baldung &#8211; Die drei Lebensalter und der Tod und Die Lebensalter</a> erschien zuerst auf <a href="https://bild-art.de">Blue Blog</a>.</p>
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		<title>Willkommen im Paradies – Die Ausstellung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Xenia Marita Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Aug 2021 10:19:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[NRW Forum; Willkommen im Paradies; Anika Gerlach; PriseSalz Crew; Paradiesstrom; monumentales Gemälde; Paradiesvogel; Installation;]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ausstellung im NRW Forum Düsseldorf (27. August 2021 bis 9. Januar 2022) Interaktive Lichtprojektion „Paradiesstrom“ &#8211; Tina Malburg / Emil Cyrill Gerhardt Video „Leere &#8211; Waldgebiet“ &#8211; Barbara Herold / Florian Huth Installation „Wald“ – PriseSalz Crew Gemälde – Anika &#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_7598" aria-describedby="caption-attachment-7598" style="width: 650px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7598 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/anika_forum_nrw_top.jpg" alt="" width="650" height="488" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/anika_forum_nrw_top.jpg 650w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/anika_forum_nrw_top-300x225.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/anika_forum_nrw_top-100x75.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/anika_forum_nrw_top-150x113.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/anika_forum_nrw_top-200x150.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/anika_forum_nrw_top-450x338.jpg 450w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/anika_forum_nrw_top-600x450.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px" /><figcaption id="caption-attachment-7598" class="wp-caption-text">Anika Gerlach vor ihrem Wandgemälde in der Ausstellung &#8222;Willkommen im Paradies&#8220; im NRW Forum in Düsseldorf</figcaption></figure>
<p><strong>Ausstellung im NRW Forum Düsseldorf (27. August 2021 bis 9. Januar 2022)</strong></p>
<p>Interaktive Lichtprojektion „Paradiesstrom“ &#8211; Tina Malburg / Emil Cyrill Gerhardt<br />
Video „Leere &#8211; Waldgebiet“ &#8211; Barbara Herold / Florian Huth<br />
Installation „Wald“ – PriseSalz Crew<br />
Gemälde – Anika Gerlach<br />
Sounddesign &#8211; Christian Bröer<br />
Duft &#8211; Scentcommunicaton</p>
<p>Das Blue Blog Team besuchte die Ausstellung am 29. August 2021. Berichtet wird hier nur über einen Raum, mit dem sich das Team besonders beschäftigt hat.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-7370 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/eingang_neu_s-1-rotated.jpg" alt="" width="600" height="419" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/eingang_neu_s-1-rotated.jpg 600w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/eingang_neu_s-1-300x210.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/eingang_neu_s-1-100x70.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/eingang_neu_s-1-150x105.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/eingang_neu_s-1-200x140.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/eingang_neu_s-1-450x314.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
<p>Bevor die BesucherInnen den Raum betreten können, den obengenannte KünstlerInnen gestaltet haben, müssen sie sich durch einen Gang schlängeln, der mit Wänden verstellt ist, die aus Pflanzenfasern in Rot,Weiß und Pink bestehen. Dann folgt ein Kettenvorhang und schließlich ein dichter, in Bahnen geschnittener schwarzer Stoffvorhang, der das helle Licht, das in den anderen Ausstellungsräumen vorherrscht, draußen hält. Unvermittelt befinden sie sich in einem stark abgedunkelten Raum und mitten in der Installation „Wald“ der PriseSalz Crew aus Essen. Wobei „Wald“ ein sehr einfacher Titel für diese Welt zu sein scheint, die sich der eintretenden Person eröffnet. In diesem Wald, der sich analog präsentiert – ganz anders als die meisten anderen Arbeiten dieser Ausstellung – sind Bäume, Blumen und Pflanzen aus zweckentfremdeten Materialien gemacht. Die Blumen, die unterhalb des großen Wandgemäldes von Anika Gerlach „wachsen“ und sich im Gemälde wiederfinden, sind aus bunten Socken gearbeitet und deren große Blätter, die ein wenig an Urwaldvegetation erinnern, wurden aus grünen Isomatten ausgeschnitten. In der Mitte des Raumes brennt ein Lagerfeuer, das sehr echt wirkt und auch knistert, aber virtuell ist. Die Steine, die das Feuer umrahmen, sind mit Malervlies verkleidet.<br />
Ein Baum im Raum, dessen Krone aus Pappkartons knapp unterhalb der Raumdecke endet, hat einen mächtigen Stamm, der mit bunten Feuerwehrschläuchen ummantelt ist. Die ihn umrundende Bank, auf der die überwältigten BesucherInnen ein wenig ruhen können, erinnert an Bänke auf Marktplätzen unter alten Eichen oder Linden. Dort ist ein guter Platz, um einen ersten Blick auf den Paradiesstrom zu werfen, der sich wie ein Lichtstrom die Wand hinunter und in den Raum ergießt. Leuchtend Blau scheint er endlos zu strömen, doch beim Nähertreten erfahren die BesucherInnen, dass sich Farbe und Form des Stroms interaktiv verändern. Setz man einen Fuß in den Lichtstrom, weicht er aus und wird schillernd Pink. Kleine Eruptionen ereignen sich und ebben wieder ab. Faszinierend!</p>
<p><iframe loading="lazy" title="Szenen aus dem Paradies - NRW -Forum" width="752" height="423" src="https://www.youtube.com/embed/200ClXwjOXQ?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Gleich neben dem Paradiesstrom steht ein weiterer Baum der PriseSalz Crew. Er trägt an seinen Ästen kleine Dörfer aus aufeinandergestapelten Häuschen, die von innen beleuchtet sind. Diese findet man auch an anderen Stellen im Raum. Sie leuchten immer wieder irgendwo auf und gleiten zurück ins diffuse Licht des Raumes.<br />
Von einer Empore, auf der allerlei altertümlich anmutende kleine Lampen leuchten, haben die BesucherInnen eine guten Blick auf eine Leinwand, die beidseitig mit Videos bespielt wird. Hier sind ein Wald und ein überfließender See zu bewundern. Unterhalb der Empore hängt ein historisches Radio zwischen bunten Schläuchen und ein Paradiesvogel aus einer Klaviatur, mit langen glänzenden Schwanzfedern, baumelt im Raum.<br />
Von der Decke herab hängen an Netzen bunter Stoffbänder und Gardinenreste. Die Luft ist erfüllt von Vogelgezwitscher, aber ein urweltlich anmutender Sound, lässt nicht so recht das Gefühl aufkommen, sich in einem paradiesischen Zustand zu befinden. Irgendetwas scheint hier bedrohlich zu sein. Dazu trägt auch das Wandgemälde von Anika Gerlach bei, das viele der Elemente der Installation widerspiegelt. Durch seine Tiefe &#8211; es zeigt eine imaginäre Landschaft auf mehreren Bildebenen – erzeugt es einen Sog, dem sich die BesucherInnen kaum entziehen können. Bittersüße Düfte runden das Ganze ab.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-7365 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/vogel_top.jpg" alt="" width="700" height="393" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/vogel_top.jpg 700w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/vogel_top-300x168.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/vogel_top-100x56.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/vogel_top-150x84.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/vogel_top-200x112.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/vogel_top-450x253.jpg 450w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/vogel_top-600x337.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px" /></p>
<p>Ob die BesucherInnen das Gefühl entwickeln, sich hier im Paradies zu befinden, kann das Blue Blog Team nicht ergründen. Wahr ist, dass dies der wohl interessanteste Raum der Schau ist. Hier treffen analoge und digitale Kunstwerke aufeinander, ergänzen sich und werden so zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk.</p>
<p>Die vielfältigen Eindrücke aus Klang, Duft und Licht laden zum Verweilen ein. Der fließende Paradiesstrom fordert zur Interaktion auf und die schönen &#8211; fast zu schönen – Videos lassen die BesucherInnen staunen und erwecken die Sehnsucht nach einer heilen Welt. Das monumentale Gemälde, das eine Wand des Raumes bedeckt, ergänzt wie ein Spiegel die Rauminstallation der PriseSalz Crew.<img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg02.met.vgwort.de/na/27dfa138b99d4732b1dc519c21d93d9f" alt="" width="1" height="1" /> Ein herausragender Kunstgenuss, der seines Gleichen sucht. Aber ein Paradies?</p>
<p>Text und Fotos: © Xenia Marita Riebe , Video © Bernd Riebe</p>
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					Willkommen im Paradies &#8211; Teil II				</div>
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<p>Lies auch: <a href="https://bild-art.de/willkommen-im-paradies-nrw-forum-duesseldorf">Willkommen im Paradies &#8211; Die vorbereitenden Arbeiten</a></p>
<p>Lies auch: <a href="https://bild-art.de/vonfrauzufrau-handwerkliche-dienstleistungen-fuer-frauen">VonFrauZuFrau</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bild-art.de/willkommen-im-paradies-die-ausstellung">Willkommen im Paradies – Die Ausstellung</a> erschien zuerst auf <a href="https://bild-art.de">Blue Blog</a>.</p>
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		<title>Willkommen im Paradies &#8211; Die vorbereitenden Arbeiten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Bernd Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Aug 2021 15:50:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[18 Meter]]></category>
		<category><![CDATA[Anika Gerlach]]></category>
		<category><![CDATA[Düsseldorf]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anika Gerlach gestaltet ein Gemälde für das Museum NRW Forum in Düsseldorf Vom 27. August 2021 bis zum 9. Januar 2022 zeigt das NRW Forum in Düsseldorf einen Medienkunst – Parcours unter dem Titel „Willkommen im Paradies“. Auf mehr als &#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-7314 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/gemaelde_top_top.jpg" alt="NRW-Forum Willkommen im Paradies" width="700" height="393" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/gemaelde_top_top.jpg 700w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/gemaelde_top_top-300x168.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/gemaelde_top_top-100x56.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/gemaelde_top_top-150x84.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/gemaelde_top_top-200x112.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/gemaelde_top_top-450x253.jpg 450w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/gemaelde_top_top-600x337.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px" /></p>
<p><strong>Anika Gerlach gestaltet ein Gemälde für das Museum NRW Forum in Düsseldorf</strong></p>
<p>Vom 27. August 2021 bis zum 9. Januar 2022 zeigt das NRW Forum in Düsseldorf einen Medienkunst – Parcours unter dem Titel „Willkommen im Paradies“. Auf mehr als 1200 Quadratmetern werden den BesucherInnen dieser Schau Installationen und virtuelle Realitäten präsentiert, die sie durchwandern und so erfahren können. Es gibt die Möglichkeit Aufgaben zu meistern und sich so mit den künstlerischen Arbeiten zu neuen Formen der Spiritualität, digitalen Ritualen und mit der Frage nach der Körperlichkeit im Virtuellen auseinanderzusetzen. So lädt die Ausstellung zu einer transformativen Kunst-und Selbsterfahrung ein, bei der die eigenen Emotionen und Fantasien auf Kunst, Fiktion, Technologie und Wissenschaft treffen. Am Ende des Parcours wartet vielleicht das Paradies.</p>
<p>Die BesucherInnen betreten freilich eine durchkuratierte Ausstellung, in der alles perfekt gestaltet wurde und nichts dem Zufall überlassen blieb. Doch um die Ausstellungsräume zu gestalten bedarf es des Engagements von geübten und künstlerisch begabten Menschen, die mit großem Einsatz und mit viel Kreativität den Rahmen für die VideokünstlerInnen schaffen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-7308 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/anika_gemaelde_s.jpg" alt="Anika Gerlach / Gemälde NRW Forum" width="600" height="323" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/anika_gemaelde_s.jpg 600w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/anika_gemaelde_s-300x162.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/anika_gemaelde_s-100x54.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/anika_gemaelde_s-150x81.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/anika_gemaelde_s-200x108.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/anika_gemaelde_s-450x242.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
<p>Anika Gerlach gestaltete für die Schau „Willkommen im Paradies“ eine 18 Meter lange und vier Meter hohe Fantasielandschaft.</p>
<p>Die endlos erscheinende Leinwand bemalte sie in einem aufgelassenen Kaufhaus in Duisburg, das Platz genug bot, diese auf dem Boden auszubreiten. Hier legte die Künstlerin und gelernte Bühnenmalerin zuerst mittels Sprühpistole den Hintergrund des Bildes an, auf den sie eine Vorzeichnung aufbrachte. (Als Vorlage diente ihr ein am Computer konzipiertes Bild, von dem sie aber im Laufe ihrer Arbeit stark abwich.) Danach malte sie die Bäume, die sie den Bäumen nachempfand, die ihre Freunde von der PriseSalz Crew aus unterschiedlichen Materialien als große Skulpturen erarbeiteten. So ist zum Beispiel ein Baum zu sehen, um dessen nun nicht mehr sichtbaren Metallrohrstamm sich Feuerwehrschläuche in bunten Farben winden, in Erinnerung an die schweren Waldbrände im Süden Europas im Sommers 2021. Die Krone des Baums besteht aus Kartons, die an die Verwendung und Verschwendung von Holz für Papier und Pappe erinnert.</p>
<p><iframe loading="lazy" title="Anika at Work III" width="752" height="423" src="https://www.youtube.com/embed/ny5X90vMXg8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>In Anika Gerlachs Gemälde ringeln sich Schläuche wie überdimensionierte Würmer um Baumstämme, hängen bunte Wimpel an Ästen, die wie Metallgestänge wirken und wachsen Blumen aus Felsen, deren Blütenblätter bunten Socken ähneln. Den Hintergrund für diese bizarre Landschaft aus Felsen, Bäumen und Pflanzen bildet ein lichter Wald mit teils bereits abgestorbenen Bäumen, durch den vereinzelt schräge Sonnenstrahlen fallen.</p>
<p>Aus einem Baumstamm, der wie ein gemütliches Holzhaus wirkt, ragt ein kaltes metallenes Abluftrohr und diverse Zahnräder erinnern an Werke des Schweizer Bildhauers des Nouveau Réalisme Jean Tinguely.</p>
<p>Nach ca. 70 Arbeitsstunden am liegenden Bild rollte Anika Gerlach ihre Arbeit auf und transportierte sie nach Düsseldorf in das NRW Forum. Dort wurde sie an der Wand befestigt. Die Aufgabe der Künstlerin war es nun, die Leinwand und ihren Bildinhalt mit der Wand des Museums verschmelzen zu lassen. Dafür malte und sprayte sie Verlängerungen der gemalten Bäume und legte einen Vordergrund aus wuchernden Blättern und Pflanzen an. Auch Teile der an tibetanische Gebetsfahnen erinnernden Wimpel malte sie auf die braune Wand des Museums. Zum Schluss holte sie malerisch Einzelheiten wie Blüten und Steine hervor, setzte mit hellen Farben Akzente und verstärkte mit schwarzen Linien die Konturen einzelner Elemente.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-7315 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/prise_salz_crew_s.jpg" alt="PriseSalz Crew NRW Forum" width="600" height="386" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/prise_salz_crew_s.jpg 600w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/prise_salz_crew_s-300x193.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/prise_salz_crew_s-100x64.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/prise_salz_crew_s-150x97.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/prise_salz_crew_s-200x129.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/prise_salz_crew_s-450x290.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
<p>Die Atmosphäre im Raum war den ganzen Tag von Betriebsamkeit geprägt. Alle Beteiligten trugen einen Mund-Nasen-Schutz, was der anstrengenden Arbeit nicht gerade förderlich, wegen der Corona-Pandemie aber unvermeidlich war. Während draußen wunderschönes Wetter über dem Rheinland lag und die Sonne vom wolkenlosen Himmel auf Düsseldorf und den Rhein strahlte – eine Seltenheit im Sommer 2021 – war es im Raum, den es zu gestalten galt, dunkel und kühl. Der Kompressor, der die Sprühpistole antrieb, verbreitete einen sehr unangenehmen Geräuschpegel. Dazwischen war Hämmern auf Metall zu hören. Aus dem Nebenraum, wo vier Frauen in der Dunkelheit unter UV-Licht eine Wand bemalten, drang laute Rockmusik. Dort war man offenbar bester Stimmung. Die Männer der PriseSalz Crew diskutierten heftig, wie es gelingen könnte, die beiden Teile des Metallstamms der gut sechs Meter hohen Baumskulptur zusammenzumontieren. Schließlich gelang dies unter Mithilfe alle verfügbaren Personen. Doch dann musste der Baum aufgerichtet werden und die Diskussionen begannen erneut. Einige Male stellte der Chef der Crew den Kompressor aus, um sich mit seinen Leuten besser verständigen zu können. Das wiederum behinderte Anika Gerlach bei ihrer Arbeit, die unbedingt fertig werden musste.</p>
<p>Schließlich war es dann soweit. Anika sollte mit der fahrbaren Hebebühne, an der der Fuß der Skulptur mit starken Seilen befestigt war, den Baum in der Balance halten. Auf dem Fuß stand ein bärenstarkes Mitglied der PriseSalz Crew und sicherte den Stamm mit einem weiteren Seil. Der Rest der Mannschaft war hinter der Baumskulptur platziert und hatte die Aufgabe, die Krone nach oben zu wuchten. Niemand war sicher, ob diese auch wirklich unter der Decke des Raums hindurchgleiten würde. Wäre dies nicht der Fall, würden Teile der Krone unweigerlich abbrechen. Auf Kommando spannte Anika Gerlach das Seil und der junge Mann sicherte zusätzlich unter Aufwendung seiner ganzen Kraft. Die drei verbleibenden Männer und ich – die Autorin des Artikels – wuchteten den unglaublich schweren Baum in die Höhe, wobei wir nur an den Dachlatten der Konstruktion schieben durften. Nach und nach hob sich Baumskulptur in die Höhe, passierte die Raumdecke unbeschadet und stand schließlich aufrecht und konnte gesichert werden. Die Freude aller darüber war groß.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-7311 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/gemaelde_nrw_forum_aus_s.jpg" alt="Anika Gerlach / gemälde NRW Forum" width="600" height="321" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/gemaelde_nrw_forum_aus_s.jpg 600w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/gemaelde_nrw_forum_aus_s-300x161.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/gemaelde_nrw_forum_aus_s-100x54.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/gemaelde_nrw_forum_aus_s-150x80.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/gemaelde_nrw_forum_aus_s-200x107.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/gemaelde_nrw_forum_aus_s-450x241.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
<p>Anika Gerlach konnte sich freilich nicht lange damit aufhalten, den sehr eindrucksvollen Baum – einer von mehreren andern – zu bewundern. Sie musste dafür sorgen, dass ihr Gemälde fertig wurde. Schließlich war es geschafft, Schablonen wurden aufgehoben und sortiert, Farbeimer in Kisten gestellt, Pinsel ausgewaschen und angefangene Farben in Kartons zurückgestellt. Dann wurde die schwere Last in Kisten die Treppen hinuntergebracht und abtransportiert. Nach sieben langen Arbeitstagen mit je 14 bis 16 Arbeitsstunden war ihre letzte Aufgabe, die Sprühpistole zu reinigen. Eine sehr aufwendige Sache, die nach all der kräftezehrenden Arbeit am Gemälde nicht leicht fiel, aber natürlich erledigt werden musste.</p>
<p>Doch die Mühe hat sich gelohnt. <img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg02.met.vgwort.de/na/a0b34df1d7b04c25a5bad5648cab3ce2" alt="" width="1" height="1" /> Das Bild ist ein echter Hingucker und wird sicher den BesucherInnen der Ausstellung gefallen.</p>
<p>Text, Video und Fotos: © Xenia Marita Riebe</p>
<p>Lies auch: <a href="https://bild-art.de/willkommen-im-paradies-die-ausstellung">Willkommen im Paradies &#8211; Die Ausstellung</a></p>
<p>Lies auch: <a href="https://bild-art.de/vonfrauzufrau-handwerkliche-dienstleistungen-fuer-frauen">VonFrauzuFrau</a> &#8211; Handwerkliche Dienstleistungen für Frauen</p>
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					Anika Gerlachs Gemälde				</div>
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		<title>Ausstellung und Lesung im Café Belli</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Xenia Marita Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Aug 2021 14:24:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am Sonntag, den 22. August 2021 um 11:00 Uhr laden wir zu einer Veranstaltung gegen den Corona-Blues ins Café Belli ein. Eröffnet wird die Ausstellung &#8211; „Von Menschen und anderen seltsamen Vögeln“ Zeichnungen und Skulpturen von Hüseyin Belli und Xenia &#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-7236 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/einladung_lesung_s.jpg" alt="" width="600" height="287" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/einladung_lesung_s.jpg 600w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/einladung_lesung_s-300x144.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/einladung_lesung_s-100x48.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/einladung_lesung_s-150x72.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/einladung_lesung_s-200x96.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/einladung_lesung_s-450x215.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
<p><span style="font-family: georgia, palatino, serif;">Am Sonntag, den 22. August 2021 um 11:00 Uhr laden wir zu einer Veranstaltung gegen den Corona-Blues ins Café Belli ein.</span></p>
<p><span style="font-family: georgia, palatino, serif;">Eröffnet wird die Ausstellung &#8211; <b>„Von Menschen und anderen seltsamen Vögeln“</b></span></p>
<p><span style="font-family: georgia, palatino, serif;">Zeichnungen und Skulpturen von Hüseyin Belli und Xenia Marita Riebe</span></p>
<p><span style="font-family: georgia, palatino, serif;">Weiterer Programmpunkt:</span></p>
<p><span style="font-family: georgia, palatino, serif;">Lesung von Xenia Marita Riebe aus ihrem aktuellen Buch <b>„Nachbarn wie Gummibärchen“</b></span></p>
<p><span style="font-family: georgia, palatino, serif;">Zur Veranstaltung sind alle Freunde und Gäste des Café</span><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-family: georgia, palatino, serif;"> Bellis, kunstinteressierte Personen und LiebhaberInnen guter Unterhaltung herzlich eingeladen.</p>
<p></span> </span></p>
<p><a href="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/plakat_belli_m.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-7259 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/plakat_belli_s.jpeg" alt="Plakat" width="150" height="212" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/plakat_belli_s.jpeg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/08/plakat_belli_s-100x141.jpeg 100w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a> Plakat, zum Vergrößern bitte klicken</p>
<p>Café Belli<br />
Stepgesstr. 31<br />
41061 Mönchengladbach</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Zugelassen zur Veranstaltung sind <strong>G</strong>eimpfte und <strong>G</strong>enesene</span></p>
<p>Siehe auch: <a href="https://bild-art.de/die-surrealen-zeichnungen-des-hueseyin-belli">Die surrealen Zeichnungen des Hüseyin Belli</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bild-art.de/ausstellung-und-lesung-im-cafe-belli">Ausstellung und Lesung im Café Belli</a> erschien zuerst auf <a href="https://bild-art.de">Blue Blog</a>.</p>
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		<title>VonFrauZuFrau+ Handwerkliche Dienstleistungen für Frauen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Xenia Marita Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 May 2021 07:52:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Dienstleistungen für Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewächshäuser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Wer kennt solche Situationen nicht? Ein Umzug steht an, die neue Wohnung ist gemietet und muss renoviert werden. Dazu fehlt Frau aber Lust und Zeit und auch das Werkzeug. Außerdem ist das Schlafzimmer recht klein. Raumsparende Möbel könnten den &#8230;</p>
<p class="read-more"> <a class="more-link" href="https://bild-art.de/vonfrauzufrau-handwerkliche-dienstleistungen-fuer-frauen"> <span class="screen-reader-text">VonFrauZuFrau+ Handwerkliche Dienstleistungen für Frauen</span> Read More &#187;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_7387" aria-describedby="caption-attachment-7387" style="width: 600px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7387 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/anika_s.jpg" alt="" width="600" height="450" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/anika_s.jpg 600w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/anika_s-300x225.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/anika_s-100x75.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/anika_s-150x113.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/anika_s-200x150.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/anika_s-450x338.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-7387" class="wp-caption-text">Anika Gerlach installiert ein Plastikregal aus den 1970er Jahren</figcaption></figure>
<p><strong>Wer kennt solche Situationen nicht?</strong></p>
<p>Ein Umzug steht an, die neue Wohnung ist gemietet und muss renoviert werden. Dazu fehlt Frau aber Lust und Zeit und auch das Werkzeug. Außerdem ist das Schlafzimmer recht klein. Raumsparende Möbel könnten den mangelnden Platz ausgleichen. Doch woher nehmen?</p>
<p>Anika Gerlach, die Inhaberin des Dienstleistungsbetriebes VonFrauZuFrau+ weiß bestimmt eine Lösung. Sie ist spezialisiert darauf, Möbel selbst zu designen und sie so jeder Raumsituation anzupassen. Ganz gleich, ob Hochbett, Schrank, Küchenzeile oder platzsparende Regale, Anika entwirft etwas für jede Vorliebe. Dabei legt sie viel Wert auf eine individuelle Note. Wenn Frau eine Idee hat, Anika setzt sie um. Wenn Frau keine Idee hat, entwickelt Anika mit ihr zusammen ein Konzept. Dabei legt sie großen Wert darauf, dass ihre Kundinnen zufrieden sind und ihre neuen Möbelstücke lieben.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-7192 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/anika_parkett.jpg" alt="" width="500" height="317" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/anika_parkett.jpg 500w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/anika_parkett-300x190.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/anika_parkett-100x63.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/anika_parkett-150x95.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/anika_parkett-200x127.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/anika_parkett-450x285.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p><strong>Kein Mansplaining mehr</strong></p>
<p>Der Name des Dienstleistungsbetriebes VonFrauZuFrau+ macht deutlich, dass sich das Angebot von Anika Gerlach vor allem an Frauen richtet. Die Idee dahinter ist, dass Frauen oft kein Interesse daran haben, männliche Handwerker in ihre Wohnung zu lassen, sei es aus Vorsicht, oder auch, weil sie keine Lust auf Mansplaining haben. Jede Frau kennt ja diese unangenehmen Situationen, in denen ein Handwerker anzügliche Bemerkungen macht, oder glaubt, dass seine Kundin dumm ist und er ihr erst einmal die Welt erklären muss. Darauf haben viele moderne Frauen keine Lust mehr. Der Ausweg ist, den Auftrag an VonFrauZuFrau+ zu vergeben und sich von Anfang an wohl zu fühlen.</p>
<figure id="attachment_7193" aria-describedby="caption-attachment-7193" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7193 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/kueche_berlin.jpeg" alt="" width="500" height="597" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/kueche_berlin.jpeg 500w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/kueche_berlin-251x300.jpeg 251w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/kueche_berlin-100x119.jpeg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/kueche_berlin-150x179.jpeg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/kueche_berlin-200x239.jpeg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/kueche_berlin-300x358.jpeg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/kueche_berlin-450x537.jpeg 450w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /><figcaption id="caption-attachment-7193" class="wp-caption-text">Von Anika Gerlach entworfene und realisierte Küche in Berlin</figcaption></figure>
<p><strong>Kompetent und zeitnah</strong></p>
<p>Kompetenz heißt bei Anika Gerlach, dass sie sich schon viele Jahre mit dem Entwerfen von Möbeln beschäftigt und genügend Erfahrung gesammelt hat, um den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.</p>
<p>Von Beruf ist sie gelernte Bühnenmalerin und hat einige Jahre in den Werkstätten des Gemeinschaftstheaters Krefeld/Mönchengladbach gearbeitet. Danach baute sie lange Zeit im Team von Jacques Tilly Großplastiken für den Rosenmontagszug in Düsseldorf wie für andere Großevents. Sie sammelte Erfahrungen als Leiterin eines Urban-Gardening-Projekts, wo sie unter anderem Hochbeete, Kochkisten und ein Glashaus aus gebrauchten Holzfenstern baute. In vielen Wohnungen von Frauen in Leipzig, Berlin, Bayreuth, Mönchengladbach, Düsseldorf und Zürich stehen inzwischen Möbel, die Anika Gerlach selbst entworfen hat.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-7194 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/sidebar.jpg" alt="" width="334" height="236" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/sidebar.jpg 334w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/sidebar-300x212.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/sidebar-100x71.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/sidebar-150x106.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/05/sidebar-200x141.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 334px) 100vw, 334px" /></strong></p>
<p><strong>Umweltfreundlich und klimaneutral</strong></p>
<p>Anika Gerlach nutzt für die Fahrt zu ihren Kundinnen in Leipzig und Umgebung ein E-Lastenfahrrad. Dessen Motor sie, genau wie die Akkus ihrer Maschinen, mit grünem Strom auflädt, den sie mit einer Solaranlage selbst gewinnt. So erreicht sie die Klimaneutralität ihrer Firma. Zu Kundinnen, die außerhalb Leipzigs leben, fährt Anika mit dem Zug, um auch hier umweltfreundlich zu bleiben. Sie hat auch privat einen außerordentlich kleinen CO2 – Fußabdruck.</p>
<p>VonFrauZuFrau+ die erste Wahl für alle Frauen, die Wohnlösungen kompetent, freundlich und ideenreich verwirklichen lassen wollen.</p>
<p>Das Plus steht für alle Geschlechter, die sich mit Konzept VonFrauZuFrau+ identifizieren können. Auch für diese bietet Anika Gerlach ihre Dienstleistungen an.</p>
<p>Text und Fotos: © Xenia Marita Riebe</p>
<p><a href="https://vonfrauzufrau.bild-art.de/">VonFrauZuFrau+ /  Internetseite</a></p>
<p>Lies auch auf Blue Blog:<a href="https://bild-art.de/neues-wandgemaelde-im-xiclo">Wandgemälde von Anika Gerlach im Xiclo</a></p>
<p>Lies auch: <a href="https://bild-art.de/willkommen-im-paradies-nrw-forum-duesseldorf">Willkommen im Paradies</a> &#8211; Anika Gerlach gestaltet Gemälde für NRW Forum<span id="more-7190"></span></p>
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		<title>Die Impfstube</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Xenia Marita Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Apr 2021 13:58:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[„Eine Impfstube auf dem Lande“]]></category>
		<category><![CDATA[Aquarell]]></category>
		<category><![CDATA[Covid 19-Impfung]]></category>
		<category><![CDATA[Die Impfstube]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Hickmann]]></category>
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		<category><![CDATA[Lady Montagu]]></category>
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		<category><![CDATA[Reinhard Sebastian Zimmermann]]></category>
		<category><![CDATA[Rudolf Karl Gottfried Geißler]]></category>
		<category><![CDATA[SARS-CoV-2]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Passend zur aktuellen Impfung gegen Covid 19, möchte ich drei bildnerische Darstellungen von Impfungen gegen die Pocken aus dem 19. Jahrhundert vorstellen. &#8222;Die Impfstube&#8220; Unter diesem Titel gibt es mehrere Gemälde, Aquarelle oder Holzschnitte. Sie entstanden überwiegend im 19. Jahrhundert. &#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Passend zur aktuellen Impfung gegen Covid 19, möchte ich drei bildnerische Darstellungen von Impfungen gegen die Pocken aus dem 19. Jahrhundert vorstellen.</p>
<figure id="attachment_7152" aria-describedby="caption-attachment-7152" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7152 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/ausschnitt_impfstube.jpg" alt="Impfstube" width="500" height="309" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/ausschnitt_impfstube.jpg 500w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/ausschnitt_impfstube-300x185.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/ausschnitt_impfstube-100x62.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/ausschnitt_impfstube-150x93.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/ausschnitt_impfstube-200x124.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/ausschnitt_impfstube-450x278.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /><figcaption id="caption-attachment-7152" class="wp-caption-text">Friedrich Hickmann &#8222;Die Impfstube&#8220; Ausschnitt</figcaption></figure>
<p><strong>&#8222;Die Impfstube&#8220;</strong></p>
<p>Unter diesem Titel gibt es mehrere Gemälde, Aquarelle oder Holzschnitte. Sie entstanden überwiegend im 19. Jahrhundert. Im Gegensatz zur heutigen Impfung gegen das <span class="aCOpRe"> <em>SARS</em>&#8211;<em>CoV</em>&#8211;<em>2</em></span> Virus, die Erwachsenen verabreicht wird, werden auf den Bildern Kinder geimpft, die von ihren Müttern zu einem Impfarzt gebracht wurden. Geimpft wurde gegen die Pocken und zwar mit dem für den Menschen ungefährlichen Virus der Kuhpocken, oder mit Lymphe aus den Schutzpocken von bereits geimpften Kindern. Die Kuhpocken verliehen der Impfsubstanz auch ihren Namen. Das italienische Wort Vacca bedeutet Kuh und davon wurde Vaccination – Impfung oder Schutzimpfung &#8211; abgeleitet. Lateinisch vaccinus &#8211; „von Kühen seiend“.</p>
<p>Schon seit mindestens 3000 Jahren sind einfache vorbeugende Impfungen gegen die Pocken bekannt – es wurde zerriebener Schorf der Pusteln geschnupft. Dagegen wurde in Indien dieses Material in die Haut eingeritzt. Die Frau eines britischen Diplomaten in Istanbul, Lady Montagu, (1689–1762), führte in Europa die erste Variolation durch, indem sie etwas Flüssigkeit aus den Pockenbläschen in die Haut einritzte. Der englischer Arzt Edward Jenner fand Ende des 18. Jahrhunderts heraus, dass durch eine Impung mit den für den Menschen ungefährlichen Kuhpocken eine Immunität gegen die Pocken erreicht werden konnte.</p>
<p>Am 8. Mai 1980 wurde von der WHO die Welt als pockenfrei erklärt, was wir auch einem konsequenten Impfprogramm der WHO verdanken.</p>
<p>Die Pocken wurden ähnlich wie das Coronavirus direkt von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion beim Husten übertragen. Eine Ansteckung konnte aber auch durch das Einatmen von Staub geschehen, der entstand, wenn Bettzeug oder Kleidung von Infizierten ausgeschüttelt wurde.</p>
<figure id="attachment_7145" aria-describedby="caption-attachment-7145" style="width: 600px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7145 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_zimmermann_m.jpg" alt="Impfstube" width="600" height="360" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_zimmermann_m.jpg 600w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_zimmermann_m-300x180.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_zimmermann_m-100x60.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_zimmermann_m-150x90.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_zimmermann_m-200x120.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_zimmermann_m-450x270.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-7145" class="wp-caption-text">Reinhard Sebastian Zimmermann &#8222;Die Impfstube&#8220; Öl auf Leinwand</figcaption></figure>
<p>Reinhard Sebastian Zimmermann schuf eines der eindrucksvollen Gemälde mit dem Titel „Die Impfstube“. Sein Gemälde stellt eine friedlich, ja heiter wirkende Szenerie dar. In einer Stube sind eine Reihe von Frauen zusammengekommen, um ihre Kinder gegen die Pocken impfen zu lassen. Sie sind scheinbar zum Teil von weither angereist, denn sie haben Körbe mit Proviant, frischer Kleidung und Spielzeug für ihre Kinder dabei. Im Zentrum des Bildes spielt eine Frau ihrem Kind etwas auf einer einfachen Flöte vor. Ihr Kind – wahrscheinlich ein Mädchen, was an der Puppe zu erkennen ist, die es in der Hand hält – sitzt auf ihrem Schoß. Die Frau ist gut gekleidet und schön frisiert, wodurch sie als Bürgerin zu erkennen ist. Die Frau neben ihr, die ein Kopftuch und einfache Kleidung trägt, scheint eine Bäuerin zu sein. Sie und das Kind auf ihrem Schoß sehen der Bürgerin interessiert zu. Am rechten Bildrand spielen zwei weitere Frauen mit einem Baby und mit drei Kindern unterschiedlichen Alters. Die wichtigste Szene – nämlich das Impfen selbst – zeigt Reinhard Sebastian Zimmermann dem Betrachter am linken Bildrand. In der nähe eines Fensters sitzt der Impfarzt und ritzt gerade die Vakzine in den nackten Arm eines Kleinkindes, das von seiner Mutter, einer gut gekleideten Bürgerin, gehalten wird. Auch der Arzt trägt einen Anzug mit Weste, steifem Kragen und Schleife und ist nicht etwa durch einen weißen Kittel als Mediziner zu erkennen.</p>
<p>Erst nachdem Robert Koch die Erreger der Wundinfektion mit fotografischen Mitteln sichtbar gemacht hatte, verbreitete sich nach 1880 langsam die Erkenntnis, dass Erreger über Hände und Instrumente in eine Wunde gelangen können und sterile Operationsmethoden fanden mehr Beachtung. Nach der Jahrhundertwende setzte sich dann für Ärzte der weiße Kittel durch, denn anders als einen schwarzen Gehrock, kann man weiße Kittel bei hoher Temperatur waschen, wodurch Keime und Bakterien sicher abgetötet werden.</p>
<p>Hinter dem Arzt steht ein Polizist, der im Licht, das durch das Fenster fällt, eine Zeitung liest. Scheinbar ist er zur Überwachung der Impfung abgestellt, da aber alles harmonisch und friedlich abläuft, kann er in Ruhe seine Zeitung lesen. Der dritte Mann in diesem Gemälde ist ein junger Mann, bei dem scheinbar die Impflinge angemeldet werden müssen, denn er spricht mit zwei Frauen, die ihre Kinder auf dem Arm tragen und trägt diese wahrscheinlich in eine Impfliste ein. Er schreibt wohl auch Impfbescheinigungen aus, denn von seinem Tisch aus verlassen zwei Mütter mit ihren Kindern nach absolvierter Impfung den Raum. Das die Frauen allen Gesellschaftsschichten angehören ist an ihrer Kleidung, ihren Kopfbedeckungen und Umschlagtüchern zu erkennen. Damit wollte der Maler wahrscheinlich zeigen, dass die Pockenschutzimpfung für alle Kinder von äußerster Wichtigkeit ist, da die Krankheit, die in den meisten Fällen tödlich verlief und ansonsten zu lebenslanger Entstellung der Haut führte, nicht vor bessergestellten Familien Halt machte. Das Gemälde vermittelt mit seiner heiteren Atmosphäre Sicherheit und sollte wahrscheinlich dazu dienen, Mütter zur Impfung ihrer Kinder zu ermutigen und ihnen die Angst zu nehmen. Ein gutes Bild für eine Impfkampagne.</p>
<figure id="attachment_7146" aria-describedby="caption-attachment-7146" style="width: 600px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7146 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_hickmann_m.jpg" alt="Impfstube" width="600" height="406" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_hickmann_m.jpg 600w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_hickmann_m-300x203.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_hickmann_m-100x68.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_hickmann_m-150x102.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_hickmann_m-200x135.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_hickmann_m-450x305.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-7146" class="wp-caption-text">Friedrich Hickmann &#8222;Die Impfstube&#8220; Aquarell von 1867</figcaption></figure>
<p>Ganz anders geht es auf dem Aquarell von Friedrich Hickmann aus dem Jahr 1867 zu, das auch den Titel „Die Impfstube“ trägt. Hier impft ein junger Mann in Stiefeln und Rock ein kleines Kind, das auf dem Schoß seiner Mutter sitzt. Die Mutter trägt wie alle anderen Frauen auf dem Bild eine Tracht und gehört deshalb wohl eher der Landbevölkerung an. Sie schaut sehr skeptisch auf den Impfvorgang. Auch ein älterer Mann in grüner Trachtenjoppe schaut dem Arzt besorgt über die Schulter. Eine ältere Frau hält einen gewickelten Säugling auf dem Arm und beobachtet ebenfalls das Geschehen. Diese Szene zeigt Friedrich Hickmann dem Betrachter im rechten Drittel seines Bildes. Hier herrscht zwar Sorge, oder gar Skepsis und doch wirkt dieser Bereich vergleichsweise ruhig. In der Mitte des Bildes steht ein Mann im Gehrock mit Hut und Stock vor einem großen Kachelofen und diskutiert mit einem Mann in kurzer Joppe, der mit dem Finger in Richtung der Polizisten zeigt, die einige Mütter mit ihren Kindern in die Stube schieben. Die Frauen wirken verängstigt, einige Kinder weinen. Rechts neben der Tür steht ein schwere Schreibtisch, an dem ein weißhaariger Mann sitzt. Seine Aufgabe ist wahrscheinlich das Registrieren der Impflinge. Er schaut hinüber zur hitzigen Diskussion des Vaters mit dem Offiziellen. Anders als im Bild von Reinhard Sebastian Zimmermann wirkt die Stimmung im Aquarell von Friedrich Hickmann eher aufgeladen und gereizt. Da kommen die Mütter freiwillig mit ihren Kindern zur Impfung, hier werden sie gedrängt, wenn nicht gar gezwungen.</p>
<figure id="attachment_7147" aria-describedby="caption-attachment-7147" style="width: 600px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7147 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_geissler_m.jpg" alt="In der fränkischen Impfstube" width="600" height="392" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_geissler_m.jpg 600w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_geissler_m-300x196.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_geissler_m-100x65.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_geissler_m-150x98.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_geissler_m-200x131.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/impfstube_geissler_m-450x294.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-7147" class="wp-caption-text">Rudolf Karl Gottfried Geißler, „Eine Impfstube auf dem Lande“ Holzstich, 1867</figcaption></figure>
<p>Der deutsche Zeichner, Radierer und Aquarellist Rudolf Karl Gottfried Geißler (1834 &#8211; 1906)</p>
<p>fertigte den Holzstich mit dem Titel „Eine Impfstube auf dem Lande“ und schrieb dazu einen persönlichen Erfahrungsbericht, der in der Illustrierten „Gartenlaube“ 1867 veröffentlicht wurde.</p>
<p>Geißler beschreibt darin mit viel Humor wie es in einer fränkischen Impfstube zuging. Und er berichtet auch vom Frühstück des Gerichtsarztes, der die Impfung auf dem Land vornehmen musste, bei dem schon Wein getrunken wurde. Auch das Kleinkind, das nach erfolgreicher Impfung Pockenblasen (Schutzpocken) entwickelt hatte und nun als „Impfstock“ mit seiner Mutter mit aufs Land fahren sollte, bekam zur Beruhigung Bier zu trinken. Die Mutter des Kindes verdiente übrigens gut an daran, dass sie ihr Kind zur Verfügung stellte, denn die Mütter der Impflinge mussten ihr einen bestimmten Betrag bezahlen, damit sie Flüssigkeit (Lymphe) aus den Pockenblasen des Impfstocks bekamen.</p>
<p>Auch nach der Impfung ging es gemütlich weiter. Alle, Mütter, Arzt und Helfer aßen gemeinsam Bratwürste und tranken dazu Bier. So ein Impftag auf dem Lande war wahrscheinlich für die Beteiligten eine willkommene Abwechslung vom Alltag.</p>
<p><strong>„Eine Impfstube auf dem Lande“ Originaltext von Rudolf Karl Gottfried Geißler.</strong></p>
<p>„Hast Du Dir schon einmal eine ländliche Kinderimpfung angesehen?“ fragte mich mein Freund, welcher als Arzt in einem Städtchen des bairischen Regierungsbezirks Mittelfranken mit Erfolg prakticirt, und setzte hinzu: „das gäbe reichlichen Stoff zu einem Bilde, welches so recht in das Leben hinein greift.“</p>
<p>Ja wohl, Altmeister Goethe hat’s getroffen, wenn er sagt: „Greift nur hinein in’s volle Menschenleben, da wo ihr’s packt, da ist’s interessant.“ Es mag Jeder schon die Wahrheit dieses Wortes erfahren haben, aber dem Dichter, dem Künstler solle es immer zur Richtung dienen. Ich, der ich mich bei Befolgung dieser Lehre stets wohl befand, acceptirte meines Freundes Vorschlag mit Freuden und so sprach ich denn eines schönen Morgens zur festgesetzten Zeit in dessen Behausung vor. Dort wurde ich vor Allem belehrt, daß das Impfgeschäft zu den Functionen des Herrn Physicus gehöre und mein Freund es sich nur in diesem speciellen Falle ausgebeten habe, als Listenführer fungiren zu dürfen. So begaben wir uns denn alsobald zu dem alten Herrn, welcher, bereits in mein Vorhaben eingeweiht, mich mit der größten Liebenswürdigkeit empfing. Bald saßen wir in anregendem Gespräch bei einem feierlichen Frühstück und ließen unserem heimischen unterfränkischen Gewächse alle Ehre angedeihen. Während dessen kündigte bescheidenes Klopfen die Ankunft eines Weibleins an, das mit einem zweijährigen Buben, der wacker an einer Semmel schnullte, auf dem Arme erschien. Es war der „<i>Impfstock“</i> mit seiner Mutter, ein wesentlicher Apparat für das bevorstehende Geschäft und in dieser Eigenschaft bestimmt, an unserer Fahrt Theil zu nehmen. „Impfstock“, mit dieser rein sächlichen Benennung bezeichnet das Landvolk das eine Woche vorher geimpfte Kind, von dessen ausgebrochenen Schutzpocken die Lymphe bei der öffentlichen Impfung genommen wird.</p>
<p>Indessen die beiden Aerzte an dem entblößten Aermchen des Kleinen die Schönheit der Blattern bewunderten, setzte die gute Frau Doctorin, welche, wie ich später erfuhr, bei den Leuten in dem ehrenden Rufe stand, eine „recht gemeine und niederträchtige“ (gütige und leutselige) Frau zu sein, der Mutter des Knaben ein Gläschen von unserem Randersacker nebst einem tüchtigen Butterbrode hin. Mittlerweile polterte eine schwerfällige Miethkutsche heran, die schon bessere Tage gesehen haben mochte; der Impfstock wurde sammt seiner Mama hineingepackt, wir stiegen ein, und fort wackelte unsere alte, preßhafte Kutsche, erst auf glatter Chaussee, dann unter Aechzen und Stöhnen auf holperigen Dorf- und Waldwegen.</p>
<p>So kamen wir denn endlich an dem Orte unserer Bestimmung an und erblickten vor dem Wirthshause eine Wagenburg von ländlichen Fuhrwerken aller Art, welche die Mütter aus den entfernteren Orten zugeführt hatten, und jene selbst standen, saßen hockten mit ihren jüngsten Sprößlingen auf Arm und Schooß vor dem Hause, auf den Treppen, in den Vorplätzen in Gruppen bunt und malerisch durcheinander. Von dem Alter weniger Monate bis zu dem von gegen zwei Jahren (von letzteren jedoch nur einzelne, und zwar die im Vorjahre wegen Kränklichkeit von der Impfung ausgeschlossenen) war hier die jugendlichste Generation einiger Dörfer des Umkreises in etwa achtzig bis neunzig Exemplaren vertreten und es war wirklich eine Freude, so viel blühenden, gesunden Nachwuchs beisammen zu sehen, so viel rosige, vollwangige Menschenblüthen, von denen nur einige wenige arme Würmchen mit kränklichen Zügen eine betrübende Ausnahme machten. Ein wehmüthiges Gefühl wollte mich dennoch beschleichen, indem ich der achtzig bis neunzig Menschenschicksale gedenken mußte, welcher verschleiert vor diesen ihr Dasein noch nicht begreifenden kleinen Creaturen lagen. Wie viele von ihnen werden in Noth und Sorge den Kampf mit dem Leben zu führen haben, wie viele in Unwissenheit und bäuerlicher Beschränktheit dahinleben, wie wenigen wird Zufriedenheit und das Verständniß für wahre Menschenwürde zu Theil werden! Doch weg mit diesen Gedanken und das Skizzenbuch zur Hand!</p>
<p>Schon werden die Kleinen ihrer Kittelchen und Hemdchen entkleidet, der Impfstock auf dem Schooße seiner Mama stärkt sich in Verleugnung seines zarten Alters mit einem energischen Zug aus dem Bierglas, der Ortsdiener nimmt seine Amtsmiene an, in welcher sich die ihm ureigne Dummdreistigkeit mit Würde zu paaren sucht. „Er winkt mit dem Finger und auf thut sich der Zwinger“. Eine Anzahl Mütter tritt in den ländlichen Tanzsaal, der heute einer anderen Bestimmung preisgegeben, auch bald von anderen Tönen widerhallen wird, als von denen der Clarinette und des Brummbasses. Nach geschehener Orts-, Namens- und Altersangabe am Tische des Listenführers tritt Mutter Nummer Eins mit ihrem Kinde an. Dieses reckt das Hälschen, fühlt einen leisen Stich – stutzt – da noch einen, noch zwei – es verzieht den Mund, da kommt das andere Aermchen dran, das Gesicht zieht hundert Falten, der kleine Schreimund öffnet sich und legt aus voller Kehle Probe ab von einer recht gesunden Lunge und einem entwickelungsfähigen Brustkasten. Während die besorgte Mutter ihren Liebling zu beruhigen sucht, sind schon ein paar weitere Schreihälse geimpft und ihr kräftiges Concert wirkt anregend auf den Chorus der im Saale anwesenden übrigen Kleinen. Selbst der Impfstock besinnt sich einen Augenblick, ob er nicht sein Scherflein zu dem großen Ganzen beitragen solle; eine frische Semmel jedoch, ein tiefer Blick in das Bierglas und ein angeborner Hang zum Stoicismus helfen ihm seine heitere Ruhe zu behaupten.</p>
<figure id="attachment_7148" aria-describedby="caption-attachment-7148" style="width: 396px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7148 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/Pockenimpfung-Original-Holzstich-von-1886.jpg" alt="Impfstube" width="396" height="289" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/Pockenimpfung-Original-Holzstich-von-1886.jpg 396w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/Pockenimpfung-Original-Holzstich-von-1886-300x219.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/Pockenimpfung-Original-Holzstich-von-1886-100x73.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/Pockenimpfung-Original-Holzstich-von-1886-150x109.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2021/04/Pockenimpfung-Original-Holzstich-von-1886-200x146.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 396px) 100vw, 396px" /><figcaption id="caption-attachment-7148" class="wp-caption-text">&#8222;Pockenimpfung&#8220; (Künstler unbekannt) Holzstich von 1886</figcaption></figure>
<p>So geht es nun fort in rascher Folge, das Wehgeschrei sämmtlicher Impfkinder erschüttert die Luft und ohne die beruhigendes Gewißheit, daß die große Wirkung eine winzige Ursache hat, wäre der Jammer wirklich herzzereißend. Doch da legt sich der Sturm schon wieder, die Mutterbrust oder ein Zuller, Schnuller, Zulp, wie jener barbarische Knebel für kleine Schreihälse in den verschiedenen Winkeln unseres Vaterlandes genannt werden mag, ein simples Spielzeug sind Beruhigungsmittel, welche vereint mit dem Moment, wo der schreckliche Mann, der das arme Kleine in sein Aermchen gestochen hat, aus dessen Gesichtskreis getreten, allgemach die aufgeregten Wogen der öffentlichen Meinung sämmtlicher Herren und Damen im Säuglingsalter beschwichtigen. Leider setzt sich als Folge jener empfindlichen Berührung bei der verehrlichen Corporation der Wickelkinder eine gewisse Voreingenommenheit gegen den wackeren Gerichtsarzt fest, welche sich in der eine Woche später stattfindenden Controle beim bloßen Erblicken desselben in lauter Acclamation, aber nicht der des Beifalls, zu erkennen giebt.</p>
<p>Die Operation ist nun vorüber, achtzig bis neunzig kleine Kinder sind in beide Arme gestochen, haben sich rechtschaffen ausgeschrieen; die Liste weist nach, daß mit Ausnahme der „Bärbel (Barbara) von Dörflas“ und des „Hans Görg von Ochsenreuth“, sowie der „Anna Meigel (Margarethe) von Mistendorf“, sämmtliche zur Impfung reife Kinder gebracht wurden, und der Ortsdiener hat „g’horschamst zu vermelden“, daß die Genannten aus dieser oder jener Ursache nicht gebracht werden konnten.</p>
<p>Alles in Ordnung und Richtigkeit, und wir mögen uns nun wieder unsrer alten Kutsche anvertrauen. Doch nein, so ab zu kutschiren, ohne dem löblichen Brauch des Bratwurstvertilgens auch von unserer Seite gebührend zu huldigen, wäre ein grober Verstoß gegen die ländliche Etikette. Aus der Küche dringen liebliche Düfte und dabei brodelt, knistert und spratzelt es recht vernehmlich; gehen wir denn in die große Unterstube. In dieser, bis weit auf den Vorplatz hinaus sitzen die guten Mütter von vorhin dicht beisammen und stärken sich nach der ausgestandenen Gemüthsbewegung an tüchtigen Portionen jener delicaten Bratwürste, wie sie, nur noch kleiner, den meisten Touristen von dem „Herzla“ oder „Glöckla“, Nürnbergs berühmten Bratwurstküchen, her bekannt sind. Bratwürste gehören hier zu Lande zu jedem bedächtigen Unternehmen und zu jedem Ereigniß von einiger Bedeutung, und sie geleiten den Landmann von der Wiege bis zur Bahre durch das Leben, bei Kindtaufe, Hochzeit und Leichenschmauß, bei Kirchweih- und anderen Festen, auf Märkten, bei Käufen und Abschlüssen. Bratwürste mit Sauerkraut sind ein Pflaster auf brennende Herzenswunden, ein Beruhigungsmittel für aufgeregte Leidenschaften, Mehrer der Fröhlichkeit, Beförderer von Handel und Wandel.</p>
<p>So huldigten auch wir gern dem landesüblichen Leckerbissen, als er uns in einem Dutzend Exemplaren auf blankem Zinnteller gebracht wurde, und glaubten dieselben am besten dadurch zu ehren, daß wir sie bis auf den letzten Zipfel vertilgten. Indessen wurde in der Stube des Lärmens von so vielen muntern Weiberzungen allmählich weniger. Durch das Fenster sah man da und dorthin Frauen mit ihren Kleinen auf Flurwegen ihren Dörfern und Gehöften zueilen, und ein Wägelein nach dem andern rollte ab. In einer Ecke aber saß die Frau, von deren Kind abgeimpft wurde, und zählte mit sichtlicher Befriedigung den von den Müttern an den Impfstock in Groschen und Sechskreuzerstücken entrichteten Tribut, der sich wohl auf nahezu zehn Gulden belief, eine Summe, wie sie die arme Taglöhnersfrau noch nicht so groß beisammen gesehen haben mochte, und die Freude an dem reichlichen Verdienst war der guten Frau, die sich Jahr aus Jahr ein an der Seite ihres Mannes um kargen Lohn plagen mußte, um fünf hungrige Mäuler zu stopfen, von Herzen zu gönnen. Ob sie unsern wohlgemeinten Rath, das Geld für den Kleinen bei einer Sparcasse anzulegen, befolgte, muß freilich dahin gestellt bleiben; sie lächelte recht bittersüß dazu und schien sich mit näher liegenden Finanzplänen zu tragen.</p>
<p>Heiter angeregt bestiegen wir, die wir zusammen angekommen waren, unser gebrechliches Fuhrwerk und kehrten in das Städtchen zurück. Der nächste Bahnzug dampfte mich heim nach Nürnberg, wo ich mich in der Frische des Eindrucks daran machte, dem freundlichen Leser der Gartenlaube mit Stift und Feder ein Bild aus dem Leben unseres Volkes vor Augen zu stellen, wie deren noch gar manche nur des Momentes harren, welcher ihre flüchtige Erscheinung zu dauernder Gestaltung befestigt.&#8220;</p>
<p>Text: © Xenia Marita Riebe</p>
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		<title>Belli Art T-Shirts</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Xenia Marita Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2020 10:19:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[bedruckte T-Shirts]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Wirt des Café Belli bietet seinen Gästen und auch allen anderen Interessierten bedruckte T-Shirts, Hemden, Blusen und Sweatshirts an. Die Kleidungsstücke können nach Wunsch vorne und hinten oder auch einseitig bedruckt werden. Für kleine dezente Aufdrucke sind Hüseyin Bellis &#8230;</p>
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<p>Der Wirt des Café Belli bietet seinen Gästen und auch allen anderen Interessierten bedruckte T-Shirts, Hemden, Blusen und Sweatshirts an. Die Kleidungsstücke können nach Wunsch vorne und hinten oder auch einseitig bedruckt werden. Für kleine dezente Aufdrucke sind Hüseyin Bellis Zeichnungen auf Brauereiblöckchen gut geeignet. Für große Aufdrucke stehen Motive ohne Brauerei-Logo zur Verfügung. Die Druckmotive entsprechen den Zeichnungen, die Hüseyin Belli nachts hinter seinem Tresen macht.</p>
<p>Lies hierzu:<a href="https://bild-art.de/die-surrealen-zeichnungen-des-hueseyin-belli"> Die surrealen Zeichnungen des Hüseyin Belli</a></p>
<p>Die Motive für den Druck sind in den Galerien unter diesem Artikel zu sehen. Interessenten können hier ihr Wunschmotiv aussuchen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/09b35a08487e442d93d57b898d12a9f5" alt="" width="1" height="1" />Die Kleidungsstücke können vorerst gegen Vorauszahlung im Café Belli auf der Stepgesstraße in Mönchengladbach bestellt werden.</p>
<p>Text und Foto: © Xenia Marita Riebe<br />
Zeichnungen: © Hüseyin Belli</p>
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		<title>Die surrealen Zeichnungen des Hüseyin Belli</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Xenia Marita Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Aug 2020 13:52:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Einzigartig! &#8211; Brauereiblöckchen dienen dem Mönchengladbacher Wirt als Zeichengrund Wohl in jeder Kneipe und in vielen Restaurants gibt es sie, die kleinen Blöckchen, die Brauereien den Wirten zur Verfügung stellen. Auf diesen wird normalerweise die Bestellung des Gastes notiert. &#8230;</p>
<p class="read-more"> <a class="more-link" href="https://bild-art.de/die-surrealen-zeichnungen-des-hueseyin-belli"> <span class="screen-reader-text">Die surrealen Zeichnungen des Hüseyin Belli</span> Read More &#187;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-7029 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/belli_art_top_02.jpg" alt="" width="600" height="428" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/belli_art_top_02.jpg 600w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/belli_art_top_02-300x214.jpg 300w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/belli_art_top_02-100x71.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/belli_art_top_02-150x107.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/belli_art_top_02-200x143.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/belli_art_top_02-450x321.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
<p><strong>Einzigartig! &#8211; Brauereiblöckchen dienen dem Mönchengladbacher Wirt als Zeichengrund</strong></p>
<p>Wohl in jeder Kneipe und in vielen Restaurants gibt es sie, die kleinen Blöckchen, die Brauereien den Wirten zur Verfügung stellen. Auf diesen wird normalerweise die Bestellung des Gastes notiert. Mancher Kellner nutzt sie auch zur Addition der Preise von verzehrten Getränken und Speisen.</p>
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<p>Hüseyin Belli, der Inhaber des Café Belli auf der Stepgesstraße in Mönchengladbach, hat eine andere, besondere Verwendung für die Brauereiblöckchen. Er nutzt sie seit Jahren als Zeichengrund, wenn ihn während seiner Arbeit hinter dem Tresen die Kreativität überwältigt. Dann zückt er schnell seinen Kugelschreiber und wirft in wenigen Sekunden erste Striche auf das schmale Papierstück. Aus den ersten Linien entstehen beinahe wie von selbst skurrile Zeichnungen von unglaublicher Intensität.</p>
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<p><strong>Orientalen und andere Wesen</strong></p>
<p>Inhaltlich bewegt sich Hüseyin Belli dabei zwischen Portraits von Orientalen und eher europäisch anmutenden Menschen, manchmal auch angeregt durch Besonderheiten, die ihm an seinen Gästen auffallen. Diese sind aber in den Zeichnungen nicht zu erkennen, denn der Künstler zeichnet keine Karikaturen, sondern wandelt das Gesehene in eigenständige Schöpfungen um. Nicht selten tragen seine Wesen Augen an ungewöhnlichen Stellen, haben verzerrte Gesichtsproportionen oder Gliedmaßen am Kopf, die nicht dorthin gehören. Es gibt aber auch Portraits von Frauen mit sinnlichem Ausdruck, die schön zu nennen sind. Dabei kommt es dem Künstler immer auf Originalität an. So hat etwa ein Mann, den er im Profil gezeichnet hat, eine Nase, die eher an den Schnabel eines Vogels erinnert. Eine Gestalt wiederum – Mann oder Frau ist hier nicht ersichtlich – zeigt im ansonsten frontal gezeichneten Gesicht einen schön geschwungenen Mund in Profilansicht. Eine weitere Zeichnung zeigt eine Frau mit herzförmigen Kopf, der eine schwebende Raupe zu Leibe rückt, die versucht, der Frau das Gehirn herauszupicken. Dann sieht man einen verstört dreinblickender Mann mit einer hochstehenden Mütze, die sich bei genauerem Hinschauen als riesige Frauenbrüste entpuppt, die ihm aus seinem Kopf zu wachsen scheinen. Auf einem anderen Blatt hockt ein vogelähnliches Wesen einer Gestalt auf der Schulter und verschmilzt mit ihr, sodass der Schnabel zur Nase wird.</p>
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<p><strong>Tiere und Tierhybriden</strong></p>
<p>In einigen Zeichnungen hat Hüseyin Belli Tiere zum Gegenstand seiner Satire gemacht. So hat ein schöner, stolzer Vogel zwei pralle Frauenbrüste, ein Wesen mit menschlichem Kopf trägt einen Flügel, einen Vogel- und einen Menschenfuß. Ein sitzendes Schweinchen badet seine Füße in Unschuld.</p>
<p>Seltener erscheinen Zwitterwesen auf den Blöckchen, wie etwa der erotisch anmutende Frauenkörper, der einen Wasserhahn als Kopf trägt. Diese Zeichnung ist eine der wenigen, die einen Titel trägt. „Sex ist kein Wasserhahn“, steht in der oberen linken Ecke neben dem Datum.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-6968 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/schoener_mund_s.jpg" alt="" width="350" height="500" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/schoener_mund_s.jpg 350w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/schoener_mund_s-210x300.jpg 210w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/schoener_mund_s-100x143.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/schoener_mund_s-150x214.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/schoener_mund_s-200x286.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/schoener_mund_s-300x429.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /></p>
<p>Fragt man Hüseyin Belli, wie seine Zeichnungen entstehen, dann antwortet er wie folgt.<br />
„Ich weiß auch nicht, woher all diese Gestalten kommen. Sie sind in mir drin und zu einem bestimmten Zeitpunkt drängen sie nach draußen. Ich frage mich auch ständig, wie all das in meinen Kopf kommt.“</p>
<p><strong>Dieses Phänomen nennt man wohl Kreativität</strong></p>
<p>Der Zeitpunkt, zu dem die Figuren nach außen drängen, ist meist der späte Abend. Wenn es gegen Mitternacht im Cafe Belli langsam ruhiger wird und die Arbeitsatmosphäre sich entspannt, treten die Wesen ihre Reise in die Zeichnung an. Dann hat der Wirt endlich Muße, seine Gäste zu betrachten und die eine oder andere Eigenheit auf sich wirken zu lassen. Dies geschieht natürlich unbewusst, rein intuitiv und niemals vorsätzlich. Die Gäste des Cafe Bellis dürfen sich auch künftig wohlfühlen und entspannen. Sie müssen nicht befürchten, Objekt einer Zeichnung zu werden. Und selbst wenn sie Anlass zu einer Bildidee werden sollten, wären sie doch nie zu erkennen.</p>
<p>Es kommt auch vor, dass während eines Gesprächs, das Hüseyin Belli mit seinen Gästen führt, ein Gedanke entsteht, der darauf drängt, zeichnerisch umgesetzt zu werden. Und schon greift er zu Brauereiblock und Kugelschreiber und macht den ersten, alles entscheidenden Strich. Diesem folgen weitere, die äußere Form der Figur festlegend, die der Künstler dann in kürzester Zeit zu einer seiner einzigartigen Zeichnungen vollendet.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-6973 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/raupe_frau_s.jpg" alt="" width="441" height="500" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/raupe_frau_s.jpg 441w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/raupe_frau_s-265x300.jpg 265w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/raupe_frau_s-100x113.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/raupe_frau_s-150x170.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/raupe_frau_s-200x227.jpg 200w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/raupe_frau_s-300x340.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 441px) 100vw, 441px" /></p>
<p><strong>Das umfangreiche Werk beinhaltet um die 4000 Zeichnungen</strong></p>
<p>So entstand und entsteht ein bunter Reigen von Figuren, menschlichen Wesen und Tierhybriden, deren Anzahl schon kaum noch zählbar ist. Jedenfalls hat der Wirt sich noch nicht die Mühe gemacht, seine Werke zu zählen. Er schätzt ihre Zahl auf 3000 bis 4000 Stück, wobei jede Nacht neue Arbeiten entstehen und sein Werk sich ständig erweitert. Ein Werk, das eine Schau in einem Museum verdient hätte, zumal Hüseyin Belli, nach einigem Zögern, nun auch auf größeren Blättern zeichnet, was eine Ausstellung der Arbeiten erleichtern würde.</p>
<p><strong>Biografisches:</strong></p>
<p>Hüseyin Belli wurde im März 1949 in der Türkei geboren. Als junger Mann plante er an der Sporthochschule in Köln Sport zu studieren. Er erhielt die Reservierung für einen Studienplatz und kam nach Deutschland. In Köln angekommen, musste er leider erfahren, dass das Kontingent an Studienplätzen bereits ausgeschöpft war. So entschloss er sich nach vergeblicher Wartezeit, ein Studium im Fachbereich Textildesign an der Fachhochschule in Krefeld zu beginnen. Um sein Studium zu finanzieren arbeitete er abends in der Gastronomie, doch die Kosten für das benötigte Material stiegen ihm bald über den Kopf. Es blieb ihm keine andere Wahl, als seinen Nebenjob zum Beruf zu machen.</p>
<p>1985 eröffnete Hüseyin Belli zusammen mit seiner Frau Inge das Café Belli, ein Restaurant für orientalische und türkische Küche, das die beiden bis heute gemeinsam erfolgreich betreiben.</p>
<p>Für die Gäste des Café Belli, zu denen auch ich gehöre, ist es natürlich ein großes Glück, dass Hüseyin Belli nicht Textildesigner geworden ist. Wo sonst könnte man in Mönchengladbach so ausgezeichnet essen wie im Cafe Belli? Wo fühlte man sich als Gast so willkommen, wie dort? Wo würde man so freundlich bedient und bewirtet? Wohl nirgendwo!</p>
<figure id="attachment_6970" aria-describedby="caption-attachment-6970" style="width: 244px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6970 size-full" src="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/corona_boy_s.jpg" alt="" width="244" height="500" srcset="https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/corona_boy_s.jpg 244w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/corona_boy_s-146x300.jpg 146w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/corona_boy_s-100x205.jpg 100w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/corona_boy_s-150x307.jpg 150w, https://bild-art.de/wp-content/uploads/2020/08/corona_boy_s-200x410.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 244px) 100vw, 244px" /><figcaption id="caption-attachment-6970" class="wp-caption-text">Ich trage Mund-Nasenschutz. Mein drittes Auge wacht darüber.</figcaption></figure>
<p><strong>Corona-Pandemie und neue Geschäftsidee</strong></p>
<p>Leider hat die Corona-Pandemie auch vor dem Café Belli nicht haltgemacht. Seit dem Lock Down im Frühjahr 2020 und der zaghaften Wiedereröffnung im Sommer desselben Jahres ist die Zahl der Gäste stark zurückgegangen, was große finanzielle Einbußen mit sich brachte.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/27f1aebce9ca44a8a9daa4ef5a60f9b2" alt="" width="1" height="1" />Doch ein Kreativer wie Hüseyin Belli, wäre kein Kreativer, wenn er nicht eine neue Geschäftsidee entwickelt hätte. Er nutzte seine künstlerische Begabung und kombinierte sie mit dem, was er vor langer Zeit auf der Fachhochschule lernte. Nun gestaltet er individuelle T-Shirts, Sweatshirts, Hemden und Blusen. Alle mit einer oder zwei seiner einzigartigen Zeichnungen bedruckt.</p>
<p>Text und Foto: © Xenia Marita Riebe</p>
<p>Abbildungen der Zeichnungen: © Hüseyin Belli</p>
<p>Lies hierzu:<br />
<a href="https://bild-art.de/belli-art-t-shirts">Belli Art T-Shirts</a> &#8211;  bedruckte T-Shirts &#8211; Motiv-Auswahl</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bild-art.de/die-surrealen-zeichnungen-des-hueseyin-belli">Die surrealen Zeichnungen des Hüseyin Belli</a> erschien zuerst auf <a href="https://bild-art.de">Blue Blog</a>.</p>
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		<title>Epigonier &#8211; Skulpturen von Xenia Marita Riebe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Xenia Marita Riebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jul 2020 07:52:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Endzeitskulpturen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Endzeitfiguren mahnen den Betrachter zu bewusstem Handeln „Epigonier“ heißen die Endzeitfiguren der Künstlerin Xenia Marita Riebe. Der Name ist eine Ableitung der Bezeichnung „Epigonen“ (griechischen Mythologie), womit die Nachfahren der Sieben von Theben benannt sind. Auch die „Epigonier“ sind Nachfahren, &#8230;</p>
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<p><strong>Endzeitfiguren mahnen den Betrachter zu bewusstem Handeln</strong></p>
<p>„Epigonier“ heißen die Endzeitfiguren der Künstlerin Xenia Marita Riebe. Der Name ist eine Ableitung der Bezeichnung „Epigonen“ (griechischen Mythologie), womit die Nachfahren der Sieben von Theben benannt sind. Auch die „Epigonier“ sind Nachfahren, die Nachfahren der heutigen Menschheit. Diese sind nach der Zerstörung der Lebensbedingungen auf der Erde auf einen fiktiven Planeten namens „Epigonia“ ausgewandert. Dort versuchen sie Fuß zu fassen, was aber nicht gelingen kann.</p>
<p>Die „Epigonier“ von Xenia Marita Riebe sind ihrem Schicksal schutzlos ausgeliefert. Gefesselt und geblendet sind sie gezwungen in Stille zu verharren und ihre Schuld zu reflektieren. Keine Entwicklung ist möglich, keine Chance zur Urbarmachung ihrer neuen Heimat gegeben.</p>
<p>Sucht man bei den Plastiken aus unbedrucktem Zeitungspapier nach einem Gesichtsausdruck, findet man lediglich die Andeutung eines Gesichts unter einem Tuch, das mit einer Schnur um den Hals gebunden ist. Auch Hände, Arme und Beine dieser vom Schicksal gestraften Menschen sind gefesselt. Oft stehen sie in Gruppen zusammen, sind aneinander gefesselt, stützen oder tragen einander oder sind einzeln der Verzweiflung anheim gegeben. Unter einigen Tüchern scheint eine Gasmaske versteckt zu sein, andere Figuren tragen Jacken, die an Zwangsjacken erinnern.</p>
<p>Angesichts dieser tragischen Menschen könnte der Betrachter nach der Ursache für dieses Leid fragen. Dies ist aber eine Frage, die er gegen sich selbst richten müsste, denn wir erinnern uns, die „Epigonier“ stellen unsere Nachkommen dar. Also muss der Schlüssel für ihr Schicksal bei uns liegen, in unserer heutigen Verantwortung zu finden sein. Aus welchem Grund könnten unsere Epigonen gezwungen sein, die Erde zu verlassen, um auf einem fremden Planeten eine neue Heimat zu suchen? Spielen Umweltzerstörung und Klimawandel eine Rolle in diesem Zukunftsszenario? Wo liegt unsere Verantwortung? Können wir dazu beitragen, dass unseren Nachfahren ein solches Schicksal erspart bleibt?</p>
<p>Diese Fragen drängen sich dem Betrachter der „Epigonier“ fast wie von selbst auf. Ob wir eine Antwort darauf finden wird sich zeigen.</p>
<p>Aber es gibt auch eine andere Herangehensweise an diese seltsam anmutenden Wesen. Lassen wir das haptische Material, die weich fließenden Formen der angedeuteten Kleidung, die vielen Gesten der papierenen Hände <img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/5c4b75d757a346efb16dbe677ede842e" alt="" width="1" height="1" />und die Körperhaltung der „Epigonier“ auf uns wirken, so können diese Plastiken losgelöst vom Inhalt, den sie transportieren, auch ein wahrer Kunstgenuss sein.</p>
<p>Text: © Xenia Marita Riebe</p>
<p>Fotos: © Giulio Coscia</p>
<p>Lies auch: <a href="https://bild-art.de/portrait-der-kuenstlerin-xenia-marita-riebe">Portrait einer Künstlerin</a></p>
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